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Emscherumbau

Jahrhundertprojekt Emscherumbau

Bereits seit Beginn der 90er Jahre wird der Umbau des Emschersystems geplant. Inzwischen ist er in vollem Gange. Das alte System der offenen Abwasserableitung wird Schritt für Schritt aufgegeben und das Schmutzwasser in unterirdischen Abwasserkanälen den Kläranlagen zugeleitet. Die vom Abwasser befreiten Gewässer werden umgebaut und ökologisch verbessert. Dieses größte Infrastrukturvorhaben der Region ist ein Jahrhundertprojekt. Ein vergleichbares wasserwirtschaftliches Projekt gibt es in Europa nicht. Die Geschichte des Ruhrgebiets und der Emscher, die in Holzwickede entspringt und in Dinslaken in den Rhein mündet, sind untrennbar miteinander verbunden. In einigen Bereichen ist sie auch heute noch ein offener Abwasserlauf. Im Raum Dortmund und in Duisburg sind aber bereits die Erfolge der Renaturierung auf vielen erlebbar.

Dies gilt in gleicher Weise in der ganzen Region für viele Nebenläufe der Emscher. Es ist geplant bis Ende 2017 den Abwasserkanal Emscher und alle Zubringerkanäle zu errichten und bis Ende 2020 die Emscher und alle Nebenläufe naturnah umzugestalten. Damit haben sich die Emschergenossenschaft und das Land Nordrhein-Westfalen ein ehrgeiziges Ziel gesteckt, die Gewässer und ihre Landschaft und nicht Abwassergerinne sollen wieder die Städte und die Region prägen. Die Vision der blauen Emscher im grünen Emschertal verbinden sich dabei mit wasserwirtschaftlichen, landschaftsgestalterischen und städtebaulichen Planungen. Allen Beteiligten bieten die Infrastrukturmaßnahmen an der Emscher auch in der gesamten Region eine Chance für Wirtschaft, Arbeitsplätze, Landschaftsentwicklungen und die Lebensqualität in der Region.

Nachhaltige Standort-, Stadt- und Landschaftsentwicklungen führen zu integrierten Angeboten für Wohnen, Arbeiten und Freizeit in einer attraktiven Gewässerlandschaft. Die Abwasserbehandlung der Emscherregion findet in lediglich drei Kläranlagen statt. Aus diesem Grunde muss ein 52 km langer Kanal von Dortmund bis Dinslaken errichtet werden. Der geplante Emscherkanal zeichnet sich vor allem durch seine Dimensionen aus. Mit diesem Kanal werden zukünftig die Abwässer von ca. 1,76 Mio. Menschen aus einem 789 km2 großem Einzugsgebiet gesammelt und abgeleitet. Besonders hervorzuheben sind die ungewöhnlichen Tiefenlagen bis zu 40 m, die Gesamtlänge von ca. 52 km, die Länge der einzelnen Haltungen bis zu 600 m und der permanent große Abwasserabfluss mit entsprechend hohen Füllständen und Fließgeschwindigkeiten in diesem Abwassersammler mit Durchmessern zwischen 1,40 m und 3,40 m. Da ein solch großer Abwasserkanal absolut versagenssicher gebaut werden muss, wird für bestimmte Streckenabschnitte ein Zweirohrsystem geplant.

Für den Strukturwandel in der größten zusammenhängenden Industrieregion Europas ist der Umbau des Emschersystems der wichtigste Baustein. Die Tabelle unten gibt einen Überblick über den aktuellen Umsetzungsstand und die erforderlichen Mittel. Die Rahmenkostenschätzung aus dem Jahre 1992 musste bis heute nicht korrigiert werden.

