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Programm „Lebendige Gewässer"

Ein renaturiertes Gewässer in NRW. Foto: Dr. Aschemeyer

Unsere Flüsse und Bäche sind nicht nur Wasserspender, sie sind wichtige Naturräume für Mensch und Tier. Nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sollen die Gewässer wieder zu Lebensadern der Natur werden, zu wichtigen Naturräumen bzw. Naturlandschaften. Das NRW-Programm „Lebendige Gewässer“ zielt daher auf die ökologische Entwicklung unserer Gewässer, ihrer Ufer und Auen.


Ökologische Gewässerentwicklung

Es gibt in Nordrhein-Westfalen zu wenig intakte Gewässerlebensräume für Tiere, Pflanzen und Menschen.  Ein natürlicher oder naturnaher Zustand der Gewässer  wird derzeit  nur für weniger als zehn Prozent  der Fließgewässer in NRW erreicht.

Daher müssen Gewässerlebensräume geschützt und verbessert werden durch ökologische Maßnahmen, die  die Folgen von Gewässernutzungen (durch Schifffahrt,  Landwirtschaft und so weiter) mindern.  Die Gewässer in Nordrhein-Westfalen müssen künftig ökologisch entwickelt, das heißt, sie müssen „renaturiert“ werden.

Die Maßnahmen zur ökologischen Gewässerentwicklung sind gebündelt im NRW-Landesprogramm „Lebendige Gewässer“. Diese Maßnahmen tragen nicht nur  zur ökologischen Verbesserung der Gewässerlebensräume bei,  sie stabilisieren  diese Lebensräume und machen sie weniger anfällig für die Folgen von Belastungen wie z.B. des Klimawandels.

Es ist geplant, in Nordrhein-Westfalen im Zeitraum 2010 bis 2027 gut 2 Mrd. Euro in die ökologische Gewässerentwicklung zu investieren. Der Landesanteil daran liegt bei 70 Prozent, also 1,5 Milliarden Euro.


Lebendige Natur- und Kulturlandschaften

Die Maßnahmen zur ökologischen Gewässerentwicklung sind über die Gewässerqualität hinaus auch wichtig für den Hochwasserschutz, für den Naturschutz und die Regional- und Stadtentwicklung. Die Natur- und Kulturlandschaften in NRW benötigen lebendige Gewässer unbedingt. Sie sind lebensnotwendig für gewässertypische Tiere und Pflanzen und sie  erhöhen die Lebensqualität der Menschen, die an den Gewässern leben.


Renaturierung im Detail

Die Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des Programms „Lebendige Gewässer“ können darin bestehen, Uferbepflanzungen anzulegen, Totholz im Gewässer einzubauen oder Uferbefestigungen beziehungsweise Befestigungen der Gewässersohle zu entfernen. Das Ziel ist die selbstständige Entwicklung des Gewässers. Auch das Entfernen von Wehren und der Einbau von Fischtreppen gehören zum Programm „Lebendige Gewässer“.


Wer sind die Akteure?

Ökologische Gewässermaßnahmen werden in Nordrhein-Westfalen – je nach örtlicher Zuständigkeit – von Kreisen, Kommunen, Wasser- und Bodenverbänden oder den (sondergesetzlichen) Wasserverbänden wie der Emschergenossenschaft oder dem Wupperverband durchgeführt. Finanziert werden sie zum überwiegenden Teil durch  Fördergelder des Landes NRW.

Die für die nächsten Jahre geplanten Maßnahmen sind für ganz NRW im sogenannten „WRRL-Bewirtschaftungsplan“ und im dazugehörigen „WRRL-Maßnahmenprogramm“ beschrieben. Konkretere Maßnahmenbeschreibungen, auch von Einzelmaßnahmen an Gewässern, finden sich in den „Umsetzungsfahrplänen“ für etwa 60 Planungsgebiete in NRW.

Weitere Informationen:


Wanderausstellung "Lebendige Gewässer in NRW" /Foto: NUA NRW

Jetzt ausleihen: Wanderausstellung "Lebendige Gewässer in NRW"

Nordrhein-Westfalen als Land der Bäche und Flüsse ist das Thema einer Wanderausstellung, die jetzt zum Beispiel von Schulen, Rathäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen ausgeliehen und gezeigt werden kann. Die auch für Messen, Veranstaltungen, Feste und Aktionstage geeignete Schau der Natur- und Umweltschutz-Akademie und des NRW-Umweltministeriums wendet sich mit eindrucksvollen Bildern, Modellen, Filmen und interaktiven Lernstationen an ein breites Zielpublikum. Sowohl Erwachsene als auch Kinder werden auf geeignete Weise angesprochen. Die Wanderausstellung zeigt, wie Gewässer durch industrielle Nutzung im Laufe der Jahrzehnte massiv verändert wurden und mit welchen Mitteln diese nun wieder in natürliche Lebensräume für Tiere und Pflanzen im und am Wasser zurückversetzt werden. Sie will dabei nicht nur Informationen vermitteln, sondern auch Emotionen wecken, das Bewusstsein stärken und die Handlungsbereitschaft für mehr lebendige Gewässer fördern.