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27.01.2017

Minister Remmel: "Höchster technischer Standard für die Sicherung des Trinkwassers aus der Ruhr"

Programm "Reine Ruhr" für Gewässer- und Trinkwasserschutz auf gutem Weg: Bereits 150 Millionen Euro wurden in Wasserwerke investiert

Die Wasserversorger an der Ruhr haben aufgrund der Vereinbarungen mit der Landesregierung über das Programm „Reine Ruhr“ in den vergangenen Jahren erheblich in die Ertüchtigung ihrer Wasserwerke investiert und so die Gewässer- und Trinkwasserqualität nachhaltig gesichert und verbessert. Rund 150 Millionen Euro von insgesamt veranschlagten 300 Millionen Euro wurden bereits investiert. „Mit dem Programm Reine Ruhr haben wir die Gewässer- und Trinkwasserqualität im Einzugsgebiet der Ruhr und in ganz NRW vorangetrieben und dafür gesorgt, dass dort nach und nach der höchste technische Standard eingesetzt wird“, sagte Umweltminister Johannes Remmel. „Mit dem damit verbundenen vorsorgenden Trinkwasserschutz an der Ruhr leisten wir auch einen beachtlichen Beitrag zu einem effektiven Gesundheitsschutz der rund fünf Millionen Menschen, die ihr Trinkwasser aus der Ruhr beziehen.“

Die Ruhr ist nicht nur eine wichtige Quelle für die Trinkwasserversorgung, sie ist in einem dicht besiedelten Gebiet auch einer Vielzahl weiterer Nutzungen unterworfen. Industrie und Gewerbebetriebe haben sich entlang der Ruhr angesiedelt, zahlreiche Flächen werden von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet. Hinzu kommen die diversen Verkehrsströme, die das Ruhrgebiet durchziehen, wodurch die Wasserqualität der Ruhr immer wieder beeinflusst wird Eine besondere Herausforderung für den Gewässerschutz und die Trinkwasserversorgung ist dabei der Eintrag von Mikroschadstoffen, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmittel, Biozide, Medikamente und Haushaltschemikalien.

2008 hat das Land NRW daher das Programm „Reine Ruhr“ ins Leben gerufen, das sowohl Maßnahmen zur Vermeidung von Mikroschadstoffen, zur Verminderung von Einträgen an der Quelle der Industrieeinleitung sowie die Ertüchtigung kommunaler Kläranlagen und Maßnahmen bei der Trinkwasseraufbereitung beinhaltet. Vorrangiges Ziel ist die Vermeidung von Schadstoffeinträgen an der Quelle. Weil in einer dichtbesiedelten Region wie dem Ruhrgebiet auch immer wieder Restbelastungen behandelt werden müssen, ist die Ertüchtigung der Wasseraufbereitungsanlagen in den Wasserwerken an der Ruhr ebenfalls von großer Bedeutung. „Unser Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung auch in Zukunft sicher zu betreiben und auf eventuelle Havarien und neue Mikroschadstoffe vorbereitet zu sein“, sagte Minister Remmel.

Zurzeit werden zwölf Wasserwerke an der Ruhr mit weitergehender Aufbereitungstechnik betrieben – sie erfüllen bereits die Anforderungen an eine nachhaltige und langfristig zuverlässige Wasserversorgung. Bei sieben verbleibenden, noch zu ertüchtigenden Wasserwerken wird die vorsorglich geforderte Aufbereitungstechnik voraussichtlich bis spätestens Ende 2020 in Betrieb gehen. Durch effizienzsteigernde Maßnahmen und das Ausnutzen von Synergieeffekten wurden zudem weitere sieben Wasserwerke, für die sich eine Ertüchtigung aus wirtschaftlichen Gründen nicht gerechnet hätte, stillgelegt. So kann entlang der Ruhr auch langfristig eine sichere und gleichzeitig bezahlbare Trinkwasserversorgungssituation geschaffen werden.