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Kennzeichnung von Lebensmitteln

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Informationen über Lebensmittel sind für Verbraucherinnen und Verbraucher beim Einkaufen eine wichtige Orientierungshilfe. Auf verpackten Lebensmitteln müssen deshalb Informationen über ihren Inhalt angegeben sein, ebenso über den Nährwert und über Zutaten, die Allergien auslösen können. Auch bei lose verkauften Lebensmitteln muss der Kunde diese Informationen erhalten können.


Information ist Pflicht

Folgende Kennzeichnungselemente sind verpflichtend auf allen Lebensmittelverpackungen anzugeben:

  • Bezeichnung des Lebensmittels,
  • Zutatenverzeichnis, z. T. mit mengenmäßiger Angabe von Zutaten (QUID)
  • Angabe von Zutaten, die Allergien auslösen
  • Herstellerangabe
  • Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum, sowie die Lagerbedingungen
  • Nettofüllmenge
  • Los/Charge
  • der vorhandene Alkoholgehalt

Diese Angaben sind für Verbraucherinnen und Verbrauchern seit Jahren eine gute Orientierungshilfe beim Kauf. Darüber hinaus gab es bisher zahlreiche weitere Kennzeichnungsvorgaben für einzelne Produkte.


Verbesserung durch Vorgaben der Europäischen Union

Die Europäische Union hat alle Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln zusammengeführt, wo notwendig bereinigt, ergänzt und verbessert. Die Verordnung betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel (LMIV) ist seit Dezember 2014 gültig. Verpflichtend sind die bereits oben genannten Angaben. Zusätzlich fordert die Verordnung seit Dezember 2016 aber auch verpflichtende Nährwertangaben.

Vorteile für Allergikerinnen und Allergiker, bessere Lesbarkeit, mehr Information

Eine wesentliche Neuerung kommt insbesondere Verbraucherinnen und Verbrauchern zugute, die auf bestimmte Lebensmittel-Bestandteile allergisch reagieren: Bei verpackten Lebensmittel werden solche Zutaten im Zutatenverzeichnis optisch, zum Beispiel durch Fettdruck oder Großbuchstaben hervorgehoben. 

Für Lebensmittel, die lose in Bäckereien, Konditoreien, Metzgereien oder Gaststätten angeboten werden, müssen die Angaben auf einem Schild auf oder in der Nähe des Lebensmittels, auf Speise- und Getränkekarten oder in Preisverzeichnissen, durch Aushang in der Verkaufsstätte oder durch sonstige schriftliche oder elektronische Informationsangebote ausgewiesen werden.

Ältere Mitbürger oder Menschen mit einer Sehschwäche sind durch die winzigen Beschriftungen manchmal gezwungen, eine Lupe zum Einkauf mitzunehmen. Inzwischen müssen alle verpflichtenden Angaben eine Mindestschriftgröße von 1,2 mm aufweisen. Maßstab hierfür ist die Höhe des kleingeschriebenen Buchstabens "x". Viele Einzelhandelsunternehmen statten die Einkaufswagen zusätzlich mit einer Lupe aus.

Für bestimmte Lebensmittel wie zum Beispiel Tütensuppen oder Puddingpulver reichen Bilder als Zubereitungshinweise nicht mehr aus: Eine Gebrauchsanweisung muss schriftlich ausgeführt werden.

Bei der Verwendung von Fetten und Ölen muss die pflanzliche Herkunft angegeben werden.

Bei rohem Rindfleisch und rohen Erzeugnissen aus Rindfleisch ist eine Herkunftsangabe seit 1997 in Zusammenhang mit den ersten BSE-Vorfällen vorgeschrieben. Für verpacktes frisches Fleisch von Schweinen, Schafen und Geflügel wird mit der neuen EU-Kennzeichnungsverordnung nun auch die Verpflichtung eingeführt, eine Angabe zu dessen Herkunft zu machen.

Nährwertangaben wie diese sind nach EU-Vorgaben seit Dezember 2016 Pflicht

Nährwertangaben wie diese sind nach EU-Vorgaben seit Dezember 2016 Pflicht

Nährwertangaben seit Dezember 2016 Pflicht

Seit Dezember 2016 müssen die Nährwertangaben auf allen hergestellten und verpackten Lebensmitteln angegeben werden und dürfen nur noch mit der "neuen" Beschriftung in den Handel gelangen.

Verbraucherinnen und Verbraucher werden bemerken, dass der Begriff "Brennwert" EU-weit durch "Energie" ersetzt wurde und dass Nährwertangaben bezogen auf je 100 g / 100 ml angegeben werden. Dadurch sind gleichartige Erzeugnisse besser untereinander vergleichbar. Außerdem muss auf Lebensmitteln der Gehalt an Fett, der Anteil gesättigter Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß, Salz (in dieser Reihenfolge) angegeben werden. Diese Informationen können Hersteller noch um Angaben zu einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen des Lebensmittels erweitern.


Vorteile für Allergikerinnen und Allergiker

Eine wesentliche Neuerung wird allen Verbraucherinnen und Verbrauchern zugute kommen, die auf bestimmte Lebensmittel-Bestandteile allergisch reagieren. Solche Bestandteile müssen nun auch in unverpackten Lebensmitteln, zum Beispiel bei Bäckereien und Fleischereien, angegeben werden. Nationale Vorgaben sind endgültig im Jahr 2017 in Kraft getreten.


Lebensmittelimitate

Informationen über Lebensmittel sollen für Verbraucherinnen und Verbraucher allgemein verständlich und nicht zur Täuschung geeignet sein. Im Rahmen der Beratungen für die LMIV wurde deshalb auch die sogenannte "Imitat"-Regelung aufgenommen.

Unter Lebensmittelimitaten werden Lebensmittel verstanden, deren Hauptbestandteile – zum Beispiel Fleisch bei Kochschinken oder Milcheiweiß bei Käse – durch andere Zutaten wie Stärke oder pflanzliches Eiweiß ersetzt werden. Das Ziel des Einsatzes solcher "Ersatzstoffe" dient beispielsweise der Kostenersparnis oder der besseren Verarbeitung. So handelt es sich zum Beispiel bei Käseimitaten um ein Mischprodukt aus Käse, pflanzlichen Fetten und bestimmten Zusätzen, wie zum Beispiel Salzen. Diese lassen die Käseimitate beim Erhitzen oder Überbacken besser schmelzen als echten Käse. Lebensmittel, die Überzüge aus solchen Käseimitaten aufweisen, erwecken beim Verbraucher den Eindruck, bei der Auflage handle es sich um echten Käse. Verwendet etwa ein Hersteller von Pizza zum Überbacken ein Käseimitat, so muss er die Verwendung in der Bezeichnung des Erzeugnisses und im Zutatenverzeichnis ausdrücklich angeben. Käseimitat darf nicht als reiner Käse gekennzeichnet und der Begriff "Käse" in der Bezeichnung auch nicht verwendet werden, denn für Milch und Erzeugnisse aus Milch besteht schon seit vielen Jahren ein Bezeichnungsschutz. An diesem Grundsatz wurde mit der Veröffentlichung der LMIV weiterhin festgehalten.