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Kraft-Wärme-Kopplung

Minister Remmel beim Besuch eines BHKW. Foto: EnergieAgentur.NRW

Die NRW-Landesregierung will mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) die Energiewende in Nordrhein-Westfalen vorantreiben. Bis zum Jahr 2020 soll in Nordrhein-Westfalen der Anteil des Stroms aus KWK-Anlagen auf mindestens 25% erhöht werden. Dafür werden mit dem KWK-Impulsprogramm insgesamt 250 Millionen Euro bereit gestellt.


Kraft-Wärme-Kopplung: Hoher Wirkungsgrad durch intelligente Technologie

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) – das ist der schlafende Riese der Energiewende. Kraft-Wärme-Kopplung ist die gleichzeitige Umwandlung von Brennstoff in elektrische und thermische Energie - also Strom und Wärme - in einer technischen Anlage. Dies geschieht durch Verbrennungsmotoren, Gas- und/oder Dampfturbinen in Verbindung mit einem Generator, zukünftig auch durch innovative Technologien wie Brennstoffzellen. Der Vorteil der KWK gegenüber der getrennten Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme liegt in der deutlich besseren Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie.

Das Spektrum der Kraft-Wärme-Kopplung ist groß: Es reicht von dezentralen Mini- und Mikro-KWK-Anlagen, zum Beispiel für Einfamilienhäuser, über eine komplette Energieversorgung durch Blockheizkraftwerke (BHKW) für Unternehmen oder Verwaltungen bis hin zur Fernwärmeversorgung in Ballungsgebieten.

In modernen fossil befeuerten Kondensationskraftwerken, in denen die Stromerzeugung im Vordergrund steht, werden bis zu 60% der eingesetzten Brennstoffenergie in praktisch nicht nutzbare Wärme umgewandelt. Durch die Nutzung dieser Wärme in KWK-Anlagen zu Heizzwecken oder anderen Wärmeanwendungen lässt sich die Brennstoffnutzung auf bis zu 90% steigern. Der vermehrte Einsatz solcher Technologien soll dazu beitragen, die eingesetzte Energie effizienter zu nutzen und gleichzeitig die CO2 -Emissionen zu vermindern. Zudem soll zukünftig mit Hilfe der Zusammenschaltung von dezentralen KWK-Systemen zu virtuellen Kraftwerken ein Beitrag zur verbesserten Integration erneuerbarer Energien in die Stromnetze geleistet werden können.

Das Potenzial für eine effizientere Energieversorgung durch Kraft-Wärme-Kopplung ist erheblich: So wurde beispielsweise für den Bereich von Städten und Gemeinden in NRW ein KWK-Fernwärme-Potenzial von 75 Terawattstunden pro Jahr errechnet. Das entspricht rund 36% des landesweiten Nutzwärmebedarfs.

KWK-Impulsprogramm der Landesregierung

Die Landesregierung will den Anteil von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bis zum Jahr 2020 auf mindestens 25% erhöhen.

Die Landesregierung hat deshalb das KWK-Impulsprogramm aufgelegt, das mit einem Volumen von rund 250 Millionen Euro über mehrere Jahre ausgestattet ist. Es bündelt Beratungsinstrumente, Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten.

Auf einem eigenen Internet-Portal informiert im Auftrag des NRW-Umweltministeriums die EnergieAgentur.NRW unter anderem über Förderinstrumente, Informationsveranstaltungen und Projekte - zum Beispiel über „100 KWK-Anlagen für Bottrop“. Dort werden unter der Leitung des Gas- und Wärme-Instituts KWK-Systeme unterschiedlicher Technologien in Gebäudetypen mit unterschiedlichen Wärmestandards installiert, um einen Vorher-Nachher-Vergleich zum Beispiel in Bezug auf den Energieeinsatz und -verbrauch oder die CO2-Einsparung ziehen zu können.

Zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung in den Kommunen in Nordrhein-Westfalen hat das NRW-Umweltministerium in einem Wettbewerb sechs „KWK-Modellkommunen“ ausgewählt, die bis zum Jahr 2020 mindestens 25% Strom aus Wärme gewinnen sollen. Die erfolgreichen Konzepte, die mit insgesamt 20 Millionen Euro gefördert werden, ollen anderen Kommunen im Land als Beispiel dienen.

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