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Westwall

Rückzugsraum für bedrohte Arten: Bunkeranlagen
am Westwall! (Bild: W. Wegener)Lebensraum Westwall: Aus Bunkern werden „Wildnisinseln“
Das ehemalige Verteidigungssystem des Westwalls berührt in Nordrhein-Westfalen die Kreise Kleve, Viersen, Düren, Euskirchen und Heinsberg sowie die Städteregion Aachen. Die meisten Anlagen wurden unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg gesprengt. Als Mahnmale und Zeugen einer menschenverachtenden Expansionspolitik besitzen die Bunkeranlagen des Westwalls Denkmalwert.
Dass den Überresten- des ehemaligen Verteidigungssystems des Westwalls auch eine hohe Bedeutung für den Natur- und Artenschutz - insbesondere für gesetzlich geschützte Arten - zukommt, ist weitgehend unbekannt. Doch die ungestörte Entwicklung hat „Wildnisinseln“ entstehen lassen, die in vielen Bereichen als Ersatzlebensräume mit hoher Strukturvielfalt den Mangel an natürlichen Felsen und Höhlen - zumindest teilweise – zu kompensieren vermögen.
Hintergrund: Verfahren zu Erfassung und Bewertung des Naturschutz- und Denkmalwertes von Bunkeranlagen
Bauliche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, aber auch intensive touristische Nutzungen und illegales Betreten der Bunkeranlagen (z.B. Geocaching) können die Bunkeranlagen als Denkmäler und störungsfreien Lebensraum für gefährdete Arten beeinträchtigen.
Aus der Verantwortung für den Erhalt der Bunker als Fortpflanzungs- und Ruhestätten geschützter Arten und wegen des Denkmalwertes ergibt sich Handlungsbedarf, wenn Maßnahmen zur Gefahrenabwehr erforderlich werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat deshalb in Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium ein „Verfahren zu Erfassung und Bewertung des Naturschutz- und Denkmalwertes von
Bunkeranlagen bei deren Sicherung zur Gefahrenabwehr durch das Bundesfinanzministerium“ entwickelt. Das für diesen besonderen Zweck entwickelte Verfahren ist grundsätzlich auch für andere gutachterliche Bewertungen und Stellungnahmen im Zusammenhang mit der Ermittlung des Naturschutzwertes von Bunkeranlagen geeignet.
Weitere Informationen:

Fransenfledermaus (Bild: H. Vierhaus)Wohnstätte für Fledermaus, Wildkatze und Co.
Aspekte wie Baumartenvielfalt, Wuchsformen, Totholz und kleinräumiger Wechsel von Wasserstellen und trockenwarmen Standorten begünstigen die Artenvielfalt.
Als punktuelle Trittsteine und lineare Korridore übernehmen die Bunkeranlagen und die Westwallanlage in ihrer Gesamtheit eine wichtige Funktion im Biotopverbund.
Vorkommen geschützter Arten, wie Fledermaus und Wildkatze, belegen den besonderen Naturschutzwert.
