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Geräte- und Maschinenlärm

Kettensägen erreichen sehr hohe Lärmdruckpegel. Foto: Stephen Mcsweeny/ Panthermedia.net

Gartenarbeit kann Spaß machen, ist aber fast immer auch mit Anstrengung verbunden. Damit es bequemer und leichter geht, nutzen viele Menschen motorgetriebene Geräte. Manch einer hat sogar einen richtigen Maschinenpark mit Rasenmäher, Heckenschere, Kantenschneider, Kettensäge, Häcksler oder Laubbläser – laute Geräte und Maschinen, die häufig zu Konflikten in der Nachbarschaft führen.


Sich selbst und andere vor Lärm schützen

Viele mobile Geräte, die zur Gartenarbeit oder beim Heimwerken eingesetzt werden, sind wirklich sehr laut. So laut, dass sie das Gehör schädigen, wenn sie ohne Hörschutz benutzt werden. Und die Nachbarn fühlen sich genervt. Wer im Garten Geräte und Maschinen einsetzt, sollte immer darauf achten, sich selbst und die Nachbarn vor Lärm zu schützen.

Häufig sind Gartengeräte und Maschinen überdimensioniert. Für einen Rasen normaler Größe braucht man zum Beispiel keinen Mäher mit Benzinmotor, da reicht in der Regel auch ein viel leiserer Elektromäher. Auch sonst gilt: Wählen Sie für die Gartenarbeit möglichst leise Geräte aus, oder überlegen Sie, ob sich die Arbeiten nicht auch in Handarbeit erledigen lassen. Sie entscheiden selbst, wie viel Lärm Sie sich und Ihrer Umgebung zumuten.

Auch stationär betriebene haustechnische Anlagen wie zum Beispiel Wärmepumpen und Klimaanlagen sorgen oft für Lärmprobleme in Wohnbereichen.


Benzinbetriebener Motorrasenmäher. Foto: travis manley/ Panthermedia

Benzinbetriebene Motorrasenmäher erreichen sehr hohe Lärmpegel. (Foto: travis manley/ Panthermedia.net)

Lärmschutz bei mobilen Geräten

Regelungen zum Lärmschutz bei mobilen Geräten und Maschinen enthält die sogenannte „Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung“. Diese schreibt unter anderem vor, dass die Geräte so gekennzeichnet werden müssen, dass deutlich wird, wie laut sie sind. Außerdem muss die Kennzeichnung Angaben darüber enthalten, wann, wo und wie die Geräte eingesetzt dürfen. Ein Hinweis darauf, dass ein Gerät die Vorschriften erfüllt, ist das CE-Zeichen.

Zu bevorzugen sind immer Geräte, welche die Lärmgrenzwerte nicht nur einhalten, sondern möglichst weit unterschreiten. Hinweise auf Geräte, die besonders umweltfreundlich sind, geben Zeichen wie der „Blaue Engel“.

Manche Geräte, wie Rasenmäher, Heckenscheren oder Laubbläser, dürfen in Wohngebieten und sonstigen empfindlichen Gebieten nur zu bestimmten Zeiten am Tage betrieben werden. Sonntags und an Feiertagen soll ganztägig Ruhe herrschen, an anderen Tagen dürfen die Geräte zwischen 20 und 7 Uhr nicht genutzt werden. Die Betriebszeiten können durch örtliche Vorschriften weiter eingeschränkt sein.


Lärmschutz bei stationären haustechnischen Geräten

Wer haustechnische Geräte (Klimageräte, Kühlgeräte, Lüftungsgeräte, Luft-Wärme-Pumpen und Mini-Blockheizkraftwerke) betreibt, muss dafür sorgen, dass diese nicht Quelle von Lärmbelästigungen sind.

Der Lärmschutz beginnt hier bereits mit der Planung. Anlagen, die im Haus oder anderen geschlossenen Räumen, wie etwa einer Garage, untergebracht sind, sind für die Umgebung immer leiser als Anlagen, die im Freien stehen. Finden die Anlagen im Haus Platz, sollten die Räume so ausgestattet werden, dass möglichst keine Schallbelästigung erfolgt. Zu beachten ist auch die Lage zu anderen Räumen. Schlafzimmer brauchen Ruhe, eine Küche muss nicht unbedingt ein Ort absoluter Stille sein. Stehen Anlagen im Freien, sollten Abstände zum Nachbarn, mögliche Schallverstärkungen, etwa in Innenhöfen, und andere Faktoren mit bedacht werden.

Die Qualität haustechnischer Geräte bezüglich Ihrer Geräuschentwicklung kann sehr unterschiedlich sein. Achten Sie beim Kauf darauf. Bei den technischen Daten muss auch der Schallpegel angegeben sein, den Geräte im Betrieb erzeugen.

Oft entstehen Geräuschbelastungen dadurch, dass Geräte falsch installiert sind. Ein häufiges Phänomen ist dabei die Schallübertragung durch Körperschall. Körperschall bedeutet, dass sich Schall und andere Vibrationen nicht durch die Luft, sondern über Bauteile wie Decken und Wände oder auch Rohre oder auch über den Erdboden ausbreiten. Eine wirksame Schutzmaßnahme im Gebäude besteht darin, die Geräte, von denen die Schwingungen ausgehen, zu entkoppeln. Geeignete Maßnahmen sind beispielsweise eine elastische Lagerung oder Schallschutzmaßnahmen im Estrich.

Wichtig ist auch, dass bei der Geräte-Wartung auf das Thema Geräuschentwicklung geachtet wird. Sind die Geräte lauter als normal, deutet das auf Defekte hin.

Anforderungen der TA Lärm an stationäre haustechnische Geräte

Die „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm) legt Anforderungen an den Betrieb stationärer Geräte fest. Unter anderem nennt sie Immissionsrichtwerte für den Lärmpegel. Stationäre Geräte benötigen für ihren Betrieb keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung. Die Verantwortung für die Einhaltung der Richtwerte liegt beim Betreiber der Anlage. Wichtig ist, dass bei der Messung und Beurteilung der Lärmimmission immer die Gesamtsumme aller Anlagen zugrunde gelegt wird, die zur Lärmimmission beitragen.

Die Immissionsrichtwerte betragen zum Beispiel

  • für allgemeine Wohngebiete und Kleinsiedlungsgebiete am Tag 55 Dezibel(A), bei Nacht: 40 Dezibel(A),
  • für reine Wohngebiete am Tag 50 Dezibel(A), bei Nacht: 35 Dezibel(A),
  • für Kurgebiete, Krankenhäuser, Pflegeanstalten am Tag: 45 Dezibel(A), bei Nacht: 35 Dezibel(A).