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Landesnetzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW"

Graphik Netzwerk. Foto: Hong/panthermedia.net

Die Landesregierung will das handlungsorientierte Lernen für den verantwortlichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen stärken. Mit einem Förderprogramm unterstützt sie deshalb den Aufbau eines landesweiten Netzwerks außerschulischer Einrichtungen der Umweltbildung. Regional bedeutsame Umweltbildungseinrichtungen können sich mit ihren Projektvorhaben zu Bildungs- und Vernetzungsmaßnahmen bewerben und zu einem Regionalzentrum im BNE-Landesnetzwerk werden.


Von der Umweltbildung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Mit einem Förderprogramm verstärkt das NRW-Umweltministerium seine Aktivitäten im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Durch die Bereitstellung von Fördermitteln wird in den nächsten Jahren schrittweise ein landesweites Netzwerk außerschulischer Lernorte der Umweltbildung aufgebaut, das zur Verankerung von BNE in der nordrhein-westfälischen Bildungslandschaft beitragen soll. Regional bedeutsame Umweltbildungseinrichtungen, die als Regionalzentren im Landesnetzwerk mitarbeiten wollen und ihre Bildungsarbeit im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten, können sich mit einem Projektvorhaben bewerben. Die geförderten Umweltbildungseinrichtungen arbeiten in einem landesweiten Verbund zusammen und kooperieren mit weiteren Partnerinnen und Partnern vor Ort, z. B. mit Einrichtungen des "Globalen Lernens" und anderen Nachhaltigkeitsakteuren. Die BNE-Agentur NRW in der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) übernimmt die Koordinierung der Zusammenarbeit im landesweiten Netzwerk.

Das Förderprogramm fußt auf dem Fachkonzept zum "Landesnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW". Es beschreibt die mit dem Aufbau des Landesnetzwerks verfolgte Zielrichtung, die strukturelle Ausgestaltung des Netzes sowie die wesentlichen Aufgaben der Regionalzentren. Das Fachkonzept gibt Auskunft über die an die Förderung von Bildungs- und Vernetzungsaktivitäten der Regionalzentren geknüpften fachlichen Erwartungen. Es dient Antragstellenden somit auch als Orientierungshilfe und unterstützt inhaltlich bei der Antragsstellung.

Das Förderprogramm ist Teil der Umsetzung der "Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung – Zukunft Lernen NRW (2016-2020)". Die Strategie verfolgt unter anderem das Ziel, die Förderstrukturen des Landes zugunsten der Angebote einer Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verbessern. Dies gilt auch für den Bereich der außerschulischen Umweltbildung.

Umweltbildungseinrichtungen bieten didaktisch gestaltete "Bildungs(frei)räume" für Zielgruppen jeden Alters. Sie ermöglichen Naturerfahrungen und handlungsorientiertes Lernen für den verantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Bildung für nachhaltige Entwicklung ergänzt und erweitert hierbei die klassische Umweltbildung. Mit ihr werden Menschen in die Lage versetzt, Wissen über Nachhaltigkeit praktisch anzuwenden und Auswirkungen von Entscheidungen auf künftige Generationen sowie auf das Leben vor Ort und global einzuschätzen. Ziel ist die Beschäftigung mit alltags- und zukunftsrelevanten Themen und die gemeinsame Entwicklung und kreative Umsetzung nachhaltiger Ideen, um die Gesellschaft aktiv mitzugestalten.

Die Einrichtungen unterstützen die formale Bildung und kooperieren zum Beispiel mit Kindertagesstätten, Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen. Sie sind damit wichtige Partner zur Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen.


Zum Antragsverfahren

Die bereitstehenden Landesmittel werden als projektbezogene Zuwendung nach den "Förderrichtlinien BNE-/Umweltbildungseinrichtungen NRW – FöBNE" gewährt. 

 
Wer ist antragsberechtigt?

Nur die Träger von Umweltbildungseinrichtungen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen können Fördermittel beantragen. Die Einrichtung sollte in der Region eine bedeutsame Stellung einnehmen.

Zu den möglichen Trägern zählen:

  • gemeinnützige Vereine, Verbände und Gesellschaften sowie Stiftungen,
  • Kirchen,
  • Gemeinden und Gemeindeverbände
  • oder andere Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Was wird gefördert?

