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24.04.2017
Minister Remmel: "Wir fördern Städte mit knapp 37 Millionen Euro bei der Entwicklung ihrer grünen Infrastruktur"

Die Umsetzung der ersten Phase des EFRE-Aufrufs mit fünf Handlungskonzepten kann jetzt beginnen.

In vielen Städten in Nordrhein-Westfalen wirken sich schlechte Umweltbedingungen und ein Mangel an Grün- und Erholungsflächen negativ auf Gesundheit, Lebensqualität, Stadtklima, Biodiversität und Wirtschaft aus. Quartiere und Städte mit einem hohen Versiegelungsgrad, hoher Verkehrsbelastung und wenigen, oft nicht vernetzten Grün- und Freiflächen können höhere Anteile sozial benachteiligter Bevölkerungsschichten sowie eine unterdurchschnittliche Wirtschaftskraft aufweisen. „Wir wollen Kommunen bei der Entwicklung von multifunktionalen Grün-, Frei- und Wasserflächen für die Menschen in den Quartieren und Städten unterstützen, um eine Verbesserung der Klima- und Umweltbedingungen, der Lebensqualität sowie der Umweltgerechtigkeit zu erreichen. Natur und Mensch müssen zusammengedacht werden“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel in Düsseldorf. Im August 2016 hatte er den EFRE-Aufruf „Grüne Infrastruktur NRW“ gestartet. Kommunen und kommunale Zusammenschlüsse aus Nordrhein-Westfalen konnten sich an dem Aufruf beteiligen und zum 1. Dezember 2016 integrierte kommunale Handlungskonzepte einreichen.

Eingereicht wurden sechs integrierte Handlungskonzepte „Grüne Infrastruktur“. Auf Basis eines zur Bewertung dieser Konzepte eingesetztes Gutachtergremiums hat der interministerielle Arbeitskreis „Grüne Infrastruktur“ am 29. März dieses Jahres in Düsseldorf fünf dieser Konzepte mit einem Investitionsvolumen in Höhe von fast 46 Millionen Euro zur Förderung empfohlen:

  • Köln: „Vielfalt vernetzen“
  • Bochum: „Entwicklungsband Grünzug E“
  • Bottrop: „Lückenschluss Welheim“
  • Emschergenossenschaft mit Herten, Herne, Recklinghausen und Castrop-Rauxel: „Emscherland 2020“
  • Hamm: „Erlebnisraum Lippeaue“

„Die jetzt zur Umsetzung ausgewählten integrierten Handlungskonzepte bedeuten einen Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie und der Biodiversitätsstrategie des Landes, weil auch die biologische Vielfalt in den urbanen Räumen NRWs verbessert wird“, sagte Minister Remmel. „Außerdem werden durch eine konsequente Entwicklung der Grünen Infrastruktur viele Handlungsfelder des Klimaschutzplans NRW bedient.“ Gerade in strukturschwachen, sozial benachteiligten und imagebelasteten Stadtquartieren und Ortsteilen sind die Ausstattung und der Zugang zu Freiräumen schlecht. Dieser Mangel wird jetzt mit den ausgewählten integrierten Handlungskonzepten angegangen. „Für die Menschen in solchen Quartieren und Stadtteilen wird ein besserer Zugang zur Natur und zum Naturerleben geschaffen. Wir leisten also auch einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltgerechtigkeit“, sagte Minister Remmel. Er hofft, dass bis zum 1. Juni 2017 weitere Kommunen aus NRW innovative integrierte Handlungskonzepte einreichen, die Natur, Klima und Umwelt sowie den Menschen in den Regionen zu Gute kommen. Minister Remmel: „Wir wollen mit diesem EFRE-Aufruf die Natur und die Leistungen der Natur für die Menschen in NRW, das sogenannte Naturkapital oder die sogenannten Ökosystemleistungen entwickeln und verstärken.“

Zum Hintergrund:

Der Aufruf „Grüne Infrastruktur NRW“ wird in zwei Phasen mit Einreichterminen zum 01.12.2016 und zum 01.06.2017 durchgeführt. Der Aufruf ergänzt mit seiner Zielsetzung inhaltlich die Umsetzung des Aufrufes „Starke Quartiere – starke Menschen“ des NRW-Städtebauministeriums im Rahmen der laufenden EFRE-Periode (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung). Für die Umsetzung der integrierten Handlungskonzepte „Grüne Infrastruktur“ steht ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 83 Millionen Euro zur Verfügung, das sich aus EU- und Landesmitteln sowie aus Eigenmitteln von Kommunen, Vereinen und Privaten für diese Aufgabe zusammensetzt und sich auf die beiden Phasen aufteilt. In der ersten Phase sind fünf Handlungskonzepte mit einem Investitionsvolumen in Höhe von circa 46 Millionen Euro zur Förderung empfohlen worden.