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Nationalpark Eifel

Biologische Vielfalt und sanfter Tourismus im Nationalpark
Eifel (Bild: M. Wetzel)Der Nationalpark Eifel
Anfang 2004 hat das Land Nordrhein-Westfalen den 110 Quadratkilometer großen Nationalpark Eifel eingerichtet. Unter dem Motto "Natur Natur sein lassen" verzichtet der Mensch in dem Schutzgebiet auf wirtschaftliche Nutzung. Nach und nach entsteht wieder wilde und ungelenkte Natur.
Gegründet wurde der Nationalpark Eifel zum Schutz der heimischen Rotbuchen-Wälder. Davon profitiert eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Je nach Licht, Temperatur, Nährstoff- und Wasserversorgung prägen auch Eichen, Ahorn, Erlen oder Weiden die natürlichen Waldgesellschaften. Wo alte Bäume langsam absterben und zusammenbrechen, entsteht die nächste Waldgeneration – ohne dass der Mensch sie steuert. Für Besucherinnen und Besucher ein vielleicht ungewohntes Bild, für die Natur ein Eldorado. In den Wäldern des Nationalparks wurden bereits über 1.300 Käferarten nachgewiesen.
Der Nationalpark Eifel gehört zu den sogenannten Entwicklungsnationalparken. Denn vorübergehend unterstützt die Nationalparkverwaltung noch in ausgewählten Bereichen die Ausbreitung der heimischen Laubwälder und die Entwicklung naturnaher Lebensräume. Hierzu werden Bachläufe renaturiert oder auch Nadelbäume, die im Nationalpark nicht heimisch sind, entnommen. Spätestens 30 Jahre nach Gründung des Nationalparks wird der Anteil der sogenannten Prozessschutzflächen, auf denen die natürlichen Vorgänge ungelenkt ablaufen, mindestens 75 Prozent des Nationalparks ausmachen. Damit erfüllt der Nationalpark Eifel über die gesetzlichen Vorgaben hinaus auch die entsprechenden internationalen Empfehlungen. Pflegende Maßnahmen werden langfristig nur noch in speziell ausgewiesenen Managementzonen durchgeführt. Hierzu zählt zum Beispiel das Mähen ausgewählter Wiesen im Süden des Nationalparks. Dies ist erforderlich, um das dortige Vorkommen der Gelben Wildnarzisse zu erhalten.
Den Nationalpark erleben – Auf eigene Faust oder an der Seite von Rangern, Waldführerinnen und Waldführern
Ein markiertes Wander-, Rad-, Reitwege- und Loipennetz macht den Nationalpark für Besucherinnen und Besucher erlebbar. Erster Anlaufpunkt sollte eines der Nationalpark-Tore in Schleiden-Gemünd, Simmerath-Rurberg, Heimbach, Monschau-Höfen oder Nideggen sein. Diese Informationshäuser kombinieren touristische Servicestellen mit Ausstellungen zu der Tier- und Pflanzenwelt des Schutzgebietes. Informationen zum Nationalpark und seinen Angeboten gibt es zudem in den Nationalpark-Infopunkten rund um das Schutzgebiet. Einen spirituellen und meditativen Zugang zur Natur ermöglicht der rund drei Kilometer lange Schöpfungspfad "Dem Leben auf der Spur" mit Zitaten aus der Literatur und der Bibel. Eine wahre Herausforderung dagegen ist der Wildnis-Trail. Dieser Wanderweg führt in vier Tagesetappen mit Längen von 18 bis 25 Kilometern einmal quer durch das Schutzgebiet. Dabei macht der Wildnis-Trail sämtliche Landschaften und Lebensräume des Nationalparks erlebbar: Die Narzissen-Wiesen und Nadelwälder im Süden des Gebiets, die Seen- und Flusslandschaften im Herzen des Nationalparks, das weite Grasland des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang und die naturnahen Laubwälder im Norden des Schutzgebietes.
Mehrmals wöchentlich bieten die Ranger des Nationalparks geführte Wandertouren an. Gruppen können bei der Nationalparkverwaltung gegen eine Aufwandsentschädigung individuelle Touren mit zertifizierten Waldführerinnen und Waldführern buchen.
Für Kinder und Eltern werden spezielle Familientage mit kleinen Wanderungen und bunten Mitmach-Programmen angeboten. Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen können zudem an speziellen Umweltbildungsprogrammen teilnehmen.
Das Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat sich das Ziel gesetzt, den Nationalpark barrierefrei erlebbar zu machen. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern werden bereits verschiedene Führungen, Ausstellungen und umweltpädagogische Programme für Menschen mit und ohne Behinderungen angeboten. 2011 wurde zwischen Rur- und Urftsee zudem der barrierefreie Natur-Erlebnisraum "Wilder Kermeter" mit Wanderwegen, Aussichtspunkten sowie barrierefreiem Leit- und Informationssystem eröffnet. Ausflüge in den Nationalpark Eifel lassen sich gut mit einem Abstecher in die Nationalpark-Orte im Umfeld des Schutzgebietes kombinieren. Zahlreiche Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe der Region haben an einer Qualifizierung zu "Nationalpark-Gastgebern" teilgenommen. Einige Betriebe verfügen zudem über barrierefreie Angebote.
Termine und Veranstaltungen:

Eine heimliche Bewohnerin des Nationalparks: Die Wildkatze
(Bild: H.-J. Langhoff)Wildkatze & Co.
Über 5.300 Tier- und Pflanzenarten wurden im Nationalpark Eifel schon nachgewiesen, darunter rund 1.200 gefährdete Arten. In den alten Buchen des Nationalparks bauen Schwarzspechte ihre Höhlen. Der Mittelspecht dagegen nutzt besonders gerne die Eichenwälder des Großschutzgebietes als Lebensraum. Millionen wilder Narzissen verwandeln die Talwiesen im Süden des Nationalparks jedes Frühjahr in ein Meer aus gelben Blüten. Im Sommer wachsen auf den Wiesen duftende Wildkräuter. Ein besonderes akustisches Erlebnis bietet der Herbst. Mit etwas Glück ist dann bei Wanderungen der imposante Ruf des Rothirsches zu hören. Auf leisen Pfoten dagegen schleichen Wildkatzen durch die Dämmerung. Spuren im Schnee verraten im Winter die Anwesenheit der "Eifeltiger“.

Weiterführende Informationen zum Thema:
Nationalparkforstamt Eifel: Ausführliche Informationen rund um den Nationalpark sowie aktuelle Termine und Informationen
Fördervereins Nationalpark Eifel: Informationen für Bürgerinnen und Bürger, die sich für Nordrhein-Westfalens ersten Nationalpark engagieren wollen
Europarc Deutschland, Dachverband der Nationalparke, UNESCO-Biosphärenreservate und Naturparke in Deutschland: Übersicht über die verschiedenen Großschutzgebiete
Kontakt
Der Veranstaltungskalender und weiteres Informationsmaterial sind auch erhältlich beim
Nationalparkforstamt Eifel
Urftseestraße 34
53937 Schleiden-Gemünd
Tel.: 02444.95100
Fax: 02444.951085
E-Mail:
info@nationalpark-eifel.de
