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Pferdefleisch in Fertigprodukten
Übersicht über Produktrückrufe, Verkaufsstopps und vorsorgende Verbraucherinformation durch Lebensmittelunternehmen mit Sitz in NRW
Durch das EU-Schnellwarnsystem hat das NRW-Verbraucherschutzministerium am Dienstag (12. Februar) erstmals eine Lieferliste im Zuge des Skandals um falsch deklariertes Rindfleisch erhalten. Der Verdacht hat sich inzwischen erhärtet, dass fälschlicherweise Pferdefleisch als Rindfleisch deklariert wurde. Dies stellt einen massiven Verstoß gegen die Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung dar.
Nach der Auswertung der Lieferlisten ergibt sich für das NRW-Verbraucherschutzministerium, dass über mehrere Zwischenhändler in Luxemburg produzierte Lebensmittel in größerem Umfang nach Deutschland und NRW geliefert wurden. Die Lieferungen erfolgten nach bisheriger Kenntnis zwischen November 2012 und Januar 2013 und betreffen nicht nur Discounter und Lebensmittelketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen, die mit Tiefkühlprodukten handeln. Inzwischen gibt es darüber hinaus auch Fälle, in denen über andere Lieferwege als Luxemburg verdächtige Produkte (nicht nur Tiefkühlware) nach Deutschland gelangt sind.
Das Landesumweltamt (LANUV) als nachgeordnete Behörde des Verbraucherschutzministeriums wurde unverzüglich angewiesen, zusammen mit den zuständigen kommunalen Ordnungsbehörden die Lieferwege nach NRW nachzuverfolgen und noch vorhandene Produkt-Proben für Laboruntersuchungen sicherzustellen. Diese amtlichen Untersuchungen durch eine DNA-Analyse finden derzeit statt und sollen Aufschluss darüber geben, ob es sich in den als Rindfleisch deklarierten Produkten um Pferdefleisch handelt. Weitere Untersuchungen auf pharmakologische Belastungen werden geprüft.Derzeit haben die Behörden aufgrund einer Gesetzeslücke nicht die Möglichkeit, die Verbraucherinnen und Verbraucher ohne weiteres konkret über solche Kennzeichnungsverstöße zu informieren. Da von den Produkten nach bisherigem Stand keine akuten Gesundheitsgefahren ausgehen, ist eine Nennung rechtlich nur dann zulässig, wenn die betroffenen Unternehmen selbst öffentlich informieren bzw. einer Veröffentlichung zustimmen. Diese Gesetzeslücke wird von NRW scharf kritisiert.
Einige Handelsunternehmen haben in den letzten Tagen und Wochen bereits stille Rückrufaktionen unternommen, ohne dabei unverzüglich auch die Verbraucherinnen und Verbraucher zu informieren, die möglicherweise die Produkte noch in ihren Haushalten haben. In den letzten Tagen hat NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel den deutschen Lebensmittelhandel deshalb aufgefordert, eine eigene und freiwillige zentrale Internet-Plattform einzurichten, um die Kundinnen und Kunden über belastete Produkte zu informieren. Dies ist bisher leider nicht geschehen.
Stattdessen kam es in den letzten Tagen zu einer Vielzahl von Produktrückrufen durch die Lebensmittelunternehmen selbst, die ihre Waren nach bisherigem Stand über Lieferwege aus Luxemburg und Frankreich erhalten haben oder über sonstige Informationen über Verunreinigungen verfügten.
Der Bund und die Länder haben sich daher entschlossen, dieses Informationsdefizit durch eigene Internet-Auftritte selbst zu schließen. Diese Internet-Seite des NRW-Verbraucherschutzministeriums soll nun den Verbraucherinnen und Verbraucher einen zentralen Überblick über die Produktrückrufe und Verkaufsstopps von falsch gekennzeichneten Fleischprodukten durch die jeweiligen Vertriebsunternehmen geben, die ihren Hauptfirmensitz in NRW haben. Andere Bundesländer verfahren ähnlich.
Wenn Sie ermitteln möchten, ob ein bei Ihnen vorhandenes Lebensmittel von einer öffentlichen Rückrufaktion betroffen ist, finden sich diese Informationen auf den jeweiligen Internet-Auftritten desjenigen Bundeslandes, in dem das Unternehmen seinen Hauptsitz hat.
Diese Liste des NRW-Verbraucherschutzministeriums wird fortlaufend aktualisiert, sobald weitere Rückrufe durch die Unternehmen selbst veröffentlicht wurden:
Produkte Inverkehrbringer Veröffentlichung Datum Link Lasagne Produkte Eismann Homepage 13.02.2013
Homepage des UnternehmensTiP Lasagne Bolognese 400g, tiefgekühlt real Homepage 13.02.2013
Homepage des UnternehmensTavola Lasagne Bolognese REWE Dortmund Internet 14.02.2013
WAZ online - Der WestenA & P Lasagne Kaiser's Tengelmann Homepage 15.02.2013
Homepage des UnternehmensGulasch 540 g Dose, Sorte Rind, Lieferant Omnimax Aldi Süd Homepage 15.02.2013 Ravioli 800 g Dose, Sorte Bolognese, Lieferant BLM Aldi Süd Homepage 15.02.2013 Lasagne Bolognese Capri 400 g Metro Cash & Carry Internet 15.02.2013
Focus onlineREWE Chili con Carne 350g (gekühlt);
REWE Spaghetti Bolognese 400g (gekühlt)REWE Group Homepage 17.02.2013
Homepage des UnternehmensPremium Gulasch, Dose, 540g; Pastagericht Penne Bolognese (TK), 750g Aldi Nord Homepage 18.02.2013 Lasagne Bolognese, Art.-Nr. 7576;
Lasagne Produkt, Art.-Nr. 7285 (Vorteilspaket)Eismann GmbH Homepage 18.02.2013
Homepage des UnternehmensPasta Spezialitäten, Sorte Penne Bolognese, 750 g,
tiefgefroren, Lieferant CopackAldi Süd Homepage 19.02.2013 CUCINA LASAGNE 400 g, Sorte Bolognese,
Lieferant ICW IcewindAldi Süd Homepage 22.02.2013 PRIMANA Fertiggericht in der Menüschale 480 g, Sorte Zigeuner Hacksteak,
Lieferant Wingert Foods GmbHAldi Süd Homepage 25.02.2013 Höffner die Landküche, Zigeuner Hacksteaks, 480 g,
Lieferant Wingert Foods GmbHAldi Nord Homepage 27.02.2013 TK Wraps Classic Beef - Salsa und Classic Beef - Pfeffer, 200 g,
Lieferant Klaus GmbH & Co. KGAldi Nord Homepage 28.02.2013 Weitere Informationen:
