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Wasserwirtschaft in Nordrhein-Westfalen
Ziel der nordrhein-westfälischen Wasserwirtschaft ist es, das Wasser als Bestandteil des Naturhaushaltes und als Lebensraum für Tier und Pflanze zu schützen, dem Menschen eine nachhaltige Nutzung des Wassers zu ermöglichen und ihn vor den Gefahren des Wassers zu schützen. Die konkreten Aufgaben sind über das Landeswassergesetz sowie untergesetzliche Regelwerke beschrieben. Zu den Aufgaben der Wasserwirtschaft gehören:
- Ermittlung der wasserwirtschaftlichen Grundlagendaten, d.h. die Beobachtung des Wasserhaushalts und die Untersuchung der Beschaffenheit von Bächen, Flüssen und Seen und des Grundwassers
- Regelung der Abwasserentsorgung
- Sicherung der Grundwasservorkommen und der Wasserversorgung
- Hochwasserschutz
- Gewässerentwicklung und die Gewässerunterhaltung
Oberste Wasserwirtschaftsbehörde in Nordrhein-Westfalen ist das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die fünf
Bezirksregierungen sind obere Wasserbehörden. Die
54 kreisfreien Städte und Kreise haben jeweils eine untere Wasserbehörde.
Neben der staatlichen und kommunalen Verwaltung in Nordrhein-Westfalen gibt es sondergesetzliche Wasserverbände, private und kommunale Wasserversorger,
Wasser- und Bodenverbände sowie nicht zuletzt zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, die zum Teil ehrenamtlich über den Naturschutz oder die Fischereiverbände und -genossenschaften organisiert sind und insbesondere für den Erhalt und die Entwicklung naturnaher Gewässerlandschaften aktiv sind.

Remmel: Wasserwirtschaft muss sich an den Klimawandel anpassen
27.01.2011 - Klimaschutzminister Johannes Remmel hat heute vor den Folgen des Klimawandels für den Wasserhaushalt in Nordrhein-Westfalen gewarnt: „Häufigere starke Niederschläge können in Städten schwere Überschwemmungen verursachen und die Flüsse über die Ufer treten lassen“, sagte Remmel bei einem Symposium mit rund 100 Klimaexperten und Vertretern der Wasserwirtschaft. Zudem sei mit länger anhaltenden Hitzewellen im Sommer zu rechnen, die in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens zu einer Verschlechterung der Wasserqualität oder zu kurzfristiger Wasserknappheit führen können, so Remmel.

Wasser-Benchmarking 2009: Ergebnisse konsequent im Interesse der Verbraucher umsetzen - schnelle Kostendämpfung statt langwieriger Kartellverfahren
April 2010 - Erfolgreich abgeschlossen werden konnte jetzt das „Benchmarking-Projekt 2009“, mit dem die Landesregierung zum zweiten Mal eine Bestandsaufnahme zur Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen hinsichtlich Kostenanalyse und Preisen der Wasserversorgungsunternehmen für das Lebensmittel Wasser vorlegt. Beteiligt haben sich daran 98 Wasserversorgungsunternehmen, die 81 Prozent der in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2009 abgenommenen Wassermenge repräsentieren. Eine derartig hohe Teilnehmerquote ist in keinem anderen Bundesland erreicht.
Bei dem vorhergegangen Benchmarking 2008 waren es erst 58 Unternehmen mit einer Versorgungsquote von 75 Prozent. Der Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, Dr. Jens Baganz, präsentierte am 22.4.2010 die wesentlichen Ergebnisse der Studie.
Beim Benchmarking werden alle Kostenfaktoren gegenüber gestellt und im Verhältnis zum Endabnehmerpreis von einer unabhängigen Unternehmensberatung verglichen und bewertet. „Aus diesem Vergleich der Kennziffern leitet die Unternehmensberatung konkrete Hinweise für die einzelnen Wasserversorger ab, ob und wie Kostenfaktoren minimiert, Prozesse optimiert und damit letztlich die Preise gedämpft werden können“, so Dr. Baganz. Diese Empfehlung sollen durch die Unternehmen in den kommenden Monaten umgesetzt werden.
„Geschieht dies nicht, müssen wir zu den Mitteln des Kartellrechts greifen. Das wäre allerdings die zweitbeste Lösung“, so noch einmal Staatssekretär Dr. Jens Baganz. Denn Kartellverfahren sind aufwendig, langwierig und richten sich immer nur gegen einzelne Versorger, so dass vergleichsweise wenige Bürger davon profitieren.
Dagegen liegen die Vorteile des Benchmarking-Verfahrens auf der Hand. Setzen die Wasserversorger die Empfehlungen schnell und konsequent um, werden in wenigen Monaten positive Effekte für die Verbraucher in Nordrhein-Westfalen flächendeckend erreicht.
Die Erfahrungen mit dem ersten Benchmarking-Projekt belegen die Vorzüge des Verfahrens: Nach den Feststellungen der Unternehmensberater konnten jetzt sowohl bei der Leistungserbringung wie auch bei der Kostenreduzierung Erfolge verzeichnet werden.
Insgesamt, so die Studie der Unternehmensberatungsgesellschaft, befinden sich die Versorgungssysteme in einem guten Zustand, das belegen sowohl geringe Schadensraten an den Leitungsnetzen wie auch außerordentlich geringe Wasserverluste. Das neue Umfragemodul zeigt hohe Kundenzufriedenheit auf.
Auch im bundesweiten Preisvergleich schneiden die nordrhein-westfälischen Wasserversorger nach den Feststellungen der Unternehmensberater nicht schlecht ab, sie liegen im Mittelfeld. Die Gewinnmargen haben sich im Vergleich zu 2007 halbiert und liegen deutlich unter denen bayerischer und baden-württembergischer Unternehmen. Der Grund: Die nordrhein-westfälischen Versorgungsunternehmen haben steigende Kosten durch geringere Gewinne aufgefangen und damit die Verbraucher entlastet.
Innerhalb der nordrhein-westfälischen Landesregierung sind wiederum neben dem Wirtschaftsministerium das Umweltministerium und das Innenministerium Projektträger für das Benchmarking-Projekt 2009.
Es wurde – wie schon der Vorläufer – unterstützt vom Verband kommunaler Unternehmen e.V., dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft und der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches.
- Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen: Benchmarking-Projekt, Ergebnisbericht 2009 laden (
PDF, 3,25 MB)
