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Klimaanpassung in NRW

Kölner Südbrücke bei Hochwasser. Foto: Kay Augustin/panthermedia.net

Auch Nordrhein-Westfalen ist vom Klimawandel betroffen. Neben dem Klimaschutz kommt deshalb der Anpassung an die Folgen des Klimawandels besondere Bedeutung zu.


Anpassung an den Klimawandel in NRW

Die Erkenntnis, dass Klimaschutz und Klimaanpassung eine Einheit bilden, ist international längst akzeptiert. Nicht nur im Pariser Klimaschutzabkommen, auch in den 17 UNO-Zielen für nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals, werden Klimaschutz und Klimaanpassung in einem Atemzug genannt. Damit gewinnt die Vorsorge vor den Klimafolgen, die unweigerlich eintreten, an Bedeutung. Es reicht nicht mehr, die Ursachen zu bekämpfen, sondern auch die Symptome müssen behandelt werden. Das Besondere an der heutigen Situation sind die Schnelligkeit, die Intensität und die Beständigkeit bei der Änderung der Klimawerte. Die heutigen Klimaänderungen treten über einen Zeitraum von nur wenigen Jahrzehnten auf.

Bei der Anpassung an den Klimawandel stehen die Regionen, das heißt die Länder und Kommunen vor besonderen Herausforderungen: Die Europäische Kommission schätzt, dass die meisten Anpassungsmaßnahmen auf regionaler und lokaler Ebene getroffen werden müssen, da sich die Klimaänderungen in ihrer Art und Weise und in ihrem Ausmaß von Region zu Region unterschiedlich zeigen. Eine Strategie zur Anpassung an den Klimawandel muss daher zwar detailliert auf die vom Klimawandel betroffenen Bereiche eingehen - wie zum Beispiel die Landwirtschaft oder die Forstwirtschaft -, sie muss aber auch die regionalen Besonderheiten Nordrhein-Westfalens berücksichtigen. Das Land muss sein Wissen um die regionalen Folgen des Klimawandels erweitern und den Menschen vor Ort Handlungsoptionen anbieten, damit sie den Folgen des Klimawandels frühzeitig begegnen können. Hier müssen die lokalen Auswirkungen des Klimawandels eine viel stärkere Beachtung als bislang erfahren.

Das Land hält bei der  Klimaanpassung verschiedene Unterstützungsangebote für die Kommunen bereit. NRW fördert viele Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in Kommunen und Regionen. Das reicht von der genauen Einzelstudie über schulische Lernmaterialien und Informations- und Öffentlichkeitsarbeit bis zu den Förderprojekten selbst. Bereits seit 2015 verfügt NRW über eine "Roadmap" zur Klimaanpassung, die Teil eines umfangreichen Klimaschutzplanes ist. In 16 Handlungsfeldern sind darin eine Vielzahl von Maßnahmen festgehalten, die die Anpassung an die unabwendbaren Folgen des Klimawandels vorantreiben, zum Beispiel in den Bereichen Landwirtschaft, Boden, Wald und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz, Stadtentwicklung und kommunale Planung.


Anpassung in Kommunen und Regionen

Wie soll die klimagerechte Stadt der Zukunft aussehen? Wie können sich Kommunen auf den Klimawandel einstellen? Welche Maßnahmen können auf regionaler Ebene ergriffen werden, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen?
Auf diese Fragen gibt es praktische Antworten in Nordrhein-Westfalen:
Die Siegerkommunen des Wettbewerbs "Klima plus", die sich in ländlichen Regionen des Landes befinden, haben im Zeitraum 2008-2015 zahlreiche Konzepte und Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung in vorbildlicher Weise umgesetzt.
Das vom NRW-Umweltministerium herausgegebene "Handbuch Stadtklima" hilft, Problemgebiete zu erkennen und zeigt vielfältige Maßnahmen und konkrete Lösungsmöglichkeiten zur Klimaanpassung vor allem in Städten und Ballungsräumen auf.
In dem Projekt "Klimawandelgerechte Metropole Köln" wurden Ideen und Konzepte für eine klimawandelverträgliche Stadtentwicklung insbesondere unter der Berücksichtigung der Themen Wärmebelastung und Starkniederschlagsereignisse am Beispiel der Stadt Köln entwickelt.
Da es sinnvoll ist, Anpassung an den Klimawandel im regionalen Kontext voran zu treiben, besteht in Nordrhein-Westfalen großes Interesse, kommunale Zusammenschlüsse und Konzepte im Bereich Klimaanpassung auf regionaler Ebene zu unterstützen. Klimaschutz- und Anpassungsnetzwerker der Energieagentur NRW stehen den NRW-Regionen im Auftrag des Landes hierfür beratend zur Verfügung. Ab 2018 sind Regionalforen in NRW geplant, die das Thema auf regionaler Ebene platzieren und zu Kooperation und Vernetzung anregen sollen. Manche Kooperationen zur regionalen Klimafolgenanpassung laufen bereits, zum Beispiel in der Region Köln/Bonn oder dem Bergischen Städtedreieck (Solingen, Remscheid, Wuppertal).

Fassadenbegrünung verbessert Lebensqualität – Gutachten zeigt Unterstützungsansätze

Die Begrünung von Fassaden spielt in Ballungsräumen eine wichtige Rolle bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. So kann Fassadenbegrünung nicht nur dazu beitragen, den Regenwasserrückhalt sowie die Verschattung und Verdunstungsleistung im Quartier zu erhöhen, die Luftqualität zu verbessern und den Lärm zu reduzieren. Sie kann auch die natürliche Vielfalt in der Stadt bereichern, die Aufenthalts- und Umgebungsqualität verbessern und den Straßenraum gestalterisch gliedern. Ein im Auftrag des NRW-Umweltministeriums im Jahr 2016 erstelltes Gutachten gibt den Kommunen einen Überblick unter anderem über Planungskriterien, Kosten und Förderungen.

Konzept Starkregen

Mit dem im Dezember 2016 durch das Kabinett beschlossenen "Konzept Starkregen" hat die Landesregierung ihre Angebote an die Kommunen zur Prävention und Bekämpfung der Folgen extremer Niederschläge gebündelt. Es gibt einen Überblick über die rechtlichen Instrumente, Handlungsfelder und Fördermöglichkeiten. Die vor Ort Verantwortlichen können sich so gezielter auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.

Die möglichen Maßnahmen, die Städte und Gemeinden ergreifen können, um wetter- und klimafest zu werden, sind vielfältig. Zum Beispiel können die besonders aufnahmefähigen Böden kartiert und gezielt offen gehalten werden. Die Aspekte der grünen und wassersensiblen Stadt sollten Kommunen in jedem ihren Planungsprozessen berücksichtigen. So können Kommunen z. B. multifunktionale Flächennutzungen, den Bau von Regenrückhalteräumen oder Dachbegrünungen vorantreiben. Daneben muss klimaangepasstes Bauen noch mehr in den Fokus gestellt werden.

Weitere Informationen:


Hochwasser vor einem Hauseingang. Bild: ronfromyork/pantherMedia

Elementarschäden versichern

Überflutete Keller, abgedeckte Dächer, im Schlamm versinkende Möbel: Immer öfter treten auch in Nordrhein-Westfalen extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Stürmen auf – mit zum Teil beträchtlichen Schäden für die Betroffenen. Prüfen Sie deshalb das Risiko Ihres Hauses oder Ihres Betriebes, treffen Sie Vorsorgemaßnahmen und sichern Sie sich mit einer Elementarschadensversicherung ab.

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