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Lärm

Lärmschutz in Nordrhein-Westfalen

Laut einer Repräsentativumfrage des Umweltbundesamtes ist Lärm heute eines der größten Umweltprobleme in einem Industrieland wie Deutschland. Im Zuge der industriellen und verkehrlichen Entwicklung und des stark veränderten Freizeitverhaltens nehmen die Lärm-Belastungen insbesondere in den urbanen Ballungsräumen Nordrhein-Westfalens weiter zu. Lärm beeinträchtigt unser Wohlbefinden. Lärm ist ein Stressfaktor und Ursache für Erkrankungen.

Während die Lärmbelastung von Bürgerinnen und Bürgern im Umkreis industrieller und gewerblicher Anlagen bereits deutlich reduziert werden konnte, ist das größte, bisher ungelöste Lärmproblem heute der Verkehr, auf der Straße, auf der Schiene und zunehmend auch der Flugverkehr. Neue Veranstaltungsformen verursachen heute bei Sport- und Freizeitanlagen vermehrt abendliche und nächtliche Lärmprobleme.

Eines der vorrangigen umweltpolitischen Ziele in Nordrhein-Westfalen ist es, die Lärmbelastung in den Städten und Gemeinden zu senken. So werden beispielsweise zur Senkung des Verkehrslärms derzeit in vielen Kommunen die Quellen des Lärms in sogenannten Lärmkarten erfasst und daraus mit Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern Aktionspläne entwickelt, die im Internet veröffentlicht werden. Gegen die Belastung durch Fluglärm werden Lärmschutzzonen ausgewiesen, in denen bauliche Nutzungsbeschränkungen herrschen und baulicher Schallschutz vorgeschrieben wird.



Tag des Lärms: Umweltminister Remmel fordert Verschärfung des Fluglärmschutzgesetzes im Bundesrat

24.4.2013 - NRW-Umweltminister Johannes Remmel hat anläßlich des Tages des Lärms gefordert, Bürgerinnen und Bürger besser vor Fluglärm zu schützen und das Fluglärmschutzgesetz im Bundesrat zu verschärfen. "Die Gesundheit der Menschen muss geschützt werden; das gilt insbesondere für Ballungsräume, in denen es Mehrfachbelastung gibt. Deswegen hat NRW Verbesserungen des Fluglärmschutzgesetzes im Bundesrat beantragt und unterstützt die Initiative von Rheinland-Pfalz zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes", sagte der Minister anlässlich des Tages des Lärms.

Die Folgen von nächtlichem Fluglärm sind nicht sofort absehbar, sie können vor allem zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. Das NRW-Umweltministerium hat in einer Studie, für die einschlägige wissenschaftliche Literatur ausgewertet wurde, den aktuellen Stand zu den gesundheitlichen Auswirkungen des nächtlichen Fluglärms auswerten lassen. Die Ergebnisse wurden in einem Fachgespräch mit Experten aus der Lärmwirkungsforschung, des Umweltbundesamtes und der Weltgesundheitsorganisation diskutiert. Die wichtigsten Kernaussagen sind:

  • Fluglärm stört den Schlaf. Bereits ab einem Geräuschepegel von 33 Dezibel dB(A) am Ohr der Schlafenden setzt die Wahrscheinlichkeit ein, durch Fluglärm aufzuwachen.
  • Die Nachtrandstunden haben für den Schlaf eine besondere Bedeutung, vor allem die frühen Morgenstunden.
  • Der menschliche Organismus kann sich nicht an Fluglärm gewöhnen.
  • Ab einem Mittelungspegel von 60 dB(A) am Tage erhöht sich das Risiko für lärmbedingte Herz-Kreislauferkrankungen signifikant.
  • Ab einem Mittelungspegel von 50 dB(A) nachts, teilweise auch bereits darunter, sind Herz-Kreislauferkrankungen zu beobachten, die auf nächtlichen Fluglärm zurückzuführen sind. Die WHO gibt als Ziel das Unterschreiten eines Mittelungspegel von 40 dB(A) für die Nacht an.

