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08.12.2016
Minister Remmel: "Wir schaffen Transparenz bei Umweltbelastungen vor Ort"

Überarbeitete Internetkarte UvO zeigt Qualität und Belastung von Wasser, Luft und Natur vor der Haustür

NRW schafft Transparenz bei den Umweltbelastungen vor Ort. Am heutigen Donnerstag (8.12.) wurde der Relaunch der Internet-Plattform für Umweltdaten vor Ort (UvO) durch das Umweltministerium vorgestellt: „Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Umweltbelastungen vor ihrer Haustüre liegen. Unsere Internetseite macht transparent, wie die Feinstaubbelastung an einer Straße aussieht, wie die Wasserqualität eines Flusses oder eines Sees ist und was aus dem Schornstein eines Industrieunternehmens oder einer Müllverbrennungsanlage kommt. Dazu haben wir mehr als 100 neue Karten eingespielt und die Anwendung auch für mobile Endgeräte zugänglich gemacht“, sagte Umweltminister Johannes Remmel. „Erst durch diese Daten geben wir den Menschen die Grundlage für eigenverantwortliche Entscheidungen darüber, wo sie wohnen wollen oder ihre Freizeit genießen.“ Mehr als 140 verschiedene Themenkarten können jetzt auf der Internet-Plattform angezeigt werden. Unter anderem sind dies Informationen zu: Industrieemissionen, Luftqualitätswerten, Trinkwasserschutzgebieten, Wasserqualität, Pegelständen, Badegewässern, Niederschlagsdaten, Überschwemmungsbieten, Lärmdaten, Naturschutzgebieten, National- und Naturparken.

„Umweltdaten vor Ort“ wurde im Jahr 2006 gestartet und ist in den letzten Jahren überarbeitet und erweitert worden. Auf den amtlichen Karten und Luftbildern können die Bürgerinnen und Bürger auf Daten zugreifen, die bei NRW-Behörden vorliegen, zum Beispiel beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV NRW) oder bei den Bezirksregierungen. Die Informationen werden laufend aktualisiert. „NRW ist ein Industrieland im Grünen. Wo Industrie, Ballungsräume, Verkehrsadern und Umwelt so eng beieinander liegen, können Probleme entstehen. Wir informieren die Bürgerinnen und Bürger deswegen; wir machen transparent, wo Quellen von Schadstoffen sind. Denn die Menschen haben ein Recht auf ein gesundes Leben. Ohne Transparenz hingegen ist das nicht gewährleistet“, sagte der Minister.

Wie gravierend sich Umweltschadstoffe auf die Bürgerinnen und Bürger auswirken, hat das Ministerium vor einigen Jahren im Rahmen einer umfangreichen Langzeitstudie zur Belastung der Menschen mit Feinstaub dargelegt: Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Sterblichkeitsraten, Wohnen in der Nähe einer Hauptverkehrsstraße und Luftschadstoffbelastung gibt. Für den Anstieg der Sterblichkeit an Lungenkrebs konnte ein statistisch signifikanter Zusammenhang in Verbindung mit Feinstaub beobachtet werden. Für Stickstoffdioxid war der Zusammenhang mit einem Anstieg Todesursache Herz-Kreislauf Erkrankungen am deutlichsten.

Die Internetkarte kann intuitiv bedient werden. Für einen beliebigen Ort in Nordrhein-Westfalen stellt die Anwendung Informationen aus den Themengebieten Natur und Landschaft, Luftreinhaltung, Wasser und Abwasser, Abfall, Lärm und Verbraucherschutz bereit. Die Eingabe einer Adresse genügt und der gesuchte Ort wird in der Karte angezeigt. Dazu werden dann die für den Standort und die Umgebung vorliegenden Informationen in die Karte eingeblendet. Detailinformationen zu jedem Umweltthema können dann über weiterführende Links erreicht werden „Die Internetseite zeigt aber nicht nur Gefahren und Emissionen an. Sie wirbt auch für die Natur, indem sie Naturschutzgebiete, Naturparke oder Biotope anzeigt. Denn wir können die Umwelt nur schützen, wenn wir sie kennen. Und die Internetseite mit den gesammelten Daten der Behörden zeigt sie uns“, so Remmel.

„Umweltdaten vor Ort“ ist ein Bestandteil der Umweltberichterstattung der Landesregierung: Nach dem Umweltinformationsgesetz ist das Land verpflichtet, den Bürgerinnen und Bürgern Informationen über ihre Umwelt zur Verfügung zu stellen. Dieser Aufforderung kommt das Umweltministerium aktiv nach, unter anderem mit dem Umweltbericht NRW, der am 12. Dezember zum vierten Mal vorgelegt wird.