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Wasser

Wasser - Grundlage allen Lebens

Wir schätzen das Wasser zum Trinken, Kochen und Baden. Flüsse und Seen sind Erholungsräume und Transportwege, sie sind ein wesentliches Element unseres Ökosystems. Aber auf der Erdkugel wird das Lebensmittel Wasser knapp. Der weltweite Wasserverbrauch hat sich in den letzten 50 Jahren vervierfacht. Über 50 Staaten auf der Welt leiden bereits unter großer Wasserknappheit. Die Vereinten Nationen befürchten bei Fortsetzung der derzeitigen Verhältnisse, dass in ein bis zwei Jahrzehnten mehrere Milliarden Menschen unter dem sogenannten „Wasserstress“ leiden könnten. Insbesondere ist sauberes Trinkwasser ein knappes und damit teures Gut. Gesundheit und Ernährung, florierende Landwirtschafts- und Industriebranchen – dafür muss überall auf der Welt sauberes Süßwasser ausreichend vorhanden sein. Für die Umweltpolitik steht das Vorsorgeprinzip in der Wasserwirtschaft auf der Tagesordnung. Wirtschaftliche Entwicklung und soziale Sicherheit müssen mit dem langfristigen Schutz der natürlichen Lebensgrundlage Wasser verträglich sein. Die UNO-Umweltkonferenzen sprechen von der Verpflichtung der Staaten zu einer "Integrierten Planung und Bewirtschaftung von Wasserressourcen". In der EG-Wasserrahmenrichtlinie heißt es: „Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.“

Nordrhein-Westfalen ist ein wasserreiches Land mit vielen Bächen, Flüssen, Seen und großen Grundwasservorkommen. Es muss dafür gesorgt werden, dass sowohl das Grundwasser wie auch die Bäche, Flüsse und Seen ihre Funktionen als Trink- und Brauchwasserressource sowie als Lebensraum für Tiere und Pflanzen erfüllen können. Notwendige Wassernutzungen müssen gesichert, Menschen und Güter müssen vor den Gefahren von Hochwasser geschützt werden.

Aktuelle Herausforderungen an die Wasserwirtschaftspolitik in Nordrhein-Westfalen

Gewässer werden so bewirtschaftet, dass sie der Sicherung der Trink- und Brauchwasserversorgung der Menschen und der Industrie dienen als Bestandteil des Naturhaushalts erhalten und ökologisch verbessert werden und Hochwasserrisiken gemindert werden. In der Vergangenheit ist viel in die Wasserwirtschaft investiert worden, sei es für die Trinkwasserversorgung, die Abwasserreinigung, die Störfallvorsorge oder zum technischen Hochwasserschutz. Diese Maßnahmen hatten Erfolg. Die Wupper als „schwarzer Fluss“ oder der Rhein „als Kloake“ sind inzwischen Vergangenheit. Dennoch bestehen weiterhin Probleme, die wasserwirtschaftliches Handeln erfordern:

  • Die Landesregierung hat die Minderung der Hochwasserrisiken, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des erwarteten Klimawandels, zu einer Schwerpunktaufgabe gemacht.
  • Der Umbau des Emschersystems ist eine Jahrhundertaufgabe.
  • Das Programm „Lebendige Gewässer für Nordrhein-Westfalen“. Alle Gewässer in Nordrhein-Westfalen sollen spätestens bis zum Jahr 2027 gute ökologische Potenziale aufweisen. Dazu werden wir an den Gewässern nach dem Trittsteinkonzept Renaturierungsmaßnahmen durchführen, effektiv und effizient. Die heimischen Arten finden so wieder Lebensräume, für die Fische werden die Gewässer wieder durchgängig, die Menschen werden die Vielfalt der Bäche und Flüsse im Land wieder erleben können.
  • Ein spezielles Beratungsangebot für die Landwirtschaft zugunsten des Gewässerschutzes: Das Grundwasser ist in den intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen aufgrund der früheren Bewirtschaftungspraxis noch mit Nitraten belastet. Zum Teil kommt es durch Auswaschung und Erosion außerdem zu Nährstoff- und Pflanzenschutzmittel-Einträgen in die Oberflächengewässer. Die Landwirtschaftskammer bietet in den betroffenen Regionen ganz spezifische Beratungen an, damit gemeinsam mit den Landwirten der Austrag von Schadstoffen ins Grundwasser und in die Gewässer weiter gezielt gemindert werden kann und die Förderkulissen der Agrarumweltmaß-nahmen noch optimaler ausgerichtet werden können.
  • Die Minderung weiterer verbliebener Stoffeinträge ins Grundwasser und in die Oberflächengewässer, zum Beispiel aus Niederschlagswasser-einleitungen.
  • Die Optimierung der Trinkwasserqualität, mit besonderem Blick auf „neue“ Stoffe, insbesondere Spurenstoffe, die in einer Vielzahl von Produkten zur Anwendung kommen und zum heutigen Lebensstandard gehören, wird mit dem Programm „Reine Ruhr“ voran gebracht.

