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28.11.2016

Naturgefahren können jeden treffen – Vorsorge ist möglich

Umweltminister Remmel und Wirtschaftsminister Duin starten Informationsoffensive zu Elementarschadenversicherungen

Mit einer Informationsoffensive will die Landesregierung auf die Folgen von extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Sturm und Hagel aufmerksam machen. Der Aufruf, sich zu informieren und vorzusorgen, richtet sich besonders an Bürgerinnen und Bürger, mittelständische Un-ternehmen und landwirtschaftliche Betriebe. „Durch den Klimawandel werden Starkregenereignisse wie dieses Frühjahr am Niederrhein und im Rhein-Sieg-Kreis häufiger vorkommen“, sagte Umweltminister Johannes Remmel zum Auftakt. Wirtschaftsminister Garrelt Duin betonte: „Wir können Unwetter zwar nicht verhindern, aber vorsorgen. Dabei sollte man wissen: Für Schäden durch Naturgewalten kommt die Hausrat- oder Wohngebäude-Versicherung nur dann auf, wenn der Zusatzbaustein für Elementarschäden enthalten ist.“

Schwere Starkregenfälle haben im Mai und Juni dieses Jahres in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens zu Überflutungen und steigenden Hochwasserpegeln an Bächen und Flüssen geführt. Es entstanden Schäden in Millionenhöhe an Natur, Straßen, Gebäuden und landwirtschaftlichen Flächen. Nicht in allen Fällen konnten die Betroffenen finanziell entschädigt werden, da der Versicherungsschutz gegen Elementarschäden fehlte.

Die Informationsoffensive haben das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft und der Verbraucherzentrale NRW ins Leben gerufen. Ziel ist, über die Folgen von Naturgefahren und passende Vorsorge zu informieren, etwa bauliche und organisatorische Maßnahmen sowie Versicherungsschutz. Dazu gibt es drei Flyer, die jeweils Privatleute, Gewerbebetriebe und Industrie sowie landwirtschaftliche Betriebe adressieren. Ergänzend dazu wurde die Internetseite www.elementar-versichern.nrw.de eingerichtet. Dort finden sich umfassende Informationen zur Elementarschadenversicherung und weiterführende Links.

Klimawandel

Auch wenn natürlich nicht jedes einzelne Wetterphänomen exakt dem Klimawandel zugeordnet werden kann, zeigen Untersuchungen von Wetter- und Umweltdaten aus den vergangenen 100 Jahren durch das Landesumweltamt (LANUV), dass die Häufigkeit und Intensität von Starkregenereignissen zugenommen hat und noch weiter zunehmen wird. In Zukunft ist nicht nur mit höheren Temperaturen, sondern auch mit mehr Niederschlag zu rechnen.

Hochwasserschutz

Die Landesregierung unterstützt auch Kommunen dabei, die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern. Im Klimaschutzgesetz wurden bereits 2013 Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen sowie zur Anpassung an den Klimawandel in NRW gesetzlich festgelegt. Der Klimaschutzplan, das Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der Ziele, listet unter anderem 20 Maßnahmen zur Verbesserung des Umgangs mit Starkregenereignissen auf. Ein wichtiger Pfeiler ist die Bereitstellung von relevanten Informationen, zum Beispiel durch die landesweite Erstellung von Hochwasserrisikokarten oder in Leitfäden, wie dem Praxisleitfaden "Hochwasser- und Überflutungsschutz". Zusätzlich legt die Landesregierung konkrete Förderprogramme zur Maßnahmenfinanzierung auf, wie beispielsweise das Förderprogramm "Ressourceneffiziente Abwasserbeseitigung" oder die Projektaufrufe "Zukunftsinitiative Wasser in der Stadt von morgen", sowie die aus dem EFRE finanzierten Programme "KommunalerKlimaschutz.NRW" und "GrüneInfrastrukur.NRW". Auch die Novellierung des Landeswassergesetzes ermöglicht durch eine geplante Umlage für Maßnahmen der Niederschlagsbewirtschaftung und -beseitigung eine finanzielle Entlastung der Kommunen.