Generationenprojekt Emscher-Umbau (1992-2020) - eine Region im Wandel


Geplante Anlagen Fertiggestellte Anlagen
bis 31.12.2009


Rahmenkostenschätzung
1992 in Mio. EUR

Kläranlagen 3* 1.115 3
Abwasserkanäle und
Regenwasserbehandlung
400 km
485.000 m3
2.136 218,1 km
Wasserlauf-Umgestaltung 340 km 618 74,5 km
Rückhaltung 4.650.000 m3 558 1.811.000 m3
Summe in Mio. EUR
4.427

Von den geplanten rund 4,5 Mrd Euro sind bis heute ca. 2,5 Mrd Euro verausgabt worden.



Zukunftsvereinbarung Regenwasser

Die Emschergenossenschaft und die Kommunen der Emscherregion haben sich bereits im Oktober 2005 in der "Zukunftsvereinbarung Regenwasser" zu inem neuen Umgang mit Regenwasser verpflichtet. Als ein Projekt sollen bis zum Jahr 2020 15 Prozent der an der Kanalisation angeschlossenen Fläche abgekoppelt werden. Die entsiegelten Flächen führen dazu, dass Niederschlagswasser dezentral entsorgt wird und die Kanalisation und die Abwasserbehandlung nicht belastet. Das Umweltministerium unterstützt die Städte der Emscherregion und die Emschergenossenschaft beim abwassertechnischen Umbau der Emscher mit Zuschüssen. Für die Abkopplung von Flächen von der Kanalisation und die Vermeidung der Einleitung von gesammeltem Oberflächenwasser stellte das Umweltministerium in den Jahren 2006 bis 2010 jeweils 7 Millionen Euro aus Mitteln der Abwasserabgabe bereit.

Die Emschergenossenschaft muss bei der Errichtung der Kanalisation jährlich hohe Beträge investieren, um das zurzeit in der Emscher und ihren Seitenbächen oberirdisch abfließende Abwasser in Zukunft, wie in anderen Städten üblich, unterirdisch in geschlossenen Kanälen abzuleiten. Die Größe der zu errichtenden Kanäle hängt dabei maßgeblich von der angeschlossenen Fläche und der direkt damit in Zusammenhang stehenden, abzuleitenden Regenwassermenge ab. Die erforderlichen Investition zur Trennung von Abwasser und Gewässer können auf diese Weise die Abwassergebühren auch langfristig sozial verträglich gestaltet werden und gleichzeitig einen ökologischen Nutzen bewirken. Förderanträge können die Bürgerinnen und Bürger sowie die Kommunen in Zusammenarbeit mit der Emschergenossenschaft stellen. Die entsprechenden Förderrandbedingungen sind dort bekannt.



Grundwasserbewirtschaftung im Emschergebiet

Der Bergbau hat im Ruhrgebiet tiefe Spuren hinterlassen. In vielen Gebieten hat sich der Boden durch den Kohleabbau gesenkt, so dass diese heute unter dem natürlichen Grundwasserspiegel liegen. Hier ist auf Dauer eine Grundwasserhaltung notwendig. Zudem werden im Emschergebiet bis heute Gewässer als offene Schmutzwasserläufe genutzt. In einem Jahrhundertprojekt sollen in den nächsten Jahren Gewässer renaturiert und entsprechende Kanalisationsanlagen errichtet werden. Um die Folgen auf die Grundwasserbewirtschaftung im Emschergebiet im Zusammenhang mit dem Emscherumbau und der Sanierung öffentlicher und privater Kanäle abschätzen zu können, wurde eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Emschergenossenschaft gebildet. Beteiligt sind unter anderem das NRW-Umweltministerium, das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, die Bezirksregierung Münster, die Ruhrkohle AG und mehrere Kommunen.

Zielsetzung dieser Arbeitsgruppe war es, die verfügbaren Techniken für die Grundwasserhaltung zu überprüfen sowie die zusätzlichen Kosten für die Grundwasserhaltung zu beziffern.

PDF - Link öffnet in neuem Fenster Vorläufiger Ergebnisbericht der Arbeitsgruppe "Grundwasserbewirtschaftung im Emschergebiet" (PDF, 856 KB)



Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie auf den Internet-Seiten der Emschergenossenschaft-Lippeverband:



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