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Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea)

Foto: Dr. Clara Berendonk, LWK NRW

Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea), auch Jakobsgreiskraut genannt, enthält als Pflanze aus der Familie der Korbblütler giftige Pyrrolizidinalkaloide (PAs), die von Nutz- und Heimtieren mit dem Futter aufgenommen werden können. Im Körper werden sie zu Schadstoffen umgewandelt und führen zu akuten und chronischen Vergiftungen (Leberschäden). Ziel muss es daher sein, den Bestand dieser Pflanzen zu kontrollieren und sie von Weiden fernzuhalten.


Eine Giftpflanze auf dem Vormarsch

Noch vor wenigen Jahren führte das Jakobskreuzkraut, eine in Europa heimische Art, ein unauffälliges Randdasein, heute jedoch führt sie vielfach zu Problemen. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen tritt sie seit einiger Zeit zunehmend an Wegen, Straßenrändern, Brachen und auf Weideland auf. Weidende Nutztiere werden zwar zum Teil durch die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe abgeschreckt. Bei der Verfütterung im Heu jedoch sind diese bereits abgebaut, während die giftigen Bestandteile weiterhin gefährlich sind.

Tiere reagieren unterschiedlich auf die im Jakobskreuzkraut enthaltenen Giftstoffe. Besonders gefährdet sind Pferde. Rinder sind etwas unempfindlicher. Etwas höhere Giftmengen vertragen Schafe und Ziegen. Jegliche Verfütterung sollte aber nach Möglichkeit konsequent vermieden werden, denn erste Schäden sind bei einem chronischen Krankheitsgeschehen bereits nach Aufnahme von Futtermengen weit unterhalb der akut tödlichen Dosis zu erwarten.

Folgende krankhaften Veränderungen werden im Laufe einer Senecio-Vergiftung beschrieben, die sich bei chronischem Verlauf über Monate entwickeln, bei akutem Verlauf aber in wenigen Tagen zum Tode führen können: Gewichtsverlust, reduzierte Futteraufnahme, wässriger oder blutiger Durchfall, erhöhte Photosensibilität, Bewusstseinstrübung, stumpfer Gesichtsausdruck, bei Pferden häufiges Gähnen durch zentralvenöse Schäden aufgrund eingeschränkter Leberfunktion, unkontrollierte Bewegung, zielloses Wandern (walking disease), Lethargie oder plötzliche Aufregungszustände, kolikartige Beschwerden bis hin zum hepatischen Koma und Tod. Speziell bei Rindern: reduziere Milchleistung, abnorm gefüllter Pansen bei fehlender Pansenmotorik.

In akuten Fällen ist eine Behandlung aussichtslos. Bei chronischer Vergiftung bestehen gegebenenfalls im sehr frühen Stadium geringe Heilungschancen durch symptomatische Leberbehandlung, wenn konsequent jegliche weitere Zufuhr pyrrolizidinhaltigen Futters ausgeschlossen wird. Die Tiere verenden manchmal erst nach mehreren Monaten.

In landwirtschaftlichen Betrieben und Hobbytierhaltungen sollte der Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts daher mit geeigneten Maßnahmen konsequent begegnet werden. Dabei gilt: Vorbeugen ist besser als Bekämpfen. Um das Aussamen zu verhindern, müssen erste einwandernde Einzelpflanzen so früh wie möglich entfernt werden.