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Stickstoffdioxid

Wirkungen von Stickstoffdioxid

Der Luftschadstoff Stickstoffdioxid gehört zur Gruppe der Stickstoffoxide (NOx). Zu den wichtigsten Quellen für das Vorkommen dieser Verbindungen in der Umwelt gehört neben Kraftwerken und Feuerungsanlagen der Verkehr. Bei Verbrennungsvorgängen entstehen sowohl Stickstoffmonoxid (NO) als auch Stickstoffdioxid (NO2). Das Stickstoffmonoxid wird in der Außenluft aber relativ schnell zum gesundheitlich bedeutsameren Stickstoffdioxid (NO2) umgewandelt. Die höchsten Konzentrationen an Stickstoffoxiden werden an eng bebauten, viel befahrenen Straßen gemessen, weil sich die Autoabgase dort nicht ungehindert ausbreiten können und daher nur langsam in der Atmosphäre verdünnt werden.

Stickstoffdioxid kann die menschliche Gesundheit nachhaltig schädigen. Große Gesundheitsstudien der letzten Jahre konnten zeigen, dass es mit ansteigender Stickstoffdioxid-Konzentration in der Außenluft auch zu einer Zunahme an gesundheitlichen Beschwerden und Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung kommt. Je höher die Stickstoffdioxid-Belastung in der Außenluft ist, desto ausgeprägter ist dieser Effekt. Dabei zeigt sich, dass Stickstoffdioxid ein guter Indikator für die schädlichen Wirkungen von Schadstoffen aus dem Verkehr ist. Schon eine vergleichsweise geringe Erhöhung an Stickstoffdioxid führt bei der Bevölkerung zu einem nachweisbaren Anstieg an Atemwegserkrankungen, wie chronischem Husten oder chronischer Bronchitis sowie zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Atemwegs-Infekten.

Besonders betroffen von den Stickstoffdioxid-Belastungen sind vor allem gesundheitlich vorgeschädigte Personen mit Atemwegserkrankungen sowie Kinder und Jugendliche. Aber auch Herzkreislauferkrankungen und sogar die Sterblichkeit nehmen in der Bevölkerung mit ansteigender Stickstoffdioxid-Belastung zu.

Da Atemwegskrankheiten in der Bevölkerung bei steigender Stickstoffdioxid-Belastung zunehmen, heißt das im Umkehrschluss, dass die Verringerung dieser Belastung einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben daher berechnet, wie stark sich eine angenommene Verringerung der Stickstoffdioxid-Belastung auf das Krankheitsgeschehen in der Bevölkerung auswirkt. Dabei wurden diese Auswirkungen einmal auf Kinder und Jugendliche sowie einmal auf Erwachsene näher untersucht. Die Ergebnisse wurden jeweils auf eine angenommene Population von insgesamt 1 Million Menschen bezogen. Demnach zeigt sich, dass bei Kindern und Jugendlichen insgesamt 3.000 Bronchitis-Fälle vermieden werden könnten, wenn die langfristige Stickstoffdioxid-Belastung in der Außenluft von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter abgesenkt würde. Bei Erwachsenen würde dieser Rückgang sogar zu einer Vermeidung von insgesamt 3.200 Fällen führen. Betrachtet man die großen Ballungsräume in Nordrhein-Westfalen, ist dieser Effekt noch beeindruckender. Werden diese Werte zum Beispiel auf das Ruhrgebiet mit einer derzeitigen mittleren jährlichen Stickstoffdioxid-Belastung von ca. 30 Mikrogramm pro Kubikmeter übertragen, würde die langfristige Reduzierung um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter die Vermeidung von ca. 7.500 Bronchitisfällen bei Kindern und von ca. 8.000 solcher Fälle bei Erwachsenen pro Jahr bedeuten. Auch wenn die Belastung mit Stickstoffdioxid in den großen Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet natürlich nicht gleichmäßig verteilt ist, zeigen diese Untersuchungen sehr eindrucksvoll, welch großes gesundheitsförderndes Potential in der Reduzierung der Stickstoffdioxid-Belastung steckt.

Als Fazit kann somit festgehalten werden: Die Absenkung der Stickstoffdioxid-Belastung in der Außenluft ist mit einem konkreten Gewinn für die Gesundheit der Bevölkerung verbunden. Selbst kleine Maßnahmen zur Reduzierung dieser Belastung sind für die Gesundheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen von großem Nutzen.

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