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Natur

Nordrhein-Westfalen hat eine faszinierende Natur. Foto: Michael Rucker/ Panthermedia.net

Nordrhein-Westfalen besitzt eine vielfältige, faszinierende Natur, einen Schatz direkt vor unserer Haustür, der immer wieder neu entdeckt werden will. Aber eben auch einen Schatz, den es für die nächsten Generationen zu erhalten gilt.


Natur- und Artenvielfalt in NRW

Wie nirgendwo sonst in Deutschland kann eine industriell und großstädtisch geprägte Szenerie so unmittelbar übergehen in eine naturnahe, manchmal sogar idyllisch wirkende Landschaft wie in Nordrhein-Westfalen. Die industriellen Zentren des Landes sind von abwechslungsreichen Naturräumen umgeben. Zu ihnen zählen der Niederrhein und die münsterländische Parklandschaft ebenso wie die waldreichen Mittelgebirgsregionen in Eifel, Sauerland und Ostwestfalen.

Die landschaftliche Vielfalt reicht von den Feuchtwiesen, Heiden und Mooren des westfälischen Tieflandes bis zu den Bergwiesen, Quellbächen und naturnahen Wäldern in den Mittelgebirgen. Nordrhein-Westfalen verfügt über rund 3000 Naturschutzgebiete, etwa 550 Gebiete des europäischen Schutzgebietssystems „Natura 2000“, einen inzwischen 10 Jahre alten Nationalpark Eifel und nicht zuletzt 14 Naturparke, die ebenfalls wichtige Naturschätze für kommende Generationen sichern.

Jede dieser Landschaften besitzt eine eigene, historisch gewachsene Vielfalt an Lebensräumen mit den für sie typischen Tieren und Pflanzen. In Nordrhein-Westfalen leben derzeit über 43.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten in rund 70 verschiedenen Lebensräumen. Darunter Insekten, eine bunte Vielzahl von Vogel- und Säugetierarten, vielfältige Farn- und Blütenpflanzen, Jahrhunderte alte Buchenwälder und blühende Heideflächen.

Mittlerweile sind auch die ersten Erfolge des vom Land betriebenen Naturschutzes sichtbar. Fischotter und Bachforelle sind die Gewinner der Renaturierung vieler Gewässer. Der Lachs, vor einigen Jahren gezielt angesiedelt, taucht inzwischen oft in den Flüssen auf. Die für Weißstorch, Uhu und Biber aufgelegten Artenschutz- programme beginnen sich auszuzahlen. Wildkatze und Schwarzstorch kehren mehr und mehr zurück und der Wisent, in NRW einstmals ausgestorben, zieht heute durch die dichten Wälder des Siegerlandes.


Naturschutzpolitik

Das sogenannte Schutzgebietssystem NRW ist das Rückgrat des Naturschutzes in NRW. Es umfasst die über 3.000 Naturschutzgebiete, den Nationalpark Eifel und die nach europäischem Recht ausgewiesenen NATURA-2000-Gebiete. Insgesamt handelt es sich hier um eine Fläche von 380.000 Hektar, das sind 11,2 % der Landesfläche. Diese Gebiete können nur dann auf lange Sicht die Arten- und Biotopvielfalt in NRW sichern, wenn ihr Erhaltungszustand gut ist. Die Pflege und Entwicklung der Schutzgebiete ist die zentrale Zukunftsaufgabe des Naturschutzes. Zu diesem Zweck werden derzeit an verschiedenen Orten Managementpläne erarbeitet und zusätzlich notwendige Naturschutzmaßnahmen ergriffen. Wichtig ist hier auch die Vernetzung der oft noch isolierten Schutzbiete. Für die Erhaltung der natürlichen Populationen ist der landesweite Biotopverbund eine zweite Schwerpunktaufgabe des Naturschutzes in NRW.


Neue Akzente: Schutz der Biodiversität

Für die Landesregierung NRW ist die Erhaltung der Biodiversität eine zentrale Aufgabe menschlicher Daseinsvorsorge. Die biologische Vielfalt liefert uns Rohstoffe, Nahrung und Arzneimittel. Sie ist die Basis für intakte Böden und Gewässer, für technische Innovationen, für unsere Ernährung und Gesundheit. 

