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Jagdpachtverträge

Muster-Jagdpachtvertrag für Waldreviere oder Reviere mit hohem Waldanteil in Nordrhein-Westfalen

Die Diskussion auf dem 9. Briloner Waldsymposium am 30. Juni 2011 hat deutlich gemacht, dass es der Eigenverantwortung der Inhaber des Jagdrechts obliegt, die Zielsetzung der Jagd zu definieren. Eigenjagdbesitzer/Jagdgenossenschaften und Jagdpächter müssen in die Lage versetzt werden, Wald-Wild-Konflikte - soweit wie möglich - selbstständig und eigenverantwortlich zu lösen. Das jagdbehördliche Handeln soll eher subsidiären Charakter haben. Gleichwohl ist es weiterhin notwendig, bedarf aber einer effektiveren Ausgestaltung in einem ökologischen Landesjagdgesetz.

Die Verpächter müssen ihre zivilrechtlichen Möglichkeiten durch Gestaltung der Jagdpachtverträge und Durchsetzung vertraglich vereinbarter Sanktionen ausschöpfen.

Jagdpachtverträge für Waldreviere sollten daher folgende Regelungen enthalten:

  • Festlegung der waldbaulichen Ziele des Verpächters
  • Verpächter und Pächter führen jährliche Waldbegänge durch
  • Absprache der Maßnahmen zur Vermeidung von Wildschäden
  • Vertragspartner vereinbaren die notwendigen Abschüsse
  • Option für den "Körperlichen Nachweis" des erlegten Schalenwildes
  • Vertragliche Regelungen zur Fütterung
  • Geltendmachung der tatsächlichen Wildschäden statt einer kontraproduktiven Wildschadenspauschale oder der (anteiligen) Erstattung der Kosten für Verbiss- und Schälschutz
  • Erfüllung der vereinbarten/festgesetzten Abschüsse ggf. durch Beauftragte des Verpächters
  • Sanktionen bei Vertragsverletzungen, insbesondere bei Nichterfüllung der vereinbarten/festgesetzten Abschüsse.

Unter dieser Prämisse hat das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen einen "Muster-Jagdpachtvertrag für Waldreviere oder Reviere mit hohem Waldanteil" erarbeitet. Damit wird auch der Forderung des gemeinsamen Gutachtens "Der Wald-Wild-Konflikt" (2010) des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR), des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) entsprochen.

PDF - Link öffnet in neuem Fenster Mustervertrag herunterladen (PDF, 89 KB)

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