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Kennzeichnung von Lebensmitteln

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Verbraucherinnen und Verbraucher sind oft skeptisch, wenn es um Verordnungen aus Brüssel geht. Dabei haben viele Regelungen durchaus positive Effekte - insbesondere wenn es um eine europaweite Vereinheitlichung geht. Ein gutes Beispiel hierfür ist die neue EU-Kennzeichnungsverordnung für Lebensmittel.


Information ist Pflicht

Auf verpackten Lebensmitteln müssen Informationen über ihren Inhalt angegeben sein. Dazu gehören Kennzeichnungselemente wie

  • Bezeichnung des Lebensmittels,
  • Zutatenverzeichnis, z. T. mit mengenmäßiger Angabe von Zutaten (QUID)
  • Angabe von Zutaten, die Allergien auslösen
  • Herstellerangabe
  • Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, sowie die Lagerbedingungen
  • Nettofüllmenge
  • Los/Charge
  • der vorhandene Alkoholgehalt

Diese Angaben sind für Verbraucherinnen und Verbrauchern seit Jahren eine gute Orientierungshilfe beim Kauf. Darüber hinaus gab es bisher zahlreiche weitere Kennzeichnungsvorgaben für einzelne Produkte.


Verbesserung durch Vorgaben der Europäischen Union

Die Europäische Union hat nun alle Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln zusammengeführt, wo notwendig bereinigt, ergänzt und verbessert. Wesentliche Teile der neuen EU-Verordnung über die Information der Verbraucherinnen und Verbraucher sind seit Dezember 2014 gültig. Verpflichtend sind weiterhin die bereits oben genannten Angaben. Zusätzlich fordert die neue Verordnung aber auch verpflichtende Nährwertangaben und das Hervorheben von Bestandteilen, die Allergien auslösen können.

Mehr Information, bessere Lesbarkeit

Ältere Mitbürger oder Menschen mit einer Sehschwäche sind durch die winzigen Beschriftungen manchmal gezwungen, eine Lupe zum Einkauf mitzunehmen. Inzwischen müssen alle verpflichtenden Angaben eine Mindestschriftgröße von 1,2 mm aufweisen. Maßstab hierfür ist die Höhe des kleingeschriebenen Buchstabens "x". Für bestimmte Lebensmittel wie z. B. Tütensuppen oder Puddingpulver reichen Piktogramme als Zubereitungshinweise nicht mehr aus: Eine Gebrauchsanweisung muss schriftlich ausgeführt werden. Bei der Verwendung von Fetten und Ölen muss die pflanzliche Herkunft angegeben werden. Bei rohem Rindfleisch und rohen Erzeugnissen aus Rindfleisch ist eine Herkunftsangabe seit 1997 in Zusammenhang mit den ersten BSE-Vorfällen vorgeschrieben. Für verpacktes frisches Fleisch von Schweinen, Schafen und Geflügel wird mit der neuen EU-Kennzeichnungsverordnung nun auch die Verpflichtung eingeführt, eine Angabe zu dessen Herkunft zu machen.


Nährwertangaben

Nährwertangaben, wie diese werden nach EU-Vorgaben ab Dezember 2016 zur Pflicht.

Nährwertangaben seit Dezember 2016 Pflicht

Hersteller hatten bis zum 13. Dezember 2016 Zeit, auf die neuen Nährwertangaben umzustellen. Die ab diesem Datum hergestellten Lebensmittel dürfen also nur noch mit der "neuen" Beschriftung in den Handel gelangen. 

Verbraucherinnen und Verbraucher werden bemerken, dass der Begriff "Brennwert" EU-weit durch "Energie" ersetzt wird und dass zukünftig Nährwertangaben bezogen auf je 100 g / 100 ml angegeben werden. Sie haben dadurch eine bessere Vergleichbarkeit der Erzeugnisse. Außerdem muss auf Lebensmitteln zukünftig der Gehalt an Fett, der Anteil gesättigter Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß, Salz (in dieser Reihenfolge) angegeben werden. Diese Informationen können Hersteller noch erweitern - aber nur um Angaben zu einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen des Lebensmittels.


Vorteile für Allergikerinnen und Allergiker

Eine wesentliche Neuerung wird allen Verbraucherinnen und Verbrauchern zu Gute kommen, die auf bestimmte Lebensmittel-Bestandteile allergisch reagieren. Solche Bestandteile müssen nun auch in unverpackten Lebensmitteln, zum Beispiel bei Bäckereien und Fleischereien, angegeben werden. Nationale Vorgaben sind zum Ende des Jahres 2014 in Kraft getreten. 

Lebensmittelimitate

Informationen über Lebensmittel sollen für Verbraucherinnen und Verbraucher allgemein verständlich und nicht zur Täuschung geeignet sein. Im Rahmen der Beratungen für die neue EU-Verordnung wurde deshalb auch die sogenannte "Imitat"-Regelung aufgenommen. 

Unter Lebensmittelimitaten werden Lebensmittel verstanden, deren Hauptbestandteile – zum Beispiel Fleisch bei Kochschinken oder Milcheiweiß bei Käse – durch andere Zutaten wie Stärke oder pflanzliches Eiweiß ersetzt werden. Das Ziel des Einsatzes solcher "Ersatzstoffe" dient beispielsweise der Kostenersparnis oder der besseren Verarbeitung. So handelt es sich zum Beispiel bei Käseimitaten um ein Mischprodukt aus Käse, pflanzlichen Fetten und bestimmten Zusätzen, wie zum Beispiel Salzen. Diese lassen die Käseimitate beim Erhitzen oder Überbacken besser schmelzen als echten Käse. 

Lebensmittel, die Überzüge aus solchen Käseimitaten aufweisen, erwecken beim Verbraucher den Eindruck, bei der Auflage handle es sich um echten Käse. Verwendet etwa ein Hersteller von Pizza zum Überbacken ein Käseimitat, so muss er die Verwendung in der Bezeichnung des Erzeugnisses und im Zutatenverzeichnis ausdrücklich angeben. Käseimitat darf nicht als reiner Käse gekennzeichnet und der Begriff "Käse" in der Bezeichnung auch nicht verwendet werden.