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Bodenschutz / Altlasten

Eine Rapspflanze auf ausgetrockneten Boden

Der Boden ist zentraler Bestandteil des Naturhaushaltes und zugleich Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Die Böden in unseren Regionen sind das Ergebnis eines jahrtausendelangen Zusammenwirkens physikalischer, chemischer und biologischer Faktoren. Ausgangsgestein und Niederschläge, Klima und Witterung, pflanzliche, tierische und mikrobielle Lebewesen auf und im Boden bestimmen die Zusammensetzung und Entwicklung des Bodens. Die Neubildung eines Zentimeters Boden dauert 200 bis 300 Jahre.

Die wichtigsten Funktionen des Bodens sind

  • Lebensgrundlage und Lebensraum für Mensch, Flora und Fauna;
  • Abbau und Umbau von Stoffen, einschließlich des Abbaus von Schadstoffen;
  • Speicherung und Filterung von Wasser;
  • Standort für die wirtschaftliche Nutzung, für Siedlung, Verkehr und Freizeit;
  • Produktionsgrundlage für die Land- und Forstwirtschaft, für Gartenbau und Rohstoffgewinnung;
  • Grundlage der menschlichen Kulturentwicklung, aus denen auch historische Vorgänge ablesbar sind.

Die vielfältigen Belastungen der Böden aus Vergangenheit und Gegenwart können dazu führen, dass die natürlichen Bodenfunktionen (Wasserdurchlässigkeit und Wasserspeicherfähigkeit, Bodenfruchtbarkeit, Lebensraum für Organismen) eingeschränkt werden. Zu den vielfältigen Boden-Belastungen zählen Schadstoffeinträge über verschiedene Eintragspfade, Bodenverlust durch Erosion, Verdichtung durch schwere Maschinen sowie Versiegelung. Boden-Belastungen aus der Vergangenheit (Altlasten, altlastverdächtige Flächen) resultieren vor allem aus Schadstoffeinträgen von Betriebsstätten und aus Altablagerungen durch unsachgemäße Abfallbeseitigung.

Die Bundesrepublik Deutschland verfügt seit über 20 Jahren über eine eigene Bodenschutzpolitik. Beim Bodenschutz geht es vornehmlich um den natürlichen Ausgleich der vielfältigen Bodennutzungsansprüche, um die unmittelbare Abwehr von Bodenschäden und um die Vorsorge gegen langfristige Gefahren und Risiken.

Das Bundes-Bodenschutzgesetz legt dazu zahlreiche Maßnahmen fest. Es unterscheidet systematisch zwischen zwei Bereichen: der Gefahrenabwehr bei bereits vorhandenen schädlichen Bodenveränderungen und Altlasten sowie der zukunftsorientierten Vorsorge zum Erhalt der natürlichen Bodenfunktionen. Die wichtigste untergesetzliche Regelung des Bundes ist die Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung. Das nordrhein-westfälische Landes-Bodenschutzgesetz (LBodSchG) regelt die Ausführung und Ergänzung des Bundes-Bodenschutzgesetzes.

Das Umweltministerium NRW verfolgt mit seinen Maßnahmen und Initiativen die folgenden Ziele, nämlich

  • schädliche Stoffeinträge in den Boden zu minimieren,
  • Bodenverdichtungen und Erosionsprozesse zu vermeiden,
  • die Versiegelung von Böden zu vermindern,
  • brachgefallene Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen und freiwerdende militärische Liegenschaften zu reaktivieren und den Verbrauch von Freiflächen einzuschränken,
  • das Vorkommen und die Auswirkungen von Altlasten und bestehenden Schadstoffbelastungen des Bodens systematisch zu ermitteln und notwendige Sanierungsmaßnahmen auf den Weg zu bringen.

Das Land Nordrhein-Westfalen schafft dafür rechtliche Instrumente und fachliche Vollzugshilfen; es unterstützt vor allem die Kommunen finanziell und stärkt die Belange des Bodenschutzes bei der Bodennutzung und bei flächenbezogenen Planungen.

Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO)

Die LABO ist ein Arbeitsgremium der Interner Link Umweltministerkonferenz (UMK), in dem die für den Bodenschutz zuständigen obersten Behörden der Länder und des Bundes zusammenarbeiten. Sie berät die UMK und die Konferenz der Amtschefs der Umweltministerien des Bundes und der Länder und bearbeitet deren Aufträge.

Darüber hinaus begleitet die LABO die Entwicklung des Bodenschutzes und des Bodenschutzrechts und unterstützt den Erfahrungsaustausch zwischen dem Bund und den Ländern.

Die LABO strebt insbesondere einen einheitlichen Vollzug des Bodenschutzrechts an und unterbreitet Vorschläge für eine einheitliche Weiterentwicklung.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Internetseite der Externer Link - öffnet in neuem Fenster Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO)

Weitere Informationen finden Sie hier:

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