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Verbraucherschutz 4.0

Digitale Medien: PC, Smartphone, Tablet. Foto: rawpixel/panthermedia.net

Verbraucherschutz ist heute notwendiger denn je. Die immer weiter fortschreitende Digitalisierung des Alltags birgt viele Chancen – aber eben auch zahlreiche Risiken Ein zeitgemäßer Verbraucherschutz benötigt neue Regeln und Instrumente, um die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken. Die Weichen für eine verbraucherfreundliche Zukunft in der digitalen Gesellschaft müssen jetzt neu gestellt werden.


Die digitale Zukunft gestalten!

Die Digitalisierung hat eine Vielzahl neuer Dienste hervorgebracht, auf die eine Mehrzahl der Verbraucherinnen und Verbraucher in ihrem Alltagsleben nicht mehr verzichten will. So hat sich das Informationsverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher mit der Digitalisierung völlig verändert, weil das Internet als Nachrichten-Medium inzwischen oft die gedruckte Zeitung oder das lineare Fernsehen ersetzt. Wesentliche Teile der Kommunikation finden mittlerweile in sogenannten "Sozialen Netzwerken" oder über Messenger-Dienste statt. Digitale Konsumgüter, wie zum Beispiel das E-Book oder das Streaming von Musik oder Filmen, sind selbstverständlich, der Einkauf in Online-Shops und die Nutzung von Vergleichsportalen im Leben vieler Verbraucherinnen und Verbraucher bereits die Regel.

Wissen und Information – Chancen für Verbraucherinnen und Verbraucher

Die positiven Effekte der Digitalisierung sind nicht zu übersehen: Wissen und Informationen sind überall und ständig verfügbar. Online-Foren bieten neue Möglichkeiten für den gesellschaftlichen Dialog. Mit den umfassenden Möglichkeiten zum Preisvergleich auf Online-Portalen haben Verbraucherinnen und Verbraucher völlig neue Möglichkeiten, von denen sie früher nur träumen konnten.

Die Kehrseite der Digitalisierung

Aber: Die Debatte über mögliche Konsequenzen greift oft noch zu kurz. Immer öfter zeigt uns das Netz seine hässliche Seite. Facebook, Twitter und Co. werden häufig dazu missbraucht, Hassparolen zu verbreiten. Undurchsichtige und umstrittene Geschäftspraktiken sind im Online-Handel keine Seltenheit, etwa bei dynamischen Preisen, die mittels Algorithmen und auf sehr komplexe Weise ermittelt werden. Schwer durchschaubare Preisschwankungen sind die Folge. Individuelle Preise, bei denen der Preis mittels Datenanalyse an die vermutete Zahlungsbereitschaft der Kunden angepasst wird, sind inzwischen gängige Geschäftspraxis. Auch der Umgang mit Daten ist ein Beispiel für die Risiken der Digitalisierung.

Neue Regeln für das digitale Zeitalter

Wir müssen also kritisch hinterfragen, unter welchen Bedingungen digitale Geschäftsmodelle tatsächlich der besseren und freieren Gestaltung des Lebens der Bürgerinnen und Bürger dienen können. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher die Chancen des digitalen Zeitalters möglichst risikofrei nutzen können, müssen ihre Einflussmöglichkeiten und Rechte gegenüber den immer mächtiger werdenden Internet-Konzernen gestärkt werden.


Ihre Meinung zählt!

Für die Verbraucherschutzpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen ist die Stärkung der Verbraucherrechte in der digitalen Welt das zentrale Thema der kommenden Jahre. Ein moderner und vorsorgender Verbraucherschutz braucht neue Konzepte, um die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei allen Arten von Online-Diensten vertreten zu können. Das Verbraucherschutzministerium des Landes NRW hat daher den Entwurf eines Positionspapiers mit dem Titel "Verbraucherschutz 4.0" erarbeitet.

"Verbraucherschutz 4.0" enthält konkrete Vorschläge für eine verbraucherfreundliche Gestaltung von digitalen Geschäftsmodellen, denen die folgenden vier Überlegungen zugrunde liegen:

  1. Digitale Konsumbedingungen dürfen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht schlechter stellen als in der analogen Welt.
  2. Entscheidungshilfen im digitalen Konsumalltag wie Preisvergleichsportale müssen verbraucher-freundlich ausgestaltet sein.
  3. Die technische Überlegenheit der Anbieterseite muss begrenzt und es müssen faire Rahmenbe-dingungen im Markt geschaffen werden.
  4. Es müssen EU-weit einheitliche Regelungen im digitalen Verbraucherschutz gelten.
Jetzt sind Sie an der Reihe!

Teilen Sie uns mit, ob Sie uns mit den skizzierten 22 Thesen für mehr Verbraucherschutz im digitalen Zeitalter auf dem richtigen Weg sehen. Sagen Sie uns, welche Aspekte Ihrer Meinung nach fehlen. Ihre Rückmeldungen helfen uns, den digitalen Wandel aus Verbrauchersicht richtig einzuschätzen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Über Ihre Rückmeldung freuen wir uns bis zum 13.02.2017. Mitte März 2017 werden wir dann erste Ergebnisse vorstellen und Sie über weitere Schritte informieren.


Regale im Supermarkt. Foto: bitpics / panthermedia.net

Digitale Preisschilder – Nachteil beim Kauf?

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Supermarkt sind ständig damit beschäftigt, neue Preisschilder an den Regalen anzubringen. Preisänderungen aufgrund von Sonderangeboten oder Rabatten gibt es sehr häufig im Einzelhandel. Ein großer Aufwand für die Unternehmen. Stark auf dem Vormarsch sind daher digitale Preisschilder, die deutliche Vorteile für die Marktbetreiber mit sich bringen. Welche Auswirkungen haben sie für die Verbraucherinnen und Verbraucher?

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Ärztin und Patient. Foto: Werner Heiber / panthermedia.net

Ärzte-Bewertungsforen

In den Online-Bewertungsforen ist das Votum eindeutig: Die deutschen Patientinnen und Patienten sind mit ihren Ärztinnen und Ärzten im Schnitt zufrieden. Dabei zeigt sich, dass Faktoren wie Alter oder Krankenkassenzugehörigkeit Einfluss auf die Zufriedenheit haben. Patientenbewertungen im Netz müssen daher differenziert betrachtet werden. Zu diesem Schluss kommt die Studie "Der zufriedene Patient 2.0: Analyse anonymer Arztbewertungen im Web 2.0".

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Laptop mit Einkaufswagen. Foto: Elnur/PantherMedia.net

Personalisierte Preise

Verbraucherinnen und Verbraucher bevorzugen einheitliche Preise im Online-Handel und lehnen eine intransparente personalisierte Preisgestaltung, etwa nach Wohnort oder Zahlungsbereitschaft des Kunden, als unfair ab. Dies zeigt eine Befragung von Bürgerinnen und Bürgern in Nordrhein-Westfalen im Auftrag des NRW-Verbraucherschutzministeriums, das dafür eintritt, missbräuchliche Entwicklungen falls nötig rechtlich zu stoppen.

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