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Radon
Radon – natürliche Radioaktivität in der Umwelt

Karte über die Prognose zum Vorkommen von
natürlichem Radon im Boden in NRW
größere Ansicht (PDF, 156 KB)Radon ist ein natürlich vorkommendes, radioaktives Edelgas. Es ist farb-, geschmack- und geruchlos und kann daher vom Mensch nicht unmittelbar wahrgenommen werden. Radon kommt auf unserem gesamten Planeten im Boden, in der Luft und im Wasser vor. Radon entsteht im Erdboden durch den Zerfall des radioaktiven Schwermetalls Uran, ein Metall, das seit der Erdentstehung als natürlicher Bestandteil in der Erdkruste enthalten ist. Durch den Zerfall des Schwermetalls bilden sich neue Stoffe, die im weiteren Umwandlungsprozess Radon entstehen lassen. Radon selbst ist ebenfalls nicht stabil. Es hat eine Halbwertszeit von 3,8 Tagen, das heißt, innerhalb dieser Zeit zerfällt die Hälfte des Radonvorkommens.
Da Radon gasförmig ist, kann es aus dem Boden entweichen und in die Atmosphäre gelangen, wo es in mehrere radioaktive Folgeprodukte zerfällt. Die Konzentration des radioaktiven Radons in der Luft wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) angegeben. Die für den Menschen daraus resultierende Strahlenbelastung kann berechnet werden und wird in Millisievert (mSv) angegeben. Für Deutschland wurde ermittelt, dass die Bevölkerung durch Inhalation von Radon und seinen Folgeprodukten einer mittleren Strahlenbelastung von 1,1 Millisievert pro Jahr (mSv/a) ausgesetzt ist, davon rund 0,9 mSv/a durch den Aufenthalt in Gebäuden. Zur Orientierung: Für die Bevölkerung in Deutschland beträgt die mittlere Gesamtstrahlenbelastung, d. h. die Summe der natürlichen und der künstlich erzeugten Radioaktivität (z. B. in der Medizin), ca. 4 Millisievert pro Jahr
Die Radon-Karte für Nordrhein-Westfalen
Die Radonkarte für Nordrhein-Westfalen, erstellt vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), gibt eine Orientierung über die regionale Verteilung der Radonkonzentration in der Bodenluft 1 Meter unter der Erdoberfläche. Als Datenbasis wurden die im Auftrag des Bundes durchgeführten Messungen an geologisch repräsentativen Messorten mit Stand September 2003 herangezogen. Sie ist gegliedert in großräumige, verschiedenfarbige Rasterflächen, die anzeigen, welche Radonkonzentrationen in der Bodenluft prognostiziert werden. Anhand der Prognose für eine bestimmte Rasterfläche kann nicht generell auf die Radonkonzentration an einem bestimmten Standpunkt (zum Beispiel ein Baugrundstück) geschlossen werden. Daher ist auch keine Aussage über eine gegebenenfalls erhöhte Konzentration in einem einzelnen Haus möglich, da die Radonkonzentrationen in der Bodenluft kleinräumig variieren können.
Die Radonkonzentration in der Bodenluft ist ein Maß dafür, wie viel Radon im Untergrund vorhanden ist und somit in die Gebäude gelangen kann. Die Ausbreitung des Radons, d. h., wie viel Radon aus dem Baugrund in die Gebäude gelangen kann, lässt sich statistisch abschätzen. Für unterkellerte Erdgeschoss-Wohnräume bzw. Kellerräume wurde dabei ermittelt, dass von dem in der Bodenluft vorhandenen Radon im Mittel (Medianwert) zwischen 1,1 ‰ und 1,6 ‰ (Promille) in die Häuser gelangen kann.
Allerdings lassen sich diese Medianwerte nicht auf alle Gebäude übertragen, da die Isolierung und die Gebäudestruktur sowie andere Faktoren Einfluss darauf haben, wie viel Radon in die Räume gelangt. Die Spannweite ist hier sehr hier sehr groß; sie liegt zwischen 0,1 ‰ und 20 ‰. Generell bieten die Daten über bestehende Radonkonzentrationen lediglich Anhaltspunkte für eine mögliche Radonbelastung. Die tatsächlichen Belastungen, denen Bewohner eines Gebäudes ausgesetzt sind, können nur durch eine individuelle Messung der Radonkonzentration in der Raumluft ermittelt werden. Messungen dieser Art werden von entsprechenden Ingenieurbüros durchgeführt.
