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Forstpolitik

Gerückte Buchenstämme bereit zum Abtransport. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Die Forstpolitik in NRW umfasst gesellschaftliche Interessenkonflikte und Handlungsprozesse, in deren Mittelpunkt der Wald steht. Hierbei gilt es Ausgleiche zwischen den Eigentümerinteressen, den Erholungsansprüchen von fast 18 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern und den vielfältigen Funktionen des Waldes zu schaffen. Das Land wird hierzu als Gesetzgeber, Beratungsinstitution über seine Landesforstverwaltung und Fördermittelgeber tätig.


Strukturen und Funktionen des Waldes in NRW

Im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen werden an den Wald seitens der Bevölkerung vielfältige Ansprüche gestellt. Das Landesforstrecht gewährleistet den freien Zutritt zu Wäldern und sichert damit allen Bürgerinnen und Bürgern die wichtige Funktion der stillen Erholung in naturnahen Ökosystemen. Dies ist in unserer heutigen urbanen Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Die aus der Multifunktionalität des Waldes resultierenden Nutzungs-Zielkonflikte gilt es angemessen zu adressieren und nach Lösungen zu suchen, die einen Ausgleich zwischen den Ansprüchen des Waldbesitzes, des Naturschutzes und einer erholungs- und erlebnisorientierten Bevölkerung herstellen.

Es ist das Ziel einer zeitgemäßen Forstpolitik, diese multifunktionalen Leistungen zum Nutzen gegenwärtiger und zukünftiger Generationen nachhaltig zu gewährleisten. Zukünftig weiter steigende Ansprüche und Wechselwirkungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen werden in regional unterschiedlicher Ausprägung immer wieder zu Zielkonflikten führen. Hier gilt es Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die regional und lokal angewandt werden können. In einem Land wie Nordrhein-Westfalen mit dem höchsten Privatwaldanteil Deutschlands kann dies nur unter Berücksichtigung der vielfältigen Eigentumsinteressen und der Mitwirkung der Eigentümerinnen und Eigentümer erfolgen.

Die Waldfunktionen sind in Abhängigkeit zahlreicher Einflussfaktoren regional und lokal unterschiedlich ausgeprägt. In Bezug auf die waldbaulichen Ziele kommt stets der Wille der Eigentümerinnen und Eigentümer zum Tragen, bei ca. 152.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern führt dies zu unterschiedlichen waldbaulichen Verhältnissen.

Diese Vielfalt kann - je nach Betrachtungsweise - als Stärke oder als Schwäche des Waldzustandes in Nordrhein-Westfalen interpretiert werden. Die auf diesen Flächen lastenden Zielkonflikte zwischen wirtschaftlichen Erwartungen, gesellschaftlichen Ansprüchen und Naturschutzvorgaben gilt es zu minimieren oder zu lösen. Partizipation und vertragliche Vereinbarungen auf Augenhöhe sind wichtige Bausteine.

Die Fachpolitik hat die Aufgabe, einen Ausgleich zwischen den gemeinwohlorientierten Leistungen und den Interessen und Rechten des Eigentums herbeizuführen, z.B. durch entsprechende Beratung durch Fachleute, Gewährung von Förder- und/oder Ausgleichsmitteln, aber auch durch einen klaren rechtlichen Rahmen. Eine fachkundige Betreuung des Waldes, ob durch kundige Waldbesitzer selbst oder durch qualifizierte Forstleute, stellt dabei die ordnungsgemäße und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder im Interesse von Eigentum und Gesellschaft sicher. Forstpolitik muss sich darüber hinaus zunehmend mit anderen Politikbereichen wie z.B. Naturschutzpolitik, Arten- und Bodenschutzrecht, aber auch mit dem Planungsrecht auf den verschiedensten Ebenen auseinandersetzen und abstimmen.

Der rechtliche Rahmen ist wesentlich, um den Erhalt der Wälder als Flächennutzungskategorie mit vielfältigen wichtigen Funktionen zu postulieren und ihrer Inanspruchnahme enge Grenzen zu setzen.


Gegen Übersäuerung wird Waldboden auch aus der Luft mit Kalk versorgt. Foto: LB Wald und Holz/Bidder

Förderung der Forstwirtschaft

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Forstwirtschaft insbesondere wegen ihrer Wohlfahrtswirkungen und volkswirtschaftlichen Bedeutung. Dabei stehen Maßnahmen der Strukturverbesserung im Vordergrund. Für die privaten und kommunalen Waldbesitzenden sowie die forstlichen Zusammenschlüsse gibt es eine Vielzahl von Förderangeboten. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW informiert über die einschlägigen Richtlinien und berät bei der Antragstellung.

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Wald

Forstliche Betreuung

Waldbesitzende ohne forstliche Fachkenntnisse sind auf eine sachkundige Betreuung angewiesen. Diese bietet der Landesbetrieb Wald und Holz NRW als kostenpflichtige Dienstleistung an. Für forstliche Zusammenschlüsse übernimmt er in der Regel zurzeit noch die forstliche Betreuung und die Holzvermarktung. Zahlreiche kleinere Kommunen, die Mitglieder in forstlichen Zusammenschlüssen sind, werden so ebenfalls vom Landesbetrieb forstlich betreut.

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Wald in der Stadt Gelsenkirchen.

Urbane Waldnutzung

Die Bevölkerung Nordrhein-Westfalens lebt zu mehr als 70% in den Städten. Menschen in Stadtregionen und Ballungsräumen suchen oft in der Natur Ausgleich und Erholung. Wälder in der Stadt kommen daher dem Wunsch vieler Menschen nach Naturerlebnis und Erholung im Grünen entgegen. Auch für den Naturschutz sowie für die Umweltbildung spielen urbane Wälder eine große Rolle. NRW unterstützt die Entwicklung von Konzepten urbaner Waldnutzung.

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Buchenwald. Foto: Jan Preller / Landesbetrieb Wald und Holz

Regionalplanungsprozesse

Wälder benötigen für ihre Entwicklung lange Zeiträume, oft mehr als 100 Jahre. Aufgrund ihrer hohen Bedeutung für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft, für die sie vielfältige Funktionen erbringen, ist ihre Erhaltung in dieser langfristigen Perspektive ein zentrales Anliegen des Gesetzgebers. Die nachhaltige Sicherung und Entwicklung von Waldflächen hat daher auch in der Raumordnung und Landesplanung einen hohen Stellenwert.

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