Die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam ein Eckpunktepapier zur "Verbesserung des gesetzlichen Schutzes vor Fluglärm" erarbeitet. An den Beratungen beteiligt waren auch Vertreterinnen und Vertreter des Umweltbundesamtes, der Bundesvereinigung gegen Fluglärm und der Fluglärmkommission des Frankfurter Flughafens, so dass die Erfahrungen aus der Praxis berücksichtigt werden konnten. Die Ergebnisse der im Auftrag des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums erstellten Literaturstudie sind in das Eckpunktepapier eingeflossen.

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Umgebungslärmportal informiert über Belastung vor Ort und Lärmaktionspläne

Über die Lärmbelastungen vor Ort können sich Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen im Umgebungslärmportal NRW informieren. Es zeigt unter anderem landesweite Lärmkarten für besonders verkehrsreiche Straßen, Flughäfen, Industrie und Gewerbe, wie

  • die Ballungsräume mit mehr als 100.000 Einwohnern,
  • Hauptverkehrsstraßen mit einer Gesamtlänge von ca. 8000 Kilometern,
  • die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn.

Die Lärmkarten bilden für Städte und Gemeinden eine wichtige Grundlage, um Lärmprobleme bei kommunalen Planungen zu berücksichtigen und gezielt Maßnahmen zur Minderung der Lärmbelastung zu entwickeln. Sie entstanden im Zuge der zweiten Stufe der Umsetzung der EG-Umgebungslärmrichtlinie in Nordrhein-Westfalen.



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Freizeitlärm

Freizeitaktivitäten haben in unserer heutigen Zeit erheblich an Bedeutung zugenommen. Aktive Freizeitgestaltung ist für viele Menschen Teil ihrer Lebensqualität. Diese Freizeitaktivitäten fallen meistens in eine Zeit, in der andere wiederum ihre nach Stress, Hektik und Lärm wohlverdiente Ruhe suchen. Deshalb fühlen sich heute oftmals Bürgerinnen und Bürger im Umfeld von Freizeitanlagen durch Lärm belästigt. Verschärft wird die Lärmsituation oftmals durch Veranstaltungen mit hohen Besucherzahlen (z.B. Open-Air-Konzerte) und das damit verbundene hohe Verkehrsaufkommen.



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Gesundheitsrisiko Fluglärm

Die Verbesserung des Lärmschutzes der Bevölkerung ist ein wichtiges Ziel der Landesregierung. Dies gilt gerade in den dicht besiedelten Ballungsräumen an Rhein und Ruhr. Dem Fluglärm kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da bei einem Vergleich mit anderen Lärmquellen der Fluglärm höhere Belästigungen hervorruft. Wie jeder Lärm, dem wir auf Dauer ausgesetzt sind, ist Fluglärm aber auch ein Problem für die menschliche Gesundheit. Schutz vor Fluglärm ist daher zugleich vorbeugender Gesundheitsschutz! Eine wichtige Aufgabe des Landes ist der Vollzug des Fluglärmgesetzes, das die Siedlungssteuerung als Instrument des vorbeugenden Lärmschutzes sowie die Erstattung der Aufwendungen für baulichen Schallschutz durch die Flugplatzhalter zum Ziel hat.



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Broschüre gibt Tipps zum Lärmschutz

Lärm ist ein Dauerproblem: Er beeinträchtigt unser Wohlbefinden und ist Ursache für viele Erkrankungen. Die kostenlose Broschüre des NRW-Umweltministeriums "Besser leben mit weniger Lärm" erklärt, wann Lärm schädlich ist und gibt konkrete Tipps, wie man ihn reduzieren kann, z.B. wie laut Musikanlagen eingestellt werden sollen, wann der Rasen gemäht werden darf und wie man sich und andere vor Autolärm schützt. Zudem nennt sie Ansprechpartner bei Problemen mit Lärm in der eigenen Umgebung.

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