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E-Zigaretten

E-Zigarette mit Liquid. Roland Hoffmann/panthermedia.net

Als Ersatz für die klassische Zigarette erobern seit einigen Jahren neuartige, batteriebetriebe Produkte den Markt – die E-Zigaretten. Ihre gesundheitlichen Wirkungen sind bislang nicht ausreichend untersucht; ihr Nutzen, um dauerhaft das Rauchen aufzugeben, ist nicht erwiesen.


E-Zigaretten - gesundheitliche Risiken nicht hinreichend bekannt

Die elektrische Zigarette, auch E-Zigarette oder elektronische Zigarette genannt, ist ein Gerät, bei dem durch ein elektrisches Heizelement eine Flüssigkeit, das sogenannte Liquid, zum Verdampfen gebracht wird und die entstehenden Aerosole eingeatmet werden. Im Unterschied zur Zigarette findet kein Verbrennungsprozess statt. Nach Angaben des Verbandes des eZigaretten-Handels hat sich in Deutschland die Anzahl der täglichen und gelegentlichen E-Zigarettenkonsumenten von 300.000 im Jahr 2010 auf drei Millionen im Jahr 2015 verzehnfacht.

Die Benutzung von E-Zigaretten wird von Konsumentinnen und Konsumenten häufig als unschädlicher als das Rauchen herkömmlicher Zigaretten bewertet. Ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen zu den gesundheitlichen Folgen des Konsums gibt es aber bislang nicht. Auch eine Schadstoffbelastung Dritter beim Konsum elektrischer Zigaretten kann nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus ist der Nutzen von E-Zigaretten als Hilfsmittel für eine dauerhafte Aufgabe des Rauchens ebenfalls nicht erwiesen.

Ferner können E-Zigaretten technische Mängel aufweisen. So können sich die Akkus der E-Zigaretten durch Ladefehler oder unsachgemäßen Gebrauch erhitzen und sogar Feuer fangen. Auch kann es beispielsweise beim Kartuschenwechsel zum unbeabsichtigten Hautkontakt mit den Liquids (zum Beispiel Nikotin) kommen, was zu Hautreaktionen führen kann.

Neben den E-Zigaretten sind auch elektronische Shishas ( „E-Shishas“, „Shishas to go“ oder „E-Hookah“) auf dem Markt. Sie sind in ihrer Funktionsweise den E-Zigaretten ähnlich. Auch für den Konsum von E-Shishas gibt es bislang keine ausreichende wis­senschaftlichen Aussagen zu den gesundheitlichen Folgen.

Bei den Flüssigkeiten der E-Zigaretten und E-Shishas, den sog. E-Liquids, handelt es sich um nikotinhaltige oder nikotinfreie zu verdampfende Flüssigkeiten, die zum Nachfüllen einer elektronischen Zigarette verwendet werden können. E-Liquids bestehen in der Regel aus bis zu fünf unterschiedlichen Substanzen: Propylenglykol, Glycerin, Wasser, Aroma und ggf. Nikotin.


Kontrollen in Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen werden Tabakprodukte und E-Zigaretten stichprobenhaft analysiert. 

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 38 E-Liquids, jeweils 19 nikotinhaltige und nikotinfreie „E-Liquids“, auf ihre Zusammensetzung, Nikotingehalt und Aromen untersucht. Die Aromen wurden mittels eines Aromen-Screenings geprüft, um generell zu erkennen, welche Stoffe den E-Liquids ihr charakteristisches Aroma geben.

Bei den nikotinhaltigen E-Liquids gab es nur in einem Fall eine Abweichung vom gekennzeichneten zum analytisch nachgewiesenen Nikotingehalt. In diesem Fall war deutlich weniger Nikotin nachweisbar als gekennzeichnet.

Bei den Untersuchungen von nikotinfreien E-Liquids wurde bei drei Produkten festgestellt, dass diese dennoch Nikotingehalte von 0,018-1,24 mg/ml (Milligramm pro Milliliter) Nikotin aufwiesen. Die nachgewiesenen Gehalte sind möglicherweise auf „unsaubere“ Produktionsprozesse zurückzuführen. Verbraucher entscheiden sich in der Regel bewusst für eine gewisse Nikotinkonzentration bzw. für eine nikotinfreie Variante. Sie können daher erwarten, dass bei einem Erzeugnis mit der Angabe „0 mg/ml Nikotin“ auch kein Nikotin enthalten ist - zumal auch niedrige Nikotinkonzentrationen einen Einfluss auf den menschlichen Organismus haben können.

Besonders auffällig war bei einem Großteil der Proben, dass sie keine, eine falsche oder unvollständige Kennzeichnung aufwiesen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei der Kennzeichnung von nikotinhaltigen, zu verdampfenden E-Liquids neben den tabakrechtlichen Bestimmungen auch die chemikalienrechtlichen Kennzeichnungsvorgaben anzuwenden sind. Nikotinfreie E-Liquids sind vom Tabakrecht ausgenommen und unterliegen ausschließlich dem Chemikalienrecht.

E-Zigaretten oder deren E-Liquids mit einer Nikotinkonzentration von größer gleich 16,7 mg/ml sind in Kategorie 3 und E-Liquids mit einer Konzentration ab 2,5 mg/ml Nikotin in Kategorie 4 bezogen auf die akute orale Toxizität einzustufen. Je nach Einstufung wird eine Kennzeichnung mit den entsprechenden Piktogrammen und einer Angabe von Gefahren- und Sicherheitshinweisen entsprechend der VO (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gefordert. Der nachfolgenden Übersicht sind die wichtigsten Kennzeichnungselemente für nikotinhaltige E-Liquids zu entnehmen:


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