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Die Holzwirtschaft im Branchen-Cluster Forst und Holz

Holzstämme zum Abtransport gerückt. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Das Branchencluster Forst und Holz umfasst neben der Forstwirtschaft mit rund zwei Millionen Waldbesitzern auch die Holz be- und verarbeitenden Industrien, das Holzhandwerk, die Papierwirtschaft, das Verlags- und Druckereigewerbe, den Holzhandel und -transport. Dazu gehören bundesweit 177.000 Betriebe mit über 1,1 Millionen Beschäftigten. Der Jahresumsatz betrug im Jahr 2013 rund 177 Milliarden Euro.


Eine tragende Säule der Volkswirtschaft

In Nordrhein-Westfalen beschäftigt die Forst- und Holzwirtschaft etwa 163 000 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 31.500 geringfügig Beschäftigte. Das Branchen-Cluster Forst und Holz erzielte einen Umsatz von 39,74 Milliarden Euro (2013). Mit rund 7% des Umsatzes und 9% der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe ist das Wirtschaftscluster Forst und Holz auch in NRW eine beträchtliche volkswirtschaftliche Größe.

Die Branchenbereiche der Holzwirtschaft umfassen (nach der Definition der Europaparlaments):

  • die Holz bearbeitende Gewerbe wie die Sägeindustrie und Holzwerkstoffindustrie,
  • Holz verarbeitendes Gewerbe wie Möbelindustrie. Holzpackmittelindustrie, industrielles Holzbauwesen
  • Holz im Baugewerbe wie Zimmerer, Bautischlerei und –schlosserei, Parkettlegerei, Holzfertigbau
  • Papiergewerbe: die Zellstoff- und Papierproduktion, die Papierverarbeitung
  • das Verlags- und Druckereigewerbe sowie
  • den Holzhandel mit Roh- und Schnittholz, Großhandel mit sonstigen Holzhalbwaren

Schwerpunkte der Holzwirtschaft in Nordrhein-Westfalen liegen im Sauerland mit der Sägeindustrie. In Ostwestfalen bildet die Möbelindustrie einen Schwerpunkt. Vor allem entlang der Flüsse Ruhr, Lippe, Rur und Rhein finden sich die Werke der Papierindustrie. Die Sägeindustrie in NRW verarbeitete im Jahr 2013 2,3 Millionen Festmeter an Laub- und Nadelrundholz zu Schnitthölzern. Die Holzwerkstoffindustrie in NRW produzierte aus 5,9 Millionen Festmeter etwa 3,8 Millionen Kubikmeter vor allem Platten.

Der Holzbedarf der Papierindustrie beträgt etwa eine Million Festmeter. Der wichtigste Rohstoff der Papierindustrie ist das Altpapier mit einer Einsatzmenge von 2,35 Millionen Tonnen. Bezogen auf die Produktion werden mehr als 70 % des Papiers aus Altpapier hergestellt. Darüber hinaus werden 900.000 Tonnen Zellstoff  aus dem Ausland zugekauft, da Zellstoff nicht in NRW hergestellt werden kann.

Holz im Sägewerk. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Sägewerke sind Teil des Clusters Forst und Holz. (Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz)

Die Landescluster Wald und Holz NRW

Das im Jahr 2012 in Trägerschaft des Landesbeirates Holz NRW e. V. neu gegründete Landesclustermanagement Wald und Holz NRW (LCM) verfolgt das Ziel, das Netzwerk der Wertschöpfungskette Wald und Holz durch eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des wichtigen Rohstoffes Holz zu fördern. Auf regionaler Ebene wurden landesweit weitere Clusterinitiativen eingerichtet, die Unternehmen und Forschungseinrichtungen vernetzen wollen. Die Cluster helfen den Unternehmen dabei, Produkte gemeinsam zu entwickeln, Unternehmensabläufe zu optimieren oder ihre Marktposition zu verbessern. Die Clusterzentren in Nettersheim und Olsberg sind Anlaufpunkte für Beratung, Information und fachlichen Meinungsaustausch.

Die Clusterstrategie für die Holzwirtschaft wird eingebunden in die derzeit erarbeitete Umwelt- und Wirtschafsstrategie der Landesregierung.


Förderung der Holzwirtschaft

Holzwirtschaftliche Förderungen nach der Richtlinie Holz 2015 oder auch dem PIUS Check werden vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW bewilligt. Ziel dieser Förderprogramme ist die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Holz be- und -verarbeitenden Unternehmen. Hiermit verbunden ist das Ziel der Steigerung der Holzverwendung und die damit verbundene Sicherung und Neuschaffung von Arbeitsplätzen, die neue Einkommenschancen auch im ländlichen Raum ermöglichen.

Weitere Informationen:


Holzmöbel und –spielzeug im Kinderzimmer

Holzprodukte und -verwendung

Der Holzverbrauch in Deutschland beträgt derzeit jährlich etwa 1,36 Kubikmeter pro Kopf. Die "Waldstrategie 2020" der Bundesregierung fordert unter anderem, die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zur Substitution energieintensiver Materialien mit nachteiliger Öko- und CO2-Bilanz zu fördern. Auch das Land Nordrhein-Westfalen fördert die vielfältigen Verwendungsarten des nachhaltigen Rohstoffs.

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Bau einer Flüchtlingsunterkunft in Holzbauweise in Münster Foto: Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Flüchtlingsunterkünfte aus Holz

Die anhaltende Zuwanderung schutzsuchender Menschen stellt auch NRW und seine Kommunen vor große Herausforderungen bei der menschenwürdigen Unterbringung. Das NRW-Umweltministerium fördert durch einen Beratungsservice und ein neues Web-Portal als zentrale Anlaufstelle für Kommunen, Investoren und private Bauträger jetzt die Errichtung von Unterkünften in Holzbauweise, die wesentlich schneller errichtet werden können als herkömmliche Gebäude.

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