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Umweltmedizinische Untersuchungen

Im umweltmedizinischen Labor. Foto:  LANUV

Umweltepidemiologische Untersuchungen sind eine Möglichkeit herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen einer speziellen Belastungssituation vor Ort – zum Beispiel Schadstoffkonzentration in Außenluft oder Boden – und Auswirkungen auf die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung gibt.


Untersuchungen im Auftrag des NRW-Umweltministeriums

Durch umweltepidemiologische Untersuchungen kann festgestellt werden, ob Schadstoffe aus der Umwelt zu einer erhöhten inneren Belastung des menschlichen Körpers führen. Solche Untersuchungen werden Human-Biomonitoring (HBM) genannt. Die innere Belastung wird durch Analyse von Schadstoffen oder ihrer Abbauprodukte unter anderem in Blut, Urin, Muttermilch und Haaren untersucht.

Seit Mitte der 1970er Jahre konzipiert und realisiert das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) umweltepidemiologische Projekte - im Auftrag des NRW-Umweltministeriums. Die wichtigsten Untersuchungen aus den letzten Jahren sind hier beschrieben.


Phthalate in Kindertagesstätten

Phthalate sind Bestandteil vieler Kunststoffprodukte, und werden als Weichmacher eingesetzt. Es besteht der Verdacht, dass sich ein Teil dieser Substanzen negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirkt. Phthalate werden von Kindern üblicherweise über die Nahrung aufgenommen. Zur Diskussion steht auch, ob eine mögliche Aufnahmequelle nicht auch die Staubaufnahme durch Hand-Mund-Kontakt sein kann – vor allem in der Altersgruppe der Kita-Kinder.

Die vom LANUV durchgeführten Untersuchungen (Urin der Kinder, Luft, Feinstaub in der Luft, Hausstaub am Boden) ergaben keinen Hinweis darauf, dass die Phthalatbelastung des Hausstaubs in den untersuchten Kindertageseinrichtungen eine wesentliche Zusatzbelastung für die Kinder darstellt.


Feinstaubkohortenstudie „Frauen in NRW“

Die „Feinstaub-Kohortenstudie Frauen NRW“ hat die Zusammenhänge von Sterblichkeit (bzw. Todesursachen) und Luftbelastung (Feinstaub, Stickstoffdioxid, Wohnen in der Nähe einer Hauptverkehrsstraße) untersucht. Untersucht wurde eine Gruppe älterer Frauen aus NRW.

Im ersten Teil der Studie (Erhebung bis 2003) fand man einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Luftbelastung und Sterblichkeit infolge von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen heraus. Im zweiten Teil (Erhebung bis 2008) konnten die Ergebnisse des ersten Teils bestätigt werden und differenzierte Zusammenhänge zwischen einzelnen Todesursachen (Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrebs) und den Luftschadstoffen beobachtet werden.


Human-Biomonitoring Perfluorierter Verbindungen (PFT)

Im Zusammenhang mit der im Jahr 2006 aufgedeckten PFT-Belastung im Sauerland wurden vom LANUV verschiedene umweltepidemiologische Studien konzipiert und wissenschaftlich begleitet. Für die Bevölkerung in der Region waren zum einen die Kontamination des Trinkwassers mit der PFT-Verbindung PFOA (Perfluoroctansäure) in einigen Arnsberger Stadtteilen eine wesentliche Belastungsquelle, zum anderen ist die Belastung von Fischen im Bereich der Möhneseeregion mit der PFT-Verbindung PFOS (Perfluoroctansulfonat) für Anglerinnen und Angler relevant. Die Untersuchungen werden seit dem Jahre 2006 in mehreren Durchgängen durchgeführt und dauern zum Teil noch an.


Muttermilchuntersuchungen

Im Auftrag des Umweltministeriums NRW werden vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe in Münster Muttermilchproben auf Umweltschadstoffe untersucht. Stillende Mütter können ihre Milch zum Beispiel auf Dioxine, polychlorierte Biphenyle (PCB) oder perfluorierte Verbindungen (PFT) untersuchen lassen.