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Ernährung

"Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" – diese Aussage zeigt, welch großes Potenzial in unserer täglichen Ernährung liegt. Daher hat das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW das Ziel, das öffentliche Bewusstsein für eine gesunde, ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil zu stärken. Die richtige Ernährung und ein aktiver Alltag wirken sich gesundheitsförderlich aus. Die Abwehrkräfte werden gestärkt, der Körper wird mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Wir werben für frische und leckere Lebensmittel aus der Region, denn so können lange Transportwege vermieden werden. Das schützt nicht nur die Umwelt, sondern sorgt auch für einen hohen Vitamingehalt in den Lebensmitteln, da sie frisch auf den Tisch kommen.
Dennoch hat sich in den letzten Jahrzehnten ein negativer Trend abgezeichnet: Wir essen zu viel, zu süß und zu fett! Auch bewegen wir uns immer weniger. Dadurch nehmen wir deutlich mehr Energie auf als wir verbrauchen. Die Folge: Wir werden dicker. Übergewicht und gesundheitliche Beeinträchtigungen nehmen dramatisch zu.
Die Zahlen sprechen für sich:- Im Jahr 2005 waren nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 1,6 Mrd. Menschen über 15 Jahre übergewichtig und davon 0,4 Mrd. adipös (fettleibig).
- Adipositas (Fettleibigkeit) stellt das weltweit am schnellsten wachsende Gesundheitsproblem dar, weswegen die WHO bereits von einer „globalen Adipositasepidemie“ spricht.
- Nach neuesten Untersuchungen (KIGGS) sind bundesweit 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren übergewichtig, davon über 6 Prozent fettleibig (adipös).
- Bei der Einschulung in NRW sind 6,5 Prozent der Kinder schon übergewichtig und 4,7 Prozent sogar adipös.
Es gibt einen engen Zusammenhang von falscher Ernährung, zu wenig Bewegung, Übergewicht und Krankheit. 5 bis 7 Prozent aller Gesundheitskosten gehen jedes Jahr in die Behandlung ernährungsmitbedingter Krankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt Übergewicht zu den 10 bedrohlichsten Gesundheitsrisiken überhaupt.
Vor diesem Hintergrund entwickelt das Ministerium eine Reihe von Aktivitäten, um vor allem Kindern und Jugendlichen möglichst früh einen gesünderen Lebensstil nahe zu bringen:- NRW IN FORM: Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen bündelt und koordiniert unter der Initiative NRW IN FORM Aktivitäten für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Auf der dazugehörigen

Internetplattform wird über Projekte und Akteure im Bereich Ernährung, Bewegung, Gesundheit informiert.] - Projektarbeit: In Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW wird das sehr erfolgreiche Projekt
„Schule isst gesund“ weiter fortgeführt und erfüllt damit den Anspruch einer nachhaltigen und langfristigen Verbesserung der Schulverpflegung. Die bisher erzielten Erfolge dienen als Handlungsleitfaden für weitere Schulen und Projekte. Auch das Gemeinschaftsprojekt des Landessportbundes, des Gesundheitsministeriums, des Innenministeriums, des Verbraucherministeriums und der gesetzlichen Krankenkassen
„Bewegungskindergarten mit dem Pluspunkt Ernährung“ zeigt Erfolge. Bereits 21 Kindertagesstätten sind mit dem Gütesiegel ausgezeichnet. - Im

Ernährungsportal NRW sind Informationen rund um die Themen Ernährung und Gesundheit, Bewegung, Essen außer Haus sowie Lebensmittelsicherheit und -hygiene gebündelt. Auch Angebote für bestimmte Zielgruppen wie Kindertagesstätten und Schulen und Beispiele aus der Praxis sind hier zusammengefasst.
Das Portal ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums, der Verbraucherzentrale NRW, der AOK Rheinland/Hamburg, der AOK Westfalen-Lippe und des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz. - Netzwerke: Unser Ministerium arbeitet aktiv in der bundesweiten "
Plattform Ernährung und Bewegung“ mit, dem größten Netzwerk von Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in ganz Europa zur Verhinderung von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Auch in NRW initiieren und arbeiten wir mit, so unterstützen wir die
Kinderleicht-Regionen in NRW bei einer nachhaltigen Vernetzung. Seit 2009 gibt es in NRW die
Vernetzungsstelle Schulverpflegung, die von den drei Standorten Düsseldorf, Gelsenkirchen und Paderborn aus sämtlichen Akteuren im Bereich der Schulverpflegung Unterstützung und Hilfestellung anbietet. Eingebettet ist die Vernetzungsstelle in das
„Qualitätsnetzwerk Ernährung im Ganztag NRW“, einem Kooperationsprojekt des Schulministeriums, des Verbraucherministeriums und der Verbraucherzentrale mit vielen verschiedenen Netzwerkpartnern aus dem Bereich Ernährung und Bewegung in ganz Nordrhein-Westfalen. Ziel ist eine umfassende Vernetzung und Unterstützung der Akteure. - Forschungsarbeit: Das Ministerium fördert Studien, die beispielsweise das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen oder die Verpflegungssituation an Schulen analysieren. So werden grundlegende Erkenntnisse über die Entstehungsfaktoren von Übergewicht gewonnen oder Ansatzpunkte für zielgenaue Unterstützungsangebote für die Schulverpflegung identifiziert.