Bildungs- und Vernetzungsaktivitäten, die eine Umweltbildungseinrichtung als "Regionalzentrum" im Landesnetzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW" in den folgenden vier Handlungsfeldern erbringt, sind zuwendungsfähig:

  1. Durchführung eines BNE-Bildungsprogramms
    - mit breiter Zielgruppenansprache,
    - unter Berücksichtigung der Themen Klimaschutz und Klimaanpassung, Gewässerökologie und Grundwasserschutz sowie Naturschutz und Biodiversität und
    - mit weiteren möglichen Schwerpunkten (zum Beispiel Maßnahmen zur Einbindung von Menschen mit besonderen Bedarfen oder zur Entwicklung innovativer Lernformen).
  2. Unterstützung der Landeskampagne "Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit"
    - in Abstimmung mit der Landeskoordination und den Regionalkoordinatorinnen und Regionalkoordinatoren der Kampagne in der BNE-Agentur NRW in der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA)
    - fachliche Begleitung und Unterstützung von an der Kampagne teilnehmenden Einrichtungen und Netzwerken in der Region.
  3. Netzwerkaktivitäten in der Region, wie zum Beispiel
    - die Erstellung einer regionalen Übersicht von BNE-Angeboten und/oder
    - Maßnahmen einer verbesserten Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung der Akteurinnen und Akteure vor Ort, insbesondere mit Einrichtungen des "Globalen Lernens" sowie der interkulturellen Bildung.
  4. Kooperation im Landesnetzwerk "Bildung für nachhaltige Entwicklung NRW" mit der Teilnahme
    - an einem überregionalen Austausch, gemeinsamen Bildungsprojekten, -aktionen und Öffentlichkeitsarbeit sowie
    - an einem einheitlichen Berichtswesen und möglichen wissenschaftlichen Begleituntersuchungen.

Was ist bei der ersten Antragstellung zu beachten?

Ausschlaggebend für die Gewährung einer Zuwendung ist ein "integriertes Gesamtkonzept", das bei der Erstantragstellung vorgelegt werden muss.

Dieses Konzept soll Auskunft geben über: 

  • das pädagogische Konzept, das der Arbeit der Einrichtung zugrunde liegt,
  • die kommunale bzw. regionale Verankerung der Einrichtung,
  • ergänzend ist ein Maßnahmenplan erforderlich, der die konkreten Projektbausteine in den vier verbindlichen Handlungsfeldern für die jeweilige Förderperiode umfasst sowie
  • ein entsprechender Kosten- und Finanzierungsplan.

Das integrierte Gesamtkonzept muss im Vorfeld der ersten Antragstellung mit der BNE-Agentur NRW abgestimmt werden. Bei Folgeanträgen beschränkt sich die notwendige fachliche Abstimmung mit der BNE-Agentur NRW auf den Maßnahmenplan für die jeweilige Förderperiode.

Wo ist die Förderung zu beantragen?

Für die Prüfung und Bewilligung der Anträge ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) zuständig. Das Antragsformular ist auf der Webseite des Landesamtes abrufbar. Anträge sind mit Anlagen per Post und in zweifacher Ausfertigung direkt an das LANUV zu richten:

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
Fachbereich 17
Leibnizstr.10
45659 Recklinghausen

Welche Fristen sind zu beachten?

Erstanträge sind jeweils schriftlich bis zum 31. Oktober eines Jahres für die nächste Förderperiode bei der Bewilligungsbehörde (LANUV) zu stellen. Folgeanträge können dagegen bis zum 15. Dezember eines Jahres für den weiteren Projektzeitraum gestellt werden.

Wer gibt Auskunft bei fachlich-inhaltlichen Fragen zum neuen Förderprogramm?

BNE-Agentur NRW:
Frau Lamkowsky, Landeskoordination im BNE-Landesnetzwerk NRW
Mail: gisela.lamkowsky@nua.nrw.de
Tel: 02361/305-3078

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW: Frau Dieckmann, Leitung des Referates VIII-5 "Bildung für nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung, BNE-Agentur NRW"

Mail: marlies.dieckmann@mkulnv.nrw.de
Tel: 0211/4566-237

Wer gibt Auskunft bei zuwendungsrechtlichen Fragen?

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: