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Schmuck

Schmuck.  Martina Heggie/panthermedia.

Anders als Gold, Silber oder Titan besteht günstiger Modeschmuck nicht selten auch aus Blei oder Nickel, dem mit Abstand häufigsten Kontaktallergen. In Nordrhein-Westfalen wird Schmuck von den Überwachungsbehörden regelmäßig überprüft, um Verbraucherinnen und Verbraucher vor unerlaubten Zusammensetzungen zu schützen.


Nickel und Blei im Schmuck

Nickel ist das mit Abstand häufigste Kontaktallergen. In Deutschland waren im Jahr 2014 bereits über 13 Prozent der Frauen und über 2 Prozent der Männer gegenüber Nickel sensibilisiert. Bei einer solchen Kontaktdermatitis rötet sich die Haut und juckt. Eine derartige Allergie besteht ein Leben lang. Sie kann nicht wirksam behandelt werden. Um sich vor einer Nickelallergie zu schützen, muss der Kontakt mit nickelhaltigen Materialien vermieden werden. Dies bedeutet auch, auf Piercings und Tattoos zu verzichten. Es ist jedoch für Verbraucherinnen und Verbraucher nahezu unmöglich zu erkennen, ob ein Schmuckstück aus Nickel besteht oder nicht. Auch die Kennzeichnung „nickelfrei“ garantiert leider keine absolute Sicherheit.

Neben Nickel sind auch andere Inhaltstoffe im Schmuck aus Gesundheitsaspekten unerwünscht. So kann zum Beispiel auch Blei im Schmuck enthalten sein. Wenn Kinder an bleihaltigem Schmuck lutschen kann sich das Blei lösen und zu Vergiftungen führen. Schon geringe Mengen des giftigen Schwer­metalls reichen bei Kindern aus, um die Intelligenz­entwick­lung zu beein­trächtigen.

Zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern wurden für die Nickel- und Blei-Freisetzung von Schmuck Höchstmengen festgesetzt.

Aber auch beim Spielen mit Schmuck können Kinder beispielsweise kleine Teile von Halsketten oder Armbändern abreißen und verschlucken und im schlimmsten Fall daran ersticken.

Tipps für Verbraucherinnen und Verbraucher:

  • Modeschmuck ist für kleine Kinder nicht geeignet. Achten Sie darauf, dass Kinder nicht am Schmuck lutschen oder kauen.
  • Wenn Sie sicher gehen wollen, dann kaufen Sie möglichst nur „echten“ Schmuck zum Beispiel aus Silber, Gold oder Titan.

Rechtliche Grundlagen und amtliche Überwachung

Beim Schmuck handelt es sich rechtlich um Bedarfsgegenstand mit Körperkontakt, die  im Lebensmittel-, Futtermittel- und Bedarfsgegenständegesetzbuch (LFGB) geregelt sind. Weitere Regelungen zu Grenzwerten und Stoffverboten finden sich im europäischen Chemikalienrecht zum Beispiel der REACH-Verordnung. Für zahlreiche metallische Produkte mit direktem und längerem Hautkontakt, wie beispielsweise Schmuck, wurden in der Verordnung Begrenzungen für Inhaltsstoffe festgelegt:

  • Nickel: In Piercings oder in den Steckern von Ohrringen, wurde eine Nickelfreisetzung auf 0,2 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter und pro Woche festgelegt. Weitere Produkte, die längere Zeit mit der Haut in Berührung kommen können, wie Ohrringe, Halsketten, Armbändern und Ketten, Fußringen und Fingerringen, Armbanduhrgehäusen, Uhrarmbändern und Spannern, Nietknöpfen, Spangen, Nieten oder Reißverschlüsse dürfen eine maximale Nickelfreisetzung von 0,5 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter und pro Woche haben. Dadurch soll die Nickel-Belastung reduziert werden und so der Verbraucher vor einer allergischen Kontaktdermatitis geschützt werden
  • Blei: Für Schmuck gilt ein Höchstgehalt an Blei von 0,05 Gewichts-Prozent. Das bedeutet, dass zum Beispiel in einem 10