Zum Inhalt springen

umwelt.nrw

Hauptinhalt

Flüchtlingsunterkünfte aus Holz

Bau einer Flüchtlingsunterkunft in Holzbauweise in Münster Foto: Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Die anhaltende Zuwanderung schutzsuchender Menschen stellt auch NRW und seine Kommunen vor große Herausforderungen bei der menschenwürdigen Unterbringung. Das NRW-Umweltministerium fördert durch einen Beratungsservice und ein neues Web-Portal als zentrale Anlaufstelle für Kommunen, Investoren und private Bauträger jetzt die Errichtung von Unterkünften in Holzbauweise, die wesentlich schneller errichtet werden können als herkömmliche Gebäude.


Beratungsangebot für Kommunen und private Bauträger

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium unterstützt die Städte, Gemeinden, Kreise, Bezirksregierungen und nicht zuletzt private Bauträger, die die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften in die Hand nehmen wollen, durch einen neuen Beratungsservice für den schnellen und effizienten Bau von Unterkünften und Wohnraum aus Holz. Das Beratungsangebot des Landesbetriebs Wald und Holz NRW stößt bei diesen öffentlichen Einrichtungen und den bauausführenden Unternehmen auf großes Interesse: Erste Städte haben sich bereits dazu entschlossen, zusammen mit heimischen Holzbauunternehmen Flüchtlingsunterkünfte zu bauen.

Holzbaumodule sind ein Beitrag zur Lösung der Unterbringungsprobleme, da diese bedingt durch die Modulbauweise leicht erweiterbar sind. Auch das Baurecht setzt hier keine Grenzen, da bis zu dreigeschossige Holzbauten nach der Landesbauordnung ohnehin möglich sind. Bis zu fünfgeschossige Holzbauten können im Wege einer Abweichungsgenehmigung der Baubehörden errichtet werden.

Die Möglichkeiten, durch standardisierte und modular aufgebaute Holzbauten Flüchtlingsunterkünfte zu errichten, waren in den letzten Wochen durch das NRW-Umweltministerium und den Landesbetrieb Wald und Holz NRW geprüft worden. Auch die erforderlichen Produktionskapazitäten sind nach Gesprächen mit der Holzwirtschaft vorhanden.


Holzbauten relativ leicht zu realisieren

Holzbauten sind relativ schnell zu realisieren. Kleinere Objekte können inklusive der Planungs- und Genehmigungsphase innerhalb von 2 bis 3 Monaten errichtet werden, größere, bis zu dreistöckige Bauten innerhalb von 5 bis 6 Monaten. Die großen Vorteile von Holzbauten im Vergleich zu Containern oder Zelten liegen zum einen in den niedrigere Folgekosten, etwa bei der Heizung, zum anderen in der flexiblen Weiternutzung: Holzbauten können flexibel erweitert, verkleinert oder gar für andere Nutzungen umgebaut werden, etwa für Wohnheime für Studentinnen und Studenten oder als Kindergarten.


Web-Portal, Hotline und Holzbau-Fachberatung

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat ein Webportal als zentrale Anlaufstelle für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in den Kreisen, Städten und Gemeinden, bei den Bezirksregierungen sowie für private Investorinnen und Investoren eingerichtet, die Holzbauten für Flüchtlinge realisieren wollen. Es stellt Fachinformationen zum Beispiel zu unterschiedlichen Holzbaulösungen, zur Qualitätssicherung im Holzbau oder zum Brandschutz bereit. Im Rahmen des digitalen Bieterverzeichnisses des Webportals können zudem Holzbauunternehmen sowie Planer und Projektentwickler Ihre Konzepte vorstellen. Öffentliche und private Bauinteressenten können über das Webportal online geeignete und innerhalb der Datenbank gelistete Unternehmen kontaktieren. Die Herstellung von Kontakten auf Basis des Bieterverzeichnisses soll die schnelle und effiziente Umsetzung von Bauvorhaben zur Unterbringung von Flüchtlingen unterstützen.

Als weiteres Serviceangebot hat der Landesbetrieb eine Hotline eingerichtet. Erfahrene Holzbau-Fachberater können telephonisch oder online kontaktiert werden. Die Fachberatung Holzbau steht öffentlichen und privaten Bauherren für alle Fragen zur Realisierung von Planungs- und Bauaufgaben bei der Schaffung von Wohnunterkünften für Flüchtlinge und im Bereich des sozialen Wohnungsbaus zur Verfügung.

Weitere Informationen: