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Kraftstoffqualität

Zapfsäule einer Tankstelle. Foto: Heidrun Hobel / panthermedia.net

Ein besonderer Schwerpunkt für die Verbesserung der Luftqualität liegt in der Minderung der Emissionen des Straßenverkehrs. Neben einer stufenweisen Herabsetzung der Kfz-Abgasgrenzwerte ist die Verbesserung der Kraftstoffqualität ein wichtiger Baustein, um die ehrgeizigen EU-Luftqualitätsziele zu erreichen.


Qualitätsstandards für Kraftstoffe

Bereits im Jahr 1998 hat die Europäische Union die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen durch eine entsprechende Richtlinie vereinheitlicht. Durch bessere Kraftstoffe sollten die Umwelt ebenso geschützt werden wie die menschliche Gesundheit. Auch die technischen Anforderungen moderner Motoren und der Katalysatoren zur Abgasnachbehandlung wurden dabei umfassend berücksichtigt. Die Richtlinie wurde im Jahr 2009 überarbeitet und ergänzt durch verbindliche Vorgaben für die nachhaltige Herstellung von Biokraftstoffen oder anderer erneuerbarer Kraftstoffe im Verkehrssektor.

In der Bundesrepublik Deutschland sind die grundsätzlichen Anforderungen hinsichtlich Vertrieb, Verkauf, Auszeichnung und Beschaffenheit aller auf dem Markt befindlichen Kraftstoffe in der "Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraft- und Brennstoffen - 10. BImSchV" festgelegt. Die aufgrund der EU-Vorgaben national einzuhaltenden Qualitätsstandards sind im Detail in der DIN EN 228 und E DIN 51626-1 (Ottokraftstoffe) und DIN EN 590 (Dieselkraftstoffe) festgelegt.

Daneben enthält die 10. BImSchV Qualitätsanforderungen für Biodiesel (DIN EN 14214), Ethanolkraftstoff E85 (DIN 51625), Flüssiggas (DIN EN 589), Erdgas und Biogas (DIN 51624) und Pflanzenölkraftstoff (DIN 51605).

Überwachung der Kraftstoffqualität in NRW

Im Interesse eines besseren Umwelt- und Verbraucherschutzes sind die einzelnen Mitgliedstaaten verpflichtet, die EU-weit geltenden Qualitätsanforderungen regelmäßig zu überwachen und der Kommission hierüber zu berichten. Die Anzahl der von den Mitgliedstaaten zu überprüfenden Kraftstoffproben ist in der DIN EN 14274 (Ermittlung der Qualität von Ottokraftstoff und Dieselkraftstoff) festgelegt.

Auf dieser Basis wurden in NRW im Jahr 2016 im Rahmen einer landesweiten Überwachungsaktion flächendeckend an Tankstellen Proben gezogen und analysiert:

  • 86 x Otto-Kraftstoff der Sorte E5,
  • 83 x Otto-Kraftstoff der Sorte E10,
  • 74 x Diesel-Kraftstoff,
  • 3 x Flüssiggas (LPG),
  • 3 x Erdgas

Durch die ganzjährige Überprüfung wurden die Qualitäten sowohl der Sommer- (1. Mai - 30. September) als auch der Winterware (16. November – 15. März) erfasst.

Ottokraftstoffe

Bei den Ottokraftstoffen werden insgesamt 29 Parameter überprüft, darunter unter anderem:

  • Klopffestigkeit (MOZ und ROZ),
  • Dampfdruck,
  • Siedeverlauf,
  • Dichte,
  • Schwefelgehalt,
  • Benzolgehalt,
  • Gehalt an Kohlenwasserstoffgruppen (Olefine und Aromaten),
  • Sauerstoffgehalt,
  • Gehalt an sauerstoffhaltigen organischen Verbindungen (einschließlich Ethanol),
Dieselkraftstoff

Beim Dieselkraftstoff werden insgesamt 19 Parameter überprüft, darunter unter anderem:

  • Zündwilligkeit (Cetanzahl),
  • Filtrierbarkeit (Cold Filter Plugging Point, CFPP),
  • Destillationsverlauf,
  • Flammpunkt,
  • Dichte,
  • Schwefelgehalt,
  • polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe,
  • Fettsäure-Methylestergehalt (FAME)

Die Kraftstoffanalysen ergaben bei 25 von 249 Proben unbedeutende Normabweichungen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass durch die Beimischung von biogenen Anteilen zu den Kraftstoffen keine Verschlechterung der Kraftstoffqualität eingetreten ist.

Insgesamt haben die Analyseergebnisse gezeigt, dass die in NRW auf dem Markt befindlichen Kraftstoffe von hoher Qualität sind.