Zum Inhalt springen

umwelt.nrw

Hauptinhalt

27.07.2018
Hitzeperiode dauert an: Umweltministerium erwartet kritische Wassertemperaturen für Flüsse und Fische

Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann: "Die anhaltende Trockenheit und Hitze hat Folgen für Mensch und Umwelt. Mit steigenden Wassertemperaturen werden auch Fischbestände an den Rand ihrer Belastbarkeit kommen."

Das Umweltministerium weist daraufhin, dass aufgrund der anhaltenden Hitzeperiode und der geringen Niederschläge die Temperaturen der Flüsse und Bäche in Nordrhein-Westfalen stark gestiegen und ihre Pegel gesunken sind. Dies gefährdet vor allem temperaturempfindliche Fischarten. "Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst. Die anhaltende Trockenheit und Hitze haben Folgen für Mensch und Umwelt. Mit steigenden Wassertemperaturen werden auch Fischbestände an den Rand ihrer Belastbarkeit kommen", sagte Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann. "Aber glücklicherweise haben die Niederschläge im Winter die Talsperren im Landes gut gefüllt, so dass für viele Gewässer und Fische Entlastung durch die Abgabe von Talsperrenwasser erfolgen kann."

Das hochsommerliche Wetter hat in den vergangenen Tagen dazu geführt, dass beispielweise die Temperatur des Rhein die 27 Grad Celsius stellenweise bereits überschritten hat – Tendenz weiter steigend. Auch Zuflüsse des Rheins sind betroffen, die Sieg hat bereits eine Temperatur von mehr als 27 Grad Celsius erreicht. Sollte sich die Hitzewetterlage in den kommenden Tagen fortsetzen, kann ein Fischsterben in Nordrhein-Westfalens Bächen und Flüssen nicht mehr ausgeschlossen werden. Hinzu kommt, dass mit steigenden Wassertemperaturen der Sauerstoffgehalt im Wasser zurückgeht und die Fische weiterem Stress ausgesetzt werden. Allerdings sind viele Fischarten auch in der Lage, "Kälterefugien" aufzusuchen. Das gelingt ihnen in der Regel umso leichter, je naturnäher die Gewässer sind. Sollten dieses Wochenende die lang ersehnten Niederschläge fallen, kann für die Gewässer und die Fische leider keine Entwarnung gegeben werden. Organisches Material wie Laub und Schlamm, das aus dem Gewässerumfeld oder aus Kanalisationen mit Starkregen in die Bäche und Flüsse gelangt, kann in den Gewässern einen kurzfristigen Sauerstoffmangel herbeiführen. Mit den hohen Temperaturen des Wassers sind dann gegebenenfalls lokale Fischsterben zu befürchten. Talsperrenbetreiber versuchen durch die Abgabe von mehr Wasser, eine Schädigung der Fließgewässer zu verhindern. Die Talsperren der Ruhrzuflüsse geben beispielsweise nach Angaben des Ruhrverbandes zurzeit 18.000 Liter Wasser pro Sekunde ab.

Für die Gewässertemperatur können auch Gewässernutzungen mitverantwortlich sein. So können beispielsweise thermische Kraftwerke durch Kühlwassereinleitungen die Gewässertemperatur erhöhen. Ihre Betreiber müssen nach den wasserrechtlichen Zulassungen der Bezirksregierungen Auflagen zur Temperatur und zur Menge des einzuleitenden Kühlwassers beachten. Überschreiten beispielsweise die Temperaturen der Gewässer an den Einleitungen der Kraftwerke die 28 Grad Celsius, muss der Betreiber die Bezirksregierung unverzüglich informieren. Sollte sich das Gewässer mehrere Tage nicht abkühlen, müssen Maßnahmen (zum Beispiel Drosselung) in Abstimmung mit den Behörden getroffen werden. Im Übrigen sind Bezirksregierungen und Betreiber in Zeiten kritischer Temperaturen in Gewässern frühzeitig in Kontakt.

Hintergrundinformationen des Landesumweltamtes
  • Einordnung der Niederschlagsmengen 2018: Von April 2018 bis heute sind lediglich zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmengen gefallen. Zum Vergleich: Im Trockenjahr 2003 wurden für die Monate April bis Juli noch mittlere Niederschlagsmengen gemessen.
  • Niederschläge am Wochenende: Nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes wird zum jetzigen Zeitpunkt bis Montag, 30. Juli, nur für den Samstag Niederschlag zwischen zwei und zehn Millimeter gemeldet, eventuell bis 15 Millimeter. Die restlichen Tage sind wahrscheinlich niederschlagsfrei. Damit ist die abflusswirksame Niederschlagsmenge mit null abzuschätzen. Dies gilt für natürliche Einzugsgebiete. Ob und vor allem wo es zu lokalen Starkregenereignissen kommt, kann nicht abgeschätzt werden.