Programm "Reine Ruhr": NRW-Umweltministerium legt Fortsetzungsbericht vor - Maßnahmen gegen Mikroschadstoffe angekündigt

März 2014 - Die Landesregierung will eine umfassende Verbesserung der Wasserqualität erzielen. Aktuell wird der gute ökologische Zustand jedoch in 90 Prozent der Gewässer Nordrhein-Westfalens nicht erreicht, unter anderem aufgrund von Verunreinigungen durch Mikroschadstoffe. „Um unsere Gewässer aktiv zu schützen, bedarf es eines Multibarrierenschutzes, angefangen bei den Quellen, über die Kläranlagen bis hin zu den Wasserwerken“, erklärte Umweltminister Johannes Remmel zur Veröffentlichung des Fortsetzungsberichts "Reine Ruhr“.

Der Bericht dokumentiert den aktuellen Stand bei der Nachrüstung von Wasser- und Klärwerken sowie die aktuellen Daten zum Eintrag antropogener Spurenstoffe (Mikroschadstoffe) in Gewässer. Dazu gehören organische Schadstoffe wie Human- und Tierpharmaka, Industriechemikalien, Körperpflegemittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Nahrungsmittelzusatzstoffe, Additive in der Abwasser- und Klärschlammbehandlung, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel sowie Futterzusatzstoffe. Der Rat von Sachverständigen für Umweltfragen hat rund 5.000 Substanzen als potenziell umweltrelevant eingestuft. Die europäische Chemikalienagentur hat 2010 den Nachweis über den Einsatz von mehr als 400 gesundheitsgefährdenden, krebserregenden Chemikalien in verschiedenen Produkten erbracht. Der Bericht dokumentiert, dass durch die teilweise allgegenwärtige Verwendung dieser Mikroschadstoffe zu einer nachweisbaren Belastungen der Gewässer führt.

Für die überwiegende Mehrzahl von Mikroschadstoffen gilt, dass sie einer allgegenwärtigen Verwendung unterliegen und damit insbesondere auch über kommunale Kläranlagen in die Gewässer eingetragen werden. Die Ertüchtigung der kommunalen Kläranlagen stellt deshalb laut Minister Remmel eine effiziente Methode dar, die Verunreinigung von Gewässer mit Mikroschadstoffen zu reduzieren, dies gelte insbesondere für den Eintrag von Arzneimittelrückständen: "Die Gesellschaft wird immer älter und der medizinische Fortschritt schreitet voran, immer mehr Rückstände von Arzneimitteln gelangen über unsere Kanalisation in unsere Gewässer“, erläuterte Remmel. Inzwischen liegen sowohl vielfältige Erkenntnisse aus Forschungs- und Entwicklungsvorhaben als auch aus Machbarkeitsstudien vor; mehr als 45 Machbarkeitsstudien an kommunalen Kläranlagen sind durchgeführt bzw. aktuell in der Ausführung.. Hinzu kommen Erfahrungen aus der Praxis: 11 Kläranlagen in NRW haben bereits Technologien zur Eliminierung von Mikroschadstoffen wie Aktivkohlefilter und Ozonung auf freiwilliger Basis gebaut oder planen derzeit die Umsetzung.

