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Nationalparke

Auch das gehört zu Nordrhein-Westfalen: Neue Urwälder
wachsen heran. (Bild: Landesbetrieb Wald und Holz NRW)Nationalparke in Nordrhein-Westfalen
Bundesweit schützen 14 Nationalparke einige der wertvollsten Naturlandschaften Deutschlands. Das Land Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2004 als ersten Nationalpark den Nationalpark Eifel eingerichtet. Planungen bestehen weiterhin für die Senne und den Teutoburger Wald.
Laut Bundesnaturschutzgesetz (§ 24) haben Nationalparke zum Ziel, in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets - also auf mehr als 50 Prozent der Fläche - den möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik zu gewährleisten.
Hierzu werden sogenannte Prozessschutzzonen ausgewiesen, in denen nach und nach wieder Naturwälder entstehen. Zahlreiche Arten unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt sind gerade auf solche Wälder mit natürlicher Alterungs- und Verjüngungsdynamik sowie nutzungsfreie Ruheräume angewiesen. Derzeit existieren rechtlich gesicherte Wildnisflächen in Deutschland auf weniger als 1 Prozent der Landfläche. Soweit es der Schutzzweck erlaubt, sollen Nationalparke auch der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung dienen.
Hintergrund: Entwicklungsnationalparke
Entwicklungsnationalparke berücksichtigen die Tatsache, dass die natürlichen Lebensräume in Deutschland in den vergangenen Jahrhunderten teilweise stark durch den Menschen geprägt wurden. Gemäß § 24 Bundesnaturschutzgesetz müssen Nationalparke sich daher bei der Ausweisung nicht bereits zwingend in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden. Vielmehr reicht es aus, wenn potenzielle Nationalparke auf dem überwiegenden Teil ihres Gebietes dazu geeignet sind, sich in einen Zustand zu entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden, der einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge gewährleistet.
Hierzu sind in einem Zeitraum von bis zu 30 Jahren nach Gründung eines Nationalparks noch Maßnahmen zur Förderung der Naturnähe möglich.
Wie die meisten bestehenden Nationalparke in Deutschland befindet sich der seit dem Jahr 2004 bestehende Nationalpark Eifel noch in der Phase eines Entwicklungsnationalparks.

Blick vom Aussichtspunkt Hirschley auf die Wälder des
Nationalparks Eifel und den angrenzenden Rursee.
(Bild: R. Cornesse)Der Nationalpark Eifel
Anfang 2004 hat das Land Nordrhein-Westfalen den 110 Quadratkilometer großen Nationalpark Eifel eingerichtet. Unter dem Motto „Natur Natur sein lassen“ verzichtet der Mensch in dem Schutzgebiet auf wirtschaftliche Nutzungen. Nach und nach entsteht wieder wilde und ungelenkte Natur. Gegründet wurde der Nationalpark Eifel zum Schutz der heimischen Rotbuchen-Wälder. Davon profitiert eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Je nach Licht, Temperatur, Nährstoff- und Wasserversorgung prägen auch Eichen, Ahorn, Erlen oder Weiden die natürlichen Waldgesellschaften. Wo alte Bäume langsam absterben und zusammenbrechen, entsteht die nächste Waldgeneration – ohne dass der Mensch sie steuert. Für Besucherinnen und Besucher ein vielleicht ungewohntes Bild, für die Natur ein Eldorado. In den Wäldern des Nationalparks wurden bereits über 1.300 Käferarten nachgewiesen.
Weitere Informationen:
Nationalpark Eifel

Die Lebensräume in der Senne gehören zu den vielfältigsten
und ökologisch wertvollsten in Nordrhein-Westfalen.
(Bild: Jan Preller)Ein Nationalpark für Ostwestfalen-Lippe
Basierend auf der Koalitionsvereinbarung 2010-2015 hat die Landesregierung die Einrichtung eines Nationalparks in Ostwestfalen-Lippe erneut angestoßen. Die Planungen umfassen zwei Projekte: Den Bereich des von den britischen Streitkräften genutzten Truppenübungsplatzes Senne und die Wälder im Bereich Teutoburger Wald-Eggegebirge. Mit dem Nationalparkprojekt Senne knüpft die Landesregierung an entsprechende Landtagsbeschlüsse aus den Jahren 1991 und 2005 an. Für das Projekt „Teutoburger Wald“ setzt sich der Kreis Lippe bereits seit mehreren Jahren ein. Der Kreis Lippe wird bei der Entwicklung dieses Projekts von der Landesregierung unterstützt.
Weitere Informationen:
Nationalpark-Planungen Senne und Teutoburger Wald
