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Antibiotikastudie

Remmel: "Wir haben ein massives Antibiotika-Problem in der Massentierhaltung"

15.11.2011 - Der Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast ist zur Regel und gängigen Praxis geworden. Eine neue Studie im Auftrag des NRW-Verbraucherschutzministeriums kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass in 83 Prozent der erfolgten Mastdurchgänge antimikrobielle Substanzen eingesetzt wurden. Insgesamt wurden 96,4 Prozent der Tiere aus den untersuchten NRW-Betrieben mit Antibiotika behandelt, lediglich bei weniger als 4 Prozent der Masthähnchen kam kein Wirkstoff zum Einsatz.

„Jahrelang ist von der Geflügelwirtschaft und der Bundesregierung aus Union und FDP immer wieder versichert worden, dass der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast nur die Ausnahme sei. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Antibiotika-Einsatz ist die Regel und gängige Praxis“, sagte NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel bei der Vorstellung des Abschlussberichtes in Düsseldorf. „Der Einsatz von Antibiotika hat ein Ausmaß erreicht, der alarmierend ist“, betonte der Minister. Die antibiotikafreie Hähnchenmast sei hingegen nur noch die Ausnahme.

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Porträt des Ministers

"Ein solch’ massiver Einsatz von Antibiotika ist nicht mit Krankheit zu erklären"

Online-Interview mit NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel am 15.11.2011 über die bundesweit erste Studie zum Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast, illegales Wachstumsdoping und warum es einen Nationalen Aktionsplan „Antibiotika-Reduzierung“ geben muss

umwelt.nrw: Wann haben Sie das letzte Mal Fleisch gegessen?

Remmel: Das ist noch gar nicht so lange her, erst am Wochenende habe ich Hühnchenfleisch gegessen.

umwelt.nrw: Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Tier mit Antibiotika behandelt wurde.

Remmel: Das wäre bei einem Huhn aus der konventionellen Züchtung so. Aber ich habe Bio-Geflügel gegessen, dort ist der Einsatz von Medikamenten äußerst stark reglementiert. In der Regel wird dort kein Antibiotikum gegeben.

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Remmel fordert Nationalen Antibiotika-Aktionsplan

15.11.2011 - NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel hat politische Konsequenzen aus der bundesweit ersten Studie zum Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast gefordert. „Wir müssen die Antibiotika-Ströme in der Tierzucht endlich offen legen und wir brauchen einen konkreten Fahrplan, wie wir Antibiotika grundsätzlich aus den Ställen verbannen können. Dazu muss die Bundesregierung endlich ihre Blockadehaltung und Klientelpolitik zu Gunsten der Geflügelwirtschaft aufgeben“, betonte Minister Remmel. Das NRW-Verbraucherschutzministerium hat als Konsequenz aus der ersten systematischen und vollständigen Antibiotika-Studie in der Bundesrepublik einen umfangreichen Forderungs- und Maßnahmenkatalog vorgestellt

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NRW-Antibiotikastudie, Rede von Verbraucherschutzminister Johannes Remmel und weitere Informationen zur Pressekonferenz "Einsatz von Antibiotika in der Hähnchenmast" am 15.11.2011 in Düsseldorf


Parlamentarische Unterlagen


Studie und weitere Informationen über Antibiotika und Antibiotika-Resistenzen


Historische Vergleiche, Statistiken, Zahlen

  • Mehr Gewicht in kürzerer Zeit: Um 1,6 Kilogramm zuzunehmen brauchte ein Masthähnchen 1970 noch 48 Tage. 2007 waren es nur noch 27 Tage.
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  • Zwischen 1985 und 2007 stieg das durchschnittliche Gewicht bei Masthähnchen um 61 Prozent.
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  • Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung in Deutschland zwischen 2005 und 2010.
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