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Waldbewirtschaftung

Bewirtschafteter Buchenwald; Foto: MULNV / Thorsten Mrosek

Eine nachhaltige und multifunktionale Waldbewirtschaftung dient der Sicherstellung der vielfältigen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Waldfunktionen. Standortgerechte und naturnahe Mischbestände erhöhen die Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Wälder im Klimawandel. Waldbauliche Empfehlungen und moderne Informationstechnologien unterstützen Forstbetriebe und Waldeigentum bei der Bewirtschaftung.


Waldbau

Die Begründung, Pflege und Ernte von Waldbeständen über waldbauliche und forsttechnische Verfahren ist der Kern der Waldbewirtschaftung. Eine nachhaltige, multifunktionale und naturnahe Waldbewirtschaftung ist Gegenstand forstwissenschaftlicher Empfehlungen und des Forstgesetzes.

Für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg der Forstbetriebe und aus ökologischen Gründen kommt der Entwicklung standortgerechter und naturnaher Mischbestände aus geeignetem Vermehrungsgut eine grundlegende Bedeutung zu. Hierbei stehen heimische Laub- und Nadelbäume im Vordergrund. Bewährte Baumarten wie die Douglasie, die aus anderen Regionen der Erde eingeführt wurden, können das heimische Artenspektrum ergänzen. Insbesondere im Klimawandel sind Standortgerechtigkeit und Mischung der Baumarten besonders wichtig, um die Stabilität und Anpassungsfähigkeit der Wälder zu erhöhen. Auch veränderte Bewirtschaftungsformen wie ein früheres Ernten der Waldbestände können zur Risikominimierung für die Forstbetriebe beitragen.

Die Landesforstverwaltung erstellt derzeit gemeinsam mit Vertretern des Privat- und Kommunalwaldes das "Waldbaukonzept NRW". Das neue Konzept wird standortbezogene Waldentwicklungstypen und waldbauliche Handlungsempfehlungen beinhalten. Eine landesweite forstliche Standortkarte und das Waldinformationssystem NRW werden die praktische Nutzung der waldbaulichen Empfehlungen in Zukunft unterstützen. Beides ist derzeit in Arbeit.

Informationsgrundlagen und Managementinstrumente

Sowohl die Waldbewirtschaftung als auch die Betreuung von Waldnaturschutzgebieten basiert nach den Gesichtspunkten eines zeitgemäßen Waldmanagements auf vielfältigen Informationen und Planungen. Zu den Planungsgrundlagen gehören raumbezogene Informationen zu Waldböden, Klima, Waldbeständen, Wald- und Naturschutzaspekten sowie forstlicher Infrastruktur. Auch langfristige Untersuchungen zu Waldökosystemen fließen in die waldbaulichen Empfehlungen mit ein – so zum Beispiel Ergebnisse des forstlichen Umweltmonitorings sowie die Erkenntnisse zur natürlichen Waldentwicklung in Naturwaldzellen und in Wildnisentwicklungsgebieten.

Als ein Umsetzungsschwerpunkt der Klimaanpassungsstrategie Wald wird derzeit das "Klimadynamische Waldinformationssystem NRW" (KlimaWIS.NRW) entwickelt und schrittweise umgesetzt. Es soll die vielfältigen Informationsgrundlagen miteinander verknüpfen und perspektivisch weitere Planungshilfen anbieten, um die Waldeigentümern und Waldeigentümerinnen bei der Waldbewirtschaftung zu unterstützen.


Habitatstrukturen Alt- und Totholz; Foto: MULNV / Thorsten Mrosek

Habitatstrukturen Alt- und Totholz; Foto: MULNV / Thorsten Mrosek

Integrierter Waldnaturschutz

Neben Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten trägt auch ein integrierter Waldnaturschutz bei der Waldbewirtschaftung zum Erhalt der Biodiversität in Wäldern bei.

Modellhaft wurde dazu im Staatswald des Landes Nordrhein-Westfalen ein Netz von besonders artenreichen Altwaldbeständen ausgewiesen. In diesen "Wildnisentwicklungsgebieten" kann die Natur sich ungestört entwickeln. Außerdem verfolgt das Land NRW dieses Ziel auch mit dem Habitatschutzprogramm "Xylobius" auf den eigenen Flächen. Für den Habitatschutz im Privat- und Kommunalwald bestehen Fördermöglichkeiten. Möglichkeiten zur Verknüpfung von Holznutzung und Habitatschutz bei der Waldbewirtschaftung werden auch im innovativen europäischen Netzwerkprojekt "Integrate" dargestellt, an dem sich die Landesforstverwaltung NRW beteiligt.