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Klimawandel und -anpassung

Wetterextreme nehmen zu. Foto: Daniel Loretto/ Panthermedia.net

Der globale Klimawandel bringt immer häufiger Wetterextreme mit sich, die auch für uns in Nordrhein-Westfalen große ökonomische und ökologische Folgen haben. Neben dem Klimaschutz ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels die zweite Säule der NRW-Klimapolitik. Die NRW-Strategie der Landesregierung enthält zur Anpassung an den Klimawandel die ersten konkreten Maßnahmen.


Wie das Klima NRW verändert

Die Erderwärmung kann heute nicht mehr gänzlich aufgehalten werden – trotz der weltweiten Anstrengungen für den Klimaschutz. Das ist auch in Nordrhein-Westfalen bereits deutlich zu spüren. Extreme Hitzeperioden im Sommer setzen häufiger als sonst den Bürgerinnen und Bürgern vor allem in den Städten zu. Orkanartige Stürme haben in den vergangenen Jahren immer wieder neu den Baumbestand vieler Wälder, Parks und Grünanlagen gefährdet. Zunehmende Starkniederschläge bringen oft große Überschwemmungen mit sich. Insgesamt nehmen die Risiken für verschiedene Lebens-, Umwelt- und Wirtschaftsbereiche zu. In den Städten beeinträchtigen die zunehmenden Hitzeinseln die Gesundheit und Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner. Jahres- und Vegetationszeiten verschieben sich und heimische Tier- und Pflanzenarten werden verdrängt. Die Forstwirtschaft muss sich der großen Gefahr von Sturmschäden stellen und die Landwirtschaft hat unter der zunehmenden Trockenheit zu leiden.

Der Klimawandel hat nicht nur weitreichende Folgen für die Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen in NRW. Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belegen, dass sich die Kosten für Klimaschäden alleine in Deutschland bis 2050 auf bis zu 800 Milliarden Euro belaufen könnten. Nach Aussagen der Münchener Rückversicherung hat sich die Zahl der wetterbedingten Schadensereignisse in den letzten 40 Jahren in Deutschland bereits mehr als verdreifacht. Das aktive Vorgehen der Landesregierung gegen die Auswirkungen des Klimawandels beruht also nicht zuletzt auch auf ökonomischer Vernunft.

Gleichzeitig führt der Klimawandel zu neuen ökonomischen Herausforderungen, so etwa durch die Erforschung und Entwicklung neuer Methoden zur Gebäudekühlung oder durch angepasste Materialien beim Bau von Wohnhäusern. Hier müssen die neuen ökonomischen Potentiale identifiziert und ausgebaut werden.


Zweiter Bericht zum Klimawandel in NRW (Klimafolgen-Monitoring NRW)

Im Jahr 2011 hat Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland ein Monitoring zum Klimawandel und seinen Folgen gestartet. Insgesamt wurden für sechs Umweltbereiche 19 Indikatoren zusammengestellt, die den Einfluss des sich wandelnden Klimas auf Natur und Umwelt und damit auch auf den Menschen zeigen. Der erste Klimawandelbericht wurde bereits 2010 vorgelegt. Der zweite Bericht zum Klimawandel des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) wurde als LANUV-Fachbericht 27 "Klimawandel und Klimafolgen" veröffentlicht. 

Hier eine Auswahl wichtiger Indikatoren:

Temperatur

Der Erwärmungstrend verstärkt sich: 2014 war das wärmste Jahr. Gleichzeitig wurden 11 der 20 wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen 1881 im 21. Jahrhundert gemessen. Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur in NRW hat sich zwischen 1881 und 2015 um 1,4 Grad Celsius erhöht. Damit verbunden ist ein Rückgang der Eistage seit 1891, an denen die Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt, um etwa 5 Tage.

Schneetage

Die Anzahl der Schneetage am Kahlen Asten hat sich zwischen 1955 und 2015 um 25 Tage reduziert.

Vegetationszeit

Seit 1951 hat sich landesweit der Beginn der Vegetationszeit nach vorne verlagert: Insgesamt hat sich die Vegetationszeit zwischen 1951 und 2015 um etwa 15 Tage verlängert.

Niederschläge

Zwischen 1881 und 2015 hat der mittlere Jahres-Niederschlag um 107 Millimeter (mm) zugenommen, was einer Zunahme von fast 14 Prozent entspricht. Die Niederschläge haben über den gesamten Messzeitraum (1881 bis 2015) mit etwa 60 mm vor allem in den Wintermonaten hochsignifikant zugenommen. Außerdem zeigt sich eine zunehmende Tendenz der Anzahl der Starkregentage basierend auf den Tagesniederschlagssummen.

