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07.10.2011

Pressemitteilung

Remmel kritisiert zum Erntedank den Umgang mit Lebensmitteln und fordert: „Wertschätzen statt wegwerfen“

Landwirtschaftsminister Johannes Remmel hat zum Erntedank-Empfang des Ministeriums den Umgang mit Lebensmitteln kritisiert: „Erntedank ist das Fest der Wertschätzung. Aber wir werfen tonnenweise Lebensmittel in den Müll oder sie landen erst gar nicht auf unserem Teller. Das ist das Gegenteil von Wertschätzung“, sagte Remmel heute (7. Oktober) im Stift Keppel-Hilchenbach/Südwestfalen. Pro Jahr landen in Europa fast 90 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Jeder EU-Bürger wirft Jahr für Jahr im Durchschnitt 179 Kilogramm Obst, Gemüse, Fleisch und andere Lebensmittel in die Tonne. In Deutschland sind es jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen – eine halbe Million Lastwagen. Minister Remmel hat deshalb den Runden Tisch „Neue Wertschätzung für Lebensmittel“ ins Leben gerufen. Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Handwerk, Einzelhandel, Verbraucher- und Wohlfahrtsverbänden sowie der Wissenschaft diskutieren, an welchen Stellen der Wertschöpfungskette die Verschwendung von Lebensmittel gestoppt werden kann. Derzeit arbeitet die Fachhochschule Münster an einer Studie, die hierfür Empfehlungen geben soll.

Vor mehr als 100 Gästen aus Landwirtschaft, Politik, Natur- und Verbraucherschutz sagte der Minister in Hilchenbach: „Wir sind noch ganz am Anfang unseres Weges hin zu einer neuen Wertschätzung für Lebensmittel. Aber wir sollten uns daran erinnern, dass schon die Kirchen in den 80er Jahren unter dem Motto ‚Bewahrung der Schöpfung’ die Wertschätzung unserer Ressourcen angemahnt haben.“ Zum Erntedank erinnerte Minister Remmel daran, dass die Bewahrung der Schöpfung da beginnt, wo unsere Lebensmittel produziert werden: im Stall, auf dem Feld, beim Umgang mit Boden, Pflanzen und Tieren. „Aber nicht die Landwirtschaft allein, sondern auch die Lebensmittel verarbeitende Industrie und der Handel stehen in der Verantwortung. Die vier größten Handelsunternehmen – Aldi, Rewe, Edeka und Lidl – beherrschen etwa 85 Prozent des Absatzmarktes. Was hier nicht ankommt, fällt durch den Rost. Und sei es nur, weil die Farbe der Tomate nicht gefällt oder das Salatblatt angeknittert oder der Apfel zu klein ist. Hier haben die Verbraucherinnen und Verbraucher großen Einfluss“, so Remmel.

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