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12.04.2018
Staatssekretär Dr. Bottermann weiht größte Ozonungsanlage in Deutschland ein

Kläranlage Aachen-Soers des Wasserverbands Eifel-Rur eliminiert mit Hilfe von Ozon Mikroschadstoffe aus den Abwässern

Die Kläranlage Aachen-Soers des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) kann jetzt auch Mikroschadstoffe aus Abwässern eliminieren. Dafür hat heute eine sogenannte Vollstrom-Ozonungsanlage ihren Betrieb aufgenommen. „Damit ist diese Ozonungsanlage nicht nur die bundesweit größte Anlage ihrer Art, sie ist auch ein Leuchtturmprojekt, das als großtechnisches Demonstrationsvorhaben in der Fachwelt über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus Beachtung finden wird“, sagte Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann bei der offiziellen Einweihung.

Bereits 2013 beauftragte der Wasserverband Eifel-Rur das Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) der RWTH Aachen mit einer Machbarkeitsstudie zu der Frage, wie sich Mikroschadstoffe aus Abwasser eliminieren lassen. Das Ergebnis: Die Ozonung stellte sich als geeignetes Verfahren für die Kläranlage Aachen-Soers heraus, um im Abwasser befindliche Mikroschadstoffe zu entfernen. Gleichzeitig stimmte der WVER mit dem Umweltministerium die Förderung eines umfangreichen Demonstrationsvorhabens ab. Durch ein breit aufgestelltes Monitoring soll untersucht werden, wie durch die Verminderung der über den Kläranlagenablauf eingetragenen Mikroschadstoffe die Gewässerqualität verbessert wird.

Nach der heutigen Inbetriebnahme werden die vom Land Nordrhein – Westfalen mit insgesamt knapp 2,6 Millionen Euro geförderten Untersuchungen noch bis Ende 2019 andauern. „Ich freue mich, dass der WVER den Weg in die Zukunft mit der 4. Reinigungsstufe auf freiwilliger Basis mitgeht, denn es entspricht dem Ziel der Landesregierung, die 4. Reinigungsstufe nicht flächendeckend, sondern an Belastungsschwerpunkten einzusetzen. Wir unterstützen die Weiterentwicklung der Technologien und den Ausbau von Kläranlagen, dort wo es notwendig ist“, sagte der Staatssekretär.

Staatssekretär Dr. Bottermann betonte die Bedeutung einer intakten Infrastruktur in der Wasserwirtschaft. „Es wird immer viel über Brücken, Straßen und Schienen geredet. Wir dürfen die lebenswichtige Infrastruktur in der Wasserwirtschaft nicht vergessen“, sagte er und betonte: „Der Schutz des Wassers und der Gewässer in Nordrhein-Westfalen hat zentralen Stellenwert für unsere Umweltpolitik. Gewässerschutz muss daher konsequent und kooperativ mit den Akteuren angegangen werden.“ Die Abwasserbeseitigung erfolgt derzeit auf einem hohen Niveau. Um diesen Standard zu halten, müssen die Weichen jedoch rechtzeitig und richtig neu justiert werden. Die Sicherung des Bestandes ist dabei ebenso wichtig wie die Anpassung an veränderte Randbedingungen. „Um Mikroschadstoffe möglichst weitgehend in unserer Umwelt zu vermeiden, sollten wir dem Vorsorgegedanken konsequenter als bisher Rechnung tragen“, appellierte Dr. Bottermann. NRW verfolge dazu bereits einen umfassenden und vielschichtigen Ansatz.