Gewässertemperatur

Seit 1974 hat die mittlere Wassertemperatur des Rheins (Station Kleve-Bimmen) um etwa 1,5 Grad Celsius zugenommen. Außerdem treten vermehrt Jahre mit einer maximalen Wassertemperatur von mehr als 25 Grad Celsius auf.

Grundwasserstand

Insgesamt wurden 29 langjährig beobachtete Grundwasser-Messstellen des LANUV für den Zeitraum 1951 bis 2014 ausgewertet. Davon zeigten 21 Messstellen einen signifikant fallenden Trend für den mittleren Grundwasserstand im Wasserwirtschaftsjahr.

Wärmeinseln / Stadtklima

Die Folgen des Klimawandels für die städtischen Regionen in NRW schlagen sich vor allem durch die Bildung von Hitzeinseln aus. Die Zunahme solcher Hitzeinsel konnte an der Beispielstadt Bochum in der Messperiode 1997 bis 2015 bereits signifikant festgestellt werden.

Wälder in NRW

Insbesondere die steigenden Temperaturen sowie die unregelmäßigen und hohen Niederschläge hinterlassen Spuren in den Wäldern Nordrhein-Westfalens. Die Fichte steht zunehmend unter Wärmestress. Neue Krankheiten und Schädlinge setzten den Bäumen zu. Immer häufiger werden Stürme im Wald hohe Schäden verursachen und auch damit den Holzmarkt in Mitleidenschaft ziehen.

Anpassung an den Klimawandel

Das Unbeherrschbare vermeiden und das Unvermeidbare beherrschen – so lautet ein bekannter Satz des Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber. Die nordrhein-westfälische Landesregierung betreibt in diesem Sinne ihre Anpassungspolitik an den Klimawandel. Sie hat bereits im Jahr 2009 eine umfangreiche Anpassungsstrategie erarbeitet und darin den Akteuren in Wirtschaft, Gesellschaft und öffentlicher Verwaltung entsprechende Vorschläge gemacht. Darüber hinaus hat die Landesregierung zahlreiche Projekte initiiert, mit deren Hilfe man den Klimawandel sowohl besser verstehen als auch besser mit ihm leben kann. Im Klimaschutzplan sind weitere Themenbereiche identifiziert, in denen es akuten Handlungsbedarf gibt.


Klimaschutzplan

Zentrales Instrument der neuen Klimaschutzpolitik ist der NRW-Klimaschutzplan, der Strategien und konkrete Einzelmaßnahmen zu Klimaschutz und Klimafolgenanpassung festlegt. Mit Hilfe dieser "Roadmap" sollen die verbindlichen Klimaschutzziele und eine effektive Anpassung an die unvermeidbaren Folgen des Klimawandels in NRW erreicht werden.

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Ein Hauptverursacher von Klimagasen ist die Großindustrie.

Klimaentwicklung

Historisch ist Nordrhein-Westfalen zwar ein Klimaland der mäßigen Temperaturen. Wetterextreme sind eher selten gewesen. Doch das Klima hat sich in den jüngsten Jahrzehnten stark gewandelt. Nach den Wetteraufzeichnungen der letzten 100 Jahre ist in dieser Zeit die Durchschnittstemperatur in NRW um rund 1 Grad Celsius gestiegen. Die Frosttage sind im Jahresdurchschnitt weniger, die heißen Sommertage mehr geworden.

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Ohne Anpassung an den Klimawandel wird es nicht gehen.

Klimaanpassung in NRW

Auch Nordrhein-Westfalen ist vom Klimawandel betroffen. Neben dem Klimaschutz ist deshalb die Anpassung an die Folgen des Klimawandels die zweite Säule der NRW-Klimapolitik. Die Landesregierung hat mit dem Klimaschutzplan NRW mehr als 60 Maßnahmen erarbeitet, um den Folgen des Klimawandels in Nordrhein-Westfalen zu begegnen.

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Die Folgen eines Orkans in NRW.

Klimawandel-Folgen in den Regionen

Die Auswirkungen des Klimawandels bekommen die verschiedenen Landschaften Nordrhein-Westfalens unterschiedlich zu spüren. Die Folgen sind im Einzelnen abhängig von den individuellen, ökonomischen und naturräumlichen Rahmenbedingungen.

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Wetterextreme nehmen immer mehr zu.

Klimawandel-Folgen in ausgewählten Sektoren

Europäische Industriemetropole, drittgrößtes deutsches Agrarland, touristisches Reiseziel - kaum ein Bundesland vereint so viele unterschiedliche Wirtschaftsbereiche wie Nordrhein-Westfalen. Entsprechend vielfältig sind die Folgen des Klimawandels im Land. Die Klimaprojektionen für ausgewählte Sektoren sind die Basis für die Erarbeitung von Anpassungsmaßnahmen.

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