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Nationalpark Eifel

Obersee im Nationalpark Eifel. Foto: Michael Usadel

Von der Küste bis zu den Alpen: Bundesweit schützen 15 Nationalparke einige der wertvollsten und schönsten Naturlandschaften Deutschlands. Anfang 2004 hat das Land Nordrhein-Westfalen den 110 Quadratkilometer großen Nationalpark Eifel eingerichtet. In dem Schutzgebiet lautet das Motto auf großer Fläche „Natur Natur sein lassen“. Nach und nach entsteht wieder wilde und ungelenkte Natur.


Rotbuche, Wildkatze & Co.

Gegründet wurde der Nationalpark Eifel insbesondere zum Schutz der heimischen Rotbuchen-Wälder. Davon hat eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten große Vorteile. Je nach Licht, Temperatur, Nährstoff- und Wasserversorgung prägen auch Eichen, Ahorn, Erlen oder Weiden die natürlichen Waldgesellschaften.

Forscher konnten im Nationalpark Eifel bereits mehr als 7.800 Arten nachweisen. Davon gelten rund 1.820 Arten als gefährdet. In den alten Buchen bauen Schwarzspechte ihre Höhlen. Der Mittelspecht nutzt besonders gerne die Eichenwälder als Lebensraum. Millionen wilder Narzissen verwandeln die Talwiesen im Süden des Nationalparks jedes Frühjahr in ein Meer aus gelben Blüten. Im Sommer wachsen auf den Wiesen duftende Wildkräuter. Ein besonderes akustisches Erlebnis bietet der Herbst. Mit etwas Glück ist dann bei Wanderungen der imposante Ruf des Rothirsches zu hören. Auf leisen Pfoten dagegen schleichen Wildkatzen durch die Dämmerung. Spuren im Schnee verraten im Winter die Anwesenheit der „Eifeltiger“.


Entwicklungsnationalpark

Der Nationalpark Eifel gehört zu den sogenannten Entwicklungsnationalparken. Denn vorübergehend unterstützt die Nationalparkverwaltung noch in ausgewählten Bereichen die Ausbreitung der heimischen Laubwälder und die Entwicklung naturnaher Lebensräume. Hierzu werden Bachläufe renaturiert oder auch Nadelbäume entnommen, die im Nationalpark nicht heimisch sind. Spätestens 30 Jahre nach Gründung des Nationalparks wird der Anteil der sogenannten Prozessschutzflächen, auf denen die natürlichen Vorgänge ungelenkt ablaufen, mindestens 75 Prozent des Nationalparks ausmachen. Langfristig wird auf 87 Prozent der Fläche eine natürliche Entwicklung stattfinden. Damit übertrifft der Nationalpark deutlich die Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes und die internationalen Empfehlungen. Pflegende Maßnahmen werden dann nur noch in speziell ausgewiesenen Managementzonen durchgeführt - zum Beispiel zum Erhalt der Narzissenwiesen im Süden des Nationalparks.  


Den Nationalpark erleben

Ein markiertes Wander-, Rad-, Reitwege- und Loipennetz macht den Nationalpark für Besucherinnen und Besucher erlebbar. Erster Anlaufpunkt sollte eines der Nationalpark-Tore in Schleiden-Gemünd, Simmerath-Rurberg, Heimbach, Monschau-Höfen oder Nideggen sein. Diese Informationshäuser kombinieren touristische Servicestellen mit Ausstellungen zu der Tier- und Pflanzenwelt des Schutzgebietes. Informationen zum Nationalpark und seinen Angeboten gibt es zudem in den Nationalpark-Infopunkten rund um das Schutzgebiet.

Einen spirituellen und meditativen Zugang zur Natur ermöglicht der rund drei Kilometer lange Schöpfungspfad „Dem Leben auf der Spur“. Eine wahre Herausforderung dagegen ist der Wildnis-Trail. Dieser Wanderweg führt in vier Tagesetappen einmal durch das Schutzgebiet. Dabei macht der Wildnis-Trail die verschiedenen Landschaften und Lebensräume des Nationalparks erlebbar: Die Narzissen-Wiesen und Nadelwälder im Süden des Gebiets, die Seen- und Flusslandschaften im Herzen des Nationalparks, das weite Grasland des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang und die naturnahen Laubwälder im Norden des Schutzgebietes.


Barrierefreie Angebote

Das Nationalparkforstamt Eifel hat sich das Ziel gesetzt, den Nationalpark barrierefrei erlebbar zu machen. Gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern werden bereits verschiedene Führungen, Ausstellungen und umweltpädagogische Programme für Menschen mit und ohne Behinderungen angeboten. Der barrierefreie Natur-Erlebnisraum „Wilder Kermeter“ bietet darüber hinaus ein attraktives Wanderwegenetz und einen Naturerkundungspfad mit interaktiven Stationen.


Organisierte Veranstaltungen

Mehrmals wöchentlich bieten Ranger geführte Wandertouren an. Gruppen können bei der Nationalparkverwaltung gegen eine Aufwandsentschädigung individuelle Touren mit zertifizierten Waldführerinnen und Waldführern buchen. Für Kinder und Eltern werden spezielle Familientage mit kleinen Wanderungen und bunten Mitmach-Programmen angeboten. Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen können zudem an speziellen Umweltbildungsprogrammen teilnehmen.


Die Region erkunden

Ausflüge in den Nationalpark Eifel lassen sich gut mit einem Abstecher in die Nationalpark-Orte im Umfeld des Schutzgebietes kombinieren. Zahlreiche Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe der Region haben an einer Zertifizierung zu „Nationalpark-Gastgebern“ teilgenommen. Einige der Betriebe verfügen auch über geprüfte barrierefreie Angebote.