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Digitale Preisschilder – Nachteil beim Kauf?

Regale im Supermarkt. Foto: bitpics / panthermedia.net

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Supermarkt sind ständig damit beschäftigt, neue Preisschilder an den Regalen anzubringen. Preisänderungen aufgrund von Sonderangeboten oder Rabatten gibt es sehr häufig im Einzelhandel. Ein großer Aufwand für die Unternehmen. Stark auf dem Vormarsch sind daher digitale Preisschilder, die deutliche Vorteile für die Marktbetreiber mit sich bringen. Welche Auswirkungen haben sie für die Verbraucherinnen und Verbraucher?


Digitale Technik verdrängt Papierpreisschilder

Immer mehr deutsche Geschäfte und Supermärkte verbannen die Papierpreisschilder aus ihren Filialen. Ein führender deutscher Konzern im Lebensmitteleinzelhandel stattet nun alle Standorte mit digitalen Preisschildern aus. Auch die Filialen der führenden deutschen Elektronik-Einzelhändler stellen in naher Zukunft um. Neben dem verringerten Arbeitsaufwand sehen die Unternehmen den Vorteil, dass sie ihren Kundinnen und Kunden damit stets den aktuellsten und günstigsten Preis bieten könnten – beispielsweise im Vergleich zu Online-Konkurrenten.

Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützer sehen die Umstellung eher skeptisch. Denn auf digitalem Wege können die Preise sogar stündlich oder minütlich umgestellt werden. Besonders heikel wird es dann, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher einen höheren Preis für ein Produkt zahlen müssen, nur weil sie zu einer bestimmten Tageszeit in den Supermarkt gehen. Die Unternehmen – so die Befürchtung - könnten die Möglichkeit der schnellen Preisanpassungen nutzen, um beispielsweise die Preise für Getränke und Chips vor einem Fußballspiel anzuheben. Ob diese Form der Preispolitik Realität wird, müssen die Verbraucherzentralen im Auge behalten.

Dabei erlaubt die Digitalisierung der Preisschilder letztlich nur das, was online ohnehin schon praktiziert wird: Verbraucherschützer sprechen von "Flatterpreisen". Im Netz nutzen die Anbieter schon längst die Möglichkeit, die Preis im Laufe eines Tages steigen oder fallen zu lassen – so wie es der Markt dann gerade hergibt. Hier ist die Entwicklung umso kritischer zu betrachten, da die technischen Bedingungen es erlauben, den Kundinnen und Kunden nach undurchsichtigen Algorithmen berechnete individuelle Preise anzubieten, denen zum Beispiel die Art des Endgerät, der Wohnort oder andere persönliche Daten zugrunde liegen.