Der aktuelle Bericht baut auf den Ergebnissen auf, die im ersten Zwischenbericht "Reine Ruhr" bzw. im Status-Bericht an den Landtag enthalten sind. Gerade der Wasserqualität entlang der Ruhr kommt unter dem Aspekt "Trinkwasser“ eine besondere Bedeutung zu. Denn die Ruhr ist Grundlage der Wasserversorgung für etwa 5 Millionen Menschen in NRW. Damit war die Ruhr im Jahr 2008 Ausgangspunkt und Namensgeber für die Entwicklung des Programms "Reine Ruhr“.

Zielsetzung des Programms sind die Vermeidung und der weitgehende Rückhalt von Mikroschadstoffen. Die vorliegenden Erkenntnisse aus einer umfassenden Bestandsaufnahme und einer Reihe von durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass es eines Multi-Barrieren-Schutzes bedarf. Dazu gehören sowohl Maßnahmen zur Vermeidung und Maßnahmen zur Verminderung an der Quelle der Industrieeinleitung, zur Ertüchtigung kommunaler Kläranlagen sowie Maßnahmen bei der Trinkwasseraufbereitung. Dahinter verbirgt sich das Prinzip eines vorsorgenden Gewässer- und Trinkwasserschutzes mit dem Ziel, einen Vorsorgewert für alle Mikroschadstoffe von maximal 0,1 Mikrogramm pro Liter zu erreichen.

Um Kompetenzen und vorhandenes Wissen zu bündeln, den Erfahrungsaustausch zu fördern und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, hat das NRW-Umweltministerium im Jahr 2011 das Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe ins Leben gerufen.

Weitere Informationen:

Trinkwasser – ein kostbares Gut

Nordrhein-Westfalen hat als mit 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichstes und industriell am stärksten geprägtes Land der Bundesrepublik einen besonders hohen Bedarf an qualitativ hochwertigem Trinkwasser und Brauchwasser. Die Qualität des Wassers wird in Nordrhein-Westfalen - gewissermaßen von der „Quelle“ bis zum Zapfhahn - aufgrund der landesweiten Überwachung von Oberflächengewässern, Grundwasser und Rohwasser sowie der Trinkwasserüberwachung regelmäßig überprüft.

Trinkwasser ist für den Menschen lebenswichtig und gehört zu den bestkontrollierten Lebensmitteln. Um Trinkwasser in entsprechender Qualität und Menge zur Verfügung stellen zu können, wurden EU-weit Rechtsvorschriften erarbeitet, die in deutsches Recht umgesetzt wurden und dem Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher dienen.

Weitere Informationen: Interner Link Themenbereich Trinkwasser



Abwasserbeseitigung – eine technische Herausforderung.

Eine funktionstüchtige Abwasserbeseitigung ist nicht nur die Grundvoraussetzung für lebendige Gewässer, sie stellt eine unverzichtbare Infrastruktureinrichtung für den modernen Staat dar. Die Abwasserbeseitigung in Nordrhein-Westfalen hat im nationalen und internationalen Vergleich einen hohen Standard. Die Anforderungen der EU-Kommunalabwasserrichtlinie an die kommunale Abwasserbehandlung sind in Nordrhein-Westfalen flächendeckend umgesetzt. Trotz der bisherigen Anstrengungen und Erfolge stehen weitere Handlungsfelder zur Bearbeitung an – zum Beispiel die Umsetzung der Wasser-Rahmenrichtlinie der Europäischen Union, die Reduzierung des Eintrags von Mikroschadstoffen, der Emscherumbau und die Anpassungsmaßnahmen in Folge des Klimawandels.

Interner Link weiter



Mit dem Wasser leben – Hochwasserschutz in NRW

Seit es Menschen gibt, werden sie vom Wasser angezogen. Doch für den früheren Menschen bedeutete das Wasser zugleich ungefesselte Naturgewalt, kaum beherrschbar, wenn es über die Ufer drängte. Auch der moderne Mensch sucht die Nähe zum Wasser. Wohnlagen an Gewässern sind begehrt. Doch das Risiko bleibt: Die Zahl der Menschen, die in Ballungsräumen an großen Flüssen und Strömen siedeln, ist weiter angewachsen. Auch die materiellen Werte, die es vor dem Hochwasser zu schützen gilt, haben sich entsprechend vervielfacht. Und es gibt Anzeichen dafür, dass der sich bereits abzeichnende Klimawandel die Wahrscheinlichkeit lokaler Starkregenereignisse und extremer Hochwasser vergrößert.Die Landesregierung unterstützt daher die Arbeit der Kommunen, Wasser- und Deichverbände für einen nachhaltigen und vorsorgenden Hochwasserschutz am Rhein und an allen hochwassergefährlichen Gewässern. Im Rahmen des NRW-Hochwasserschutzkonzepts und des nach europäischem Recht vorgeschriebenen Risiko-Managements werden Gefahrenlagen analysiert, vorsorgende Gegenmaßnahmen erarbeitet und auch der Einsatz im Ernstfall geplant.

