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Sonderabfälle

Benutzte Batterien sind auch Sonderabfälle. Foto: Uwe Norkus/ Panthermedia.net

Sonderabfälle werden auch als gefährliche Abfälle bezeichnet. Es handelt sich größtenteils um industrielle und gewerbliche Abfälle, aber auch um Abfälle aus dem Gesundheitsdienst, Batterien und Altöl.


Regelungen zu Sonderabfällen

In der Regel stammen „Sonderabfälle“ beziehungsweise „gefährliche“ Abfälle aus Gewerbe und Wirtschaft und aus öffentlichen Einrichtungen. Es sind Abfälle,  die nach Art, Beschaffenheit oder Menge in besonderem Maße gesundheits-, luft- oder wassergefährdend, explosibel oder brennbar sind oder Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten oder hervorbringen können.

Die gefährlichen Abfälle sind in der Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) definiert und in der dazugehörigen Anlage (Abfallverzeichnis) mit einem Sternchen* gekennzeichnet. An ihre Überwachung und Entsorgung werden besondere Anforderungen gestellt.


Daten zur Sonderabfallwirtschaft in NRW

Daten zur Sonderabfallwirtschaft in NRW Die Daten zur Sonderabfallwirtschaft werden in Nordrhein-Westfalen seit dem Jahr 2010 in jährlichen Berichten erfasst und veröffentlicht. Der aktuellste Bericht zur Sonderabfallwirtschaft in NRW dokumentiert die Daten des Jahres 2014. Er enthält umfangreiche Daten zur Entstehung und Entsorgung von gefährlichen Abfällen - sogenannten Sonderabfällen - in Nordrhein-Westfalen. Er enthält Informationen über Art und Menge der in Nordrhein-Westfalen entstandenen und hier entsorgten Sonderabfälle, über deren Herkunft und Verbleib. Der Bericht enthält darüber hinaus Daten zu Abfallimporten nach und Abfallexporten aus Nordrhein-Westfalen für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle.

Die Bilanz: In Nordrhein-Westfalen sind im Jahr 2014 rund 5,7 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle entstanden. Unter Berücksichtigung aller Abfallströme in und aus anderen Ländern und dem Ausland sind im Jahr 2014 in Nordrhein-Westfalen rund 6,7 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle entsorgt worden. Nordrhein-Westfalen verfügt über ein flächendeckendes Netz an Abfallbehandlungsanlagen und Deponien, welche eine umweltgerechte Entsorgung dieser Abfälle gewährleisten. Der Abfallimport nach Nordrhein-Westfalen betrug im Jahr 2014 rund 1,8 Millionen Tonnen, wovon rund 0,65 Millionen Tonnen gefährliche Abfälle waren. Im Vergleich zum Jahr 2013 ist die Importmenge um 5,2 % gestiegen. Der Abfallexport ist im Jahr 2014 um 68 % auf rund 0,92 Millionen Tonnen angestiegen, wobei überwiegend die Exporte nicht gefährlicher Abfälle um 75 % bzw. 347.210 Tonnen angestiegen sind.

Überwachung der Entsorgung von Sonderabfällen

Zur Überwachung der Entsorgung gefährlicher Abfälle sind gesetzlich vorgeschriebene Nachweise zu führen (Nachweisverfahren gemäß Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und Nachweisverordnung). Ausgenommen von dieser Nachweispflicht sind zum Beispiel private Haushalte, Erzeuger von Kleinmengen, Eigenentsorger sowie Hersteller und Vertreiber, die Abfälle im Rahmen der Produktverantwortung freiwillig zurücknehmen.

Entsorgungsfachbetriebe, auf Antrag Freigestellte und EMAS-Betriebe sind von der Pflicht zur Vorab-Bestätigung der Nachweiserklärung befreit.

Das Nachweisverfahren umfasst im Grundverfahren eine Vorabkontrolle (Genehmigung des Entsorgungsweges vor Beginn der Entsorgung mittels Entsorgungs- bzw. Sammelentsorgungsnachweis) und eine Verbleibskontrolle (Dokumentation jedes einzelnen Entsorgungsvorganges mittels Übernahme- und/oder Begleitschein).

Seit dem 1. April 2010 müssen Abfallerzeuger, Beförderer und Abfallentsorger, die an der Entsorgung gefährlicher Abfälle beteiligt sind, die Entsorgungsnachweise und Begleitscheine in elektronischer Form führen und elektronisch signieren. Auch das Register (früher Nachweisbuch) ist elektronisch zu führen.

Die Länder stellen mit der zentralen Koordinierungsstelle (ZKS-Abfall) die technischen Voraussetzungen für das elektronische Abfallnachweisverfahren (eANV) zur Verfügung: Über die ZKS-Abfall werden alle Nachweisdokumente bundesweit elektronisch entgegengenommen und verteilt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Internetzugang mit geeigneter Soft- und Hardware sowie die Registrierung bei der ZKS.

In Nordrhein-Westfalen werden die Daten aus der Vorab- und Verbleibskontrolle von der  Zentralen Stelle für Nachweisverfahren bei der Bezirksregierung Düsseldorf erfasst, aufbereitet und den Abfallwirtschaftsbehörden zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen: