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19.04.2017

Umweltministerium weist Bruchhauser Steine als Nationales Naturmonument aus

Umweltminister Remmel: "Diese beeindruckende Felsformation ist ein wichtiger Zeuge der Kulturgeschichte und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten"

Die Bruchhauser Steine im Sauerland sind das erste Nationale Naturmonument in Nordrhein-Westfalen und gleichzeitig das erste Felsen-Naturmonument in Deutschland. „Die Bruchhauser Steine sind in Nordrhein-Westfalen und bundesweit etwas ganz Besonderes. Ich freue mich sehr, dass wir sie heute zu einem Nationalen Naturmonument ernennen können. Das unterstreicht die Bedeutung dieser beeindruckenden Felsformation als Zeuge der Kulturgeschichte und als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel im Rahmen der offiziellen Einweihung am 19. April 2017. Durch die Ausweisung als Nationales Naturmonument werden die ökologischen, natur- und kulturhistorischen Ziele zusammengeführt und eine abgestimmte Entwicklung sichergestellt.

Mit der Aufnahme dieser Schutzkategorie in das neue Landesnaturschutzgesetz wurden die Grundlagen für die Ausweisung von Nationalen Naturmonumenten durch das Land Nordrhein-Westfalen geschaffen. Bundesweit gab es mit den Ivenacker Eichen in Mecklenburg-Vorpommern bislang nur ein Schutzgebiet dieser Kategorie.

Die Ausweisung der Bruchhauser Steine als Nationales Naturmonument wurde von der Region unterstützt. Eigentümer der Flächen sind die Stiftung Bruchhauser Steine und die Stadt Olsberg. „Die Bruchhauser Steine sind ein Schatz vor unserer Haustür. Es ist mir und der Stiftung ein Herzensanliegen, dieses wertvolle Naturerbe für künftige Generationen in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt zu bewahren. Die Ernennung zum Nationalen Naturmonument ist ein Stück weit auch eine Anerkennung für die Arbeit der Stiftung Bruchhauser Steine“, sagte Freiherr von Fürstenberg-Gaugreben, Präsident der Stiftung Bruchhauser Steine.

Das Nationale Naturmonument liegt östlich der Ortschaft Olsberg-Bruchhausen im Sauerland. Es hat eine Größe von rund 24 Hektar. Schon von weitem sind Bornstein, Goldstein, Ravenstein und Feldstein sichtbar, die den Istenberg bis über 90 Meter überragen. „Neben dem Schutz und der Forschung dient das Nationale Naturmonument auch der Bildung und dem Erlebnis der Bevölkerung. Die Belange von Natur und Mensch werden hier sehr ausgewogen auf einen Nenner gebracht“, sagte der Bürgermeister der Stadt Olsberg, Wolfgang Fischer.

Die Felsen beherbergen arktisch-alpine Vegetationsrelikte mit bundesweitem Seltenheitswert. Archäologische Funde belegen menschliche Aktivitäten an den Bruchhauser Steinen von der Jungsteinzeit bis hin zum frühen Mittelalter. Deutlich erkennbar sind alte Wall- und Grabenanlagen einer ehemaligen Befestigung. Die Nutzung der Felsformation als Peilmarken für kalendarische Beobachtungen im 17. Jahrhundert dokumentiert ihre Bedeutung für wissenschaftliche Arbeiten.