In den Jahren 2001 bis 2003 wurden im Auftrag des BfS mehr als 2.200 Einzelmessungen in Innenräumen in NRW durchgeführt. Die Daten liegen dem Umweltministerium NRW vor. Es ist jedoch zu beachten, dass diese Daten lediglich als Anhaltspunkte für eine mögliche erhöhte Radonbelastung anzusehen sind. Die Ergebnisse werden Kommunen und interessierten Bürgern vom NRW-Umweltministerium auf Anfrage mit Angabe von Ort und Postleitzahl zur Verfügung gestellt.
Für eine Anfrage nutzen Sie bitte das
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Wie wirkt Radon auf die menschliche Gesundheit?
Die Radonproblematik beruht weniger auf einer direkten Schädlichkeit von Radon selbst als vielmehr auf den gesundheitlichen Wirkungen seiner Folgeprodukte. Während das Radon zum größten Teil wieder ausgeatmet wird, können seine Zerfallsprodukte – an kleine Staubteilchen angelagert – im Atemtrakt verbleiben und hier ihre schädliche Wirkung entfalten. Sie zerfallen mit der Zeit und setzen dabei energiereiche Strahlung frei. Wenn dieser Zerfallsprozess in der menschlichen Lunge stattfindet, können die sehr empfindlichen Zellen der Bronchien durch die freigesetzte Strahlung geschädigt werden. Damit erhöht sich das Risiko für die Entstehung einer Lungenkrebserkrankung. Große bevölkerungsrepräsentative Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich das Lungenkrebsrisiko mit steigender Radonkonzentration erhöht. Eine signifikante Erhöhung dieses Krankheitsrisikos konnte schon im Bereich zwischen 100 und 200 Bq/m3 ermittelt werden. Weiterhin zeigte sich, dass ein Anstieg der Radon- Konzentration in der Innenraumluft um 100 Bq/m3 mit einer linearen Zunahme von Lungenkrebsfällen um 10 bis 16 Prozent in Verbindung steht.
Insgesamt betrachtet wird das Vorkommen von Radon in Häusern heute nach dem Rauchen als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs in der Bevölkerung angesehen. Die ermittelten Zusammenhänge zwischen der Inhalation von Radon bzw. seinen Zerfallsprodukten und der Erhöhung des Lungenkrebsrisikos gelten sowohl für Raucherinnen und Raucher als auch für Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Es gibt deutliche Hinweise, dass das Lungenkrebsrisiko der Raucher bei gleichzeitiger Radonexposition besonders hoch ist. Aktuell gibt es in Deutschland keine rechtliche Regelung zur Bewertung und Minimierung der Radonbelastung in Innenräumen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt aber aus Vorsorgegründen, eine Radon-Konzentration von 100 Bq/m3 in Aufenthaltsräumen nicht zu überschreiten.
Bauliche Schutzmaßnahmen
Für bodenberührte Bauteile – wie Bodenplatte und Kellerwände – gilt der einfache Grundsatz: Je dichter die Konstruktion insgesamt, um so größer der Schutz gegen eindringendes Radon. Bei Neubauten wird diese Formel bereits durch die öffentlich- rechtlichen Anforderungen in den technischen Regeln für die Planung und Ausführung von Gebäuden erfüllt. Die bei Neubauten ausnahmslos ausgeführten Betonbodenplatten und die häufig eingesetzten Betonkelleraußenwände sollten hier ausreichend dick und stahlbewehrt sein. Kelleraußenwände aus Mauerwerk können mit zusätzlichen normgerechten Abdichtungen versehen werden. Auf kritische Stellen wie Bauteilfugen oder Durchdringungen von Rohren oder Leitungen ist besonders zu achten. Zusätzlich wirksam ist die Einbettung des Gebäudes in seitliche und gegebenenfalls auch unterseitige Drainageschichten zum Beispiel aus Kies oder ähnlichen dauerhaft luftdurchlässigen Verfüllmaterialien – in Kombination mit Drainageleitungen, die die Bodenausgasung beschleunigen.
Bauliche Defizite im Gebäudebestand können im Einzelfall von Fachleuten festgestellt und beseitigt werden. Mit anschließenden Messungen lässt sich die Wirkung der durchgeführten Maßnahmen überprüfen. In Sonderfällen sind neben den baulichen auch ergänzende betriebliche Maßnahmen, wie beispielsweise mechanische Lüftungssysteme, einsetzbar, um eine stärkere Raumlüftung zu erzielen. Generell kann durch häufiges Lüften die Radonkonzentration in Räumen gesenkt werden. Alle vorgenannten baulichen und betrieblichen Maßnahmen können zum Schutz vor erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden eingesetzt werden. Um den gewünschten Erfolg zu erzielen, sollten die praxistaugliche Umsetzung der Einzelmaßnahmen und die nachfolgende Zustandsbewertung in Zusammenarbeit mit kompetenten Fachleuten erfolgen.
Weiterführende Informationen:
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