Zwar sind in NRW die ersten Erfolge eines ambitionierten Naturschutzes nicht zu übersehen. Die Natur erholt sich allmählich von den massiven industriellen Eingriffen der vergangenen Jahrhunderte und erobert sich langsam zurück. Trotzdem schreitet der Artenverlust auch in NRW weiter voran. Das wertvolle Naturerbe in NRW kann nur dann bewahrt werden, wenn die heimischen Pflanzen - und Tierarten konsequent geschützt und dazu die gewachsenen Kulturlandschaften erhalten und Räume für die Entwicklung von Wildnis geschaffen werden.

Deshalb hat das Umwelt- und Naturschutzministerium NRW gegengesteuert und seine Naturschutzpolitik neu ausgerichtet: mit einer langfristigen Biodiversitätsstrategie für NRW und einem neuen Landes-Naturschutzgesetz.

Biodiversitäts-Strategie und neues Landes-Naturschutzgesetz

Die Biodiversitäts-Strategie ist sowohl Standortbestimmung der nordrhein-westfälischen Naturschutzpolitik als auch Ausrichtung auf künftige Herausforderungen. Darin werden für die nächsten 10 bis 15 Jahre nicht nur konkrete Ziele formuliert, es werden einzelne Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt festgelegt. Im Zuge der Realisierung der Strategie soll auch das Landschaftsgesetz zu einem Landes-Naturschutzgesetz weiter entwickelt werden.

Mit dem im November 2016 verabschiedeten neuen Landes-Naturschutz präzisiert die Landesregierung im Sinne eines starken Naturschutzes das neue Bundesnaturschutzrecht unter Nutzung landesrechtlicher Handlungsspielräume. Ziel des neuen Gesetzes ist es, konkrete Regelungen für einen ambitionierten Naturschutz und den besonderen Schutz wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen festzulegen, um den fortschreitenden Artenverlust zu stoppen und die biologische Vielfalt wieder zu erhöhen.

Ausgewählte Eckpunkte des neuen Landes-Naturschutzgesetzes: 

  • Artenvielfalt braucht intakte Lebensräume
    Artenvielfalt braucht intakte, weitläufige und vernetzte Lebensräume, auch um eine genetische Verarmung von Arten zu vermeiden. Daher sieht das neue Landesnaturschutzgesetz unter anderem vor, die Fläche des Biotopverbundes in NRW von derzeit 11,6 Prozent auf künftig 15 Prozent anzuheben.
  • Sicherung des noch vorhandenen Grünlandes in NRW
    Dauergrünland ist von 1977 bis 2013 von mehr als 650.000 Hektar auf weniger als 400.000 Hektar zurückgegangen. Mit dem neuen Gesetz soll ein weiterer Verlust dieses Lebensraums verhindert werden, indem grundsätzlich Grünland nicht mehr in Acker umgewandelt werden darf.
  • Erhalt wertvoller Lebensräume
    Viele Lebensräume von bedrohten Tier- und Pflanzenarten in NRW sind nicht in einem guten Erhaltungszustand, allen voran im Tiefland von NRW. Zum Schutz der wertvollen Nass- und Feuchtgrünlandflächen soll daher die weitere Absenkung der Grundwasserstände untersagt werden.
  • Sicherung von Naturschutzgebieten
    Mit dem neuen Landes-Naturschutzgesetz soll die Grundlage für den Schutz des nordrhein-westfälischen Naturerbes dauerhaft gesichert werden. Für Flächen, insbesondere denen in Naturschutzgebieten, soll es nach dem neuen Naturschutzgesetz ein Vorkaufsrecht des Landes geben, um damit einen Ausverkauf unseres Naturerbes zu verhindern.
  • Schutz der "Urwälder von morgen"
    Das Land hat in den vergangenen Jahren auf den eigenen Staatswaldflächen rund 100 Wildnisentwicklungsgebiete ausgewiesen, in denen die Natur dauerhaft sich selbst überlassen wird. Diese nicht bewirtschafteten Rückzugsgebiete für bedrohte Arten sollen auf Dauer gesetzlich geschützt werden. 
Anwendung des Bundesnaturschutzgesetzes in NRW

Am 1. März 2010 ist das neue Bundesnaturschutzgesetz in Kraft getreten. Anders als sein Vorgänger ist es kein Rahmengesetz; vielmehr gelten die Regelungen in den Ländern grundsätzlich unmittelbar. Der Bundesgesetzgeber hat allerdings in zahlreichen Öffnungsklauseln vorgesehen, dass bestimmte naturschutzrechtliche Vorschriften der Länder weiterhin gelten.