Weitere Informationen: Interner Link Thema Hochwasserschutz



Jahrhundertprojekt Emscherumbau

Bereits seit Beginn der 90er Jahre wird der Umbau des Emschersystems geplant. Inzwischen ist er in vollem Gange. Das alte System der offenen Abwasserableitung wird Schritt für Schritt aufgegeben und das Schmutzwasser in unterirdischen Abwasserkanälen den Kläranlagen zugeleitet. Die vom Abwasser befreiten Gewässer werden umgebaut und ökologisch verbessert. Dieses größte Infrastrukturvorhaben der Region ist ein Jahrhundertprojekt. Ein vergleichbares wasserwirtschaftliches Projekt gibt es in Europa nicht. Die Geschichte des Ruhrgebiets und der Emscher, die in Holzwickede entspringt und in Dinslaken in den Rhein mündet, sind untrennbar miteinander verbunden. In einigen Bereichen ist sie auch heute noch ein offener Abwasserlauf. Im Raum Dortmund und in Duisburg sind aber bereits die Erfolge der Renaturierung auf vielen Kilometern erlebbar. Dies gilt in gleicher Weise in der ganzen Region für viele Nebenläufe der Emscher.

Weitere Informationen: Interner Link Themenbereich Emscherumbau



NRW-Programm „Lebendige Gewässer“ - die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Die Wasserwirtschaftsverwaltung in NRW erfasst und bewertet kontinuierlich Daten zum Wasserhaushalt, zur Gewässerqualität und zum ökologischen Zustand der Gewässer. Auf Basis dieser wasserwirtschaftlichen Grundlagendaten wurden und werden die Gewässer „bewirtschaftet“. Das bedeutet, es werden unter Beachtung von europäischem Recht und von Bundes- und Landesrecht Bewirtschaftungsziele aufgestellt und notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässer- und Grundwassersituation durchgeführt. Konzepte zu Planungen, Plänen und Programmen finden Sie in unserem Themenportal „Lebendige Gewässer“. Sie können dort auch Adressen von Ansprechpartnern und Hinweise auf Veranstaltungen und Publikationen rund um das Thema „EG-Wasserrahmenrichtlinie“.

Weitere Informationen: Interner Link Themenseite Lebendige Gewässer



Weitere Informationen und aktuelle Messwerte bei akuten Umweltschadensfällen wie "Rheinalarm" und Störfällen finden Sie auf der Externer Link - öffnet in neuem Fenster Seite des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW.



Wasserinformationssystem ELWAS - Kartenservice im Internet

Das Elektronische Wasser Informationssystem ELWAS mit dem im Internet verfügbaren Auswertesystem ELWAS-WEB beinhaltet Angaben zur Abwasserbeseitigung von industriellen und kommunalen Abwasseranlagen sowie die zugehörigen Überwachungsdaten. Es sind auch Daten zum Gewässernetz, über morphologische Veränderungen der Gewässer und zu Grundlagen und Ergebnissen des Gewässermonitorings abrufbar. Dieses System enthält außerdem Informationen zu Anlagen in und an Gewässern sowie zum Grundwasserbereich. Die Veröffentlichung dieser Daten auf ELWAS-Web ist ein Beitrag des Landesumweltministeriums im Rahmen der zu entwickelnden Open-Government-Strategie der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und eine wesentliche Voraussetzung für ein zukunftsorientiertes E-Government. ELWAS-WEB dient der transparenten Information der Öffentlichkeit und ist zugleich eine wichtige Voraussetzung für das schnelle Reagieren der Vollzugsbehörden bei Schadensfällen.

Weitere Informationen: Interner Link Themenseite ELWAS-WEB



Alle Themen im Bereich Umwelt:

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