Die folgende Gegenüberstellung der rechtlich-inhaltlichen Bezüge des Bundesnaturschutzgesetzes zum Landschaftsgesetz NRW zeigt als Vollzugs- und Anwendungshilfe auf, welche Regelungen des Bundes- bzw. Landesrechts anzuwenden sind.

Weitere Informationen


Anerkannte Umwelt- und Naturschutzvereinigungen

Anerkannte Vereinigungen des Umwelt- und Naturschutzes haben eigene Mitwirkungsrechte an Verwaltungsentscheidungen. Sie können sich beispielsweise an Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung beteiligen und haben spezielle Mitwirkungsrechte bei Verfahren im Naturschutz. Darüber hinaus können sie mit der sogenannten Verbandsklage gerichtlich gegen Verwaltungsentscheidungen vorgehen, wenn diese gegen Umwelt- oder Naturschutzvorschriften verstoßen.

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Braunkehlchen. Foto: Anton Luhr

Naturerbe und Schutzgebiete

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen leben rund 18 Millionen Menschen, aber auch mehr als 43.000 Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Ob münsterländische Parklandschaft, das Tiefland mit seinen Feuchtwiesen, Heiden und Flusslandschaften oder die weiten Mittelgebirgswälder: Jede dieser Regionen bietet einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum - ein vielfältiges Naturerbe direkt vor unserer Tür.

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Die gefährdete Ringelnatter (Natrix natrix) im Stadtgebiet Dortmund. Foto: Dave Augustin

Biologische Vielfalt und Biodiversitätsstrategie NRW

In Nordrhein-Westfalen leben über 43.000 verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten in rund 70 verschiedenen Lebensräumen. Der Erhalt dieser biologischen Vielfalt (Biodiversität) ist die zentrale Aufgabe der Naturschutzpolitik in NRW. Zwar konnte mit einem aktiven Arten- und Biotopschutz bei verschiedenen gefährdeten Arten eine Verbesserung erreicht werden, ein Ende des Artenverlusts ist allerdings nicht in Sicht.

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Schutz des Landschaftsbildes.

Eingriffe in Natur und Landschaft

Eingriffe in Natur und Landschaft sind Vorhaben, die den Naturhaushalt und das Landschaftsbild beeinträchtigen können. Dazu zählen der Bau von Straßen, Bahnlinien und Gebäuden sowie Aufschüttungen. Die Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes und des Landschaftsgesetzes von NRW (Eingriffsregelung) sollen den Schaden gering halten.

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Kiebitze im Naturschutzgebiet Bislicher Insel bei Wesel.

Förderprogramme

Viele Maßnahmen im Bereich des Naturschutzes werden vom Land Nordrhein-Westfalen und auch vom Bund gefördert. Wir haben an dieser Stelle die wesentlichen Förderprogramme für Sie zusammengestellt – mit weiteren Informationen zu den angestrebten Zielen und den bereits mit den einzelnen Programmen erzielten Erfolgen.

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Landschaft. Foto: Norbert Senser / panthermedia.net

Landschaftsplanung

Die Landschaftsplanung ist das zentrale Planungsinstrument zur Umsetzung der Ziele des Natur- und Landschaftsschutzes. Dafür wird der aktuelle Zustand von Natur und Landschaft analysiert und bewertet, Ziele für den jeweiligen Planungsraum werden bestimmt und konkrete Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen festgelegt und umgesetzt. Bürgerinnen und Bürger können sich an der Landschaftsplanung vor Ort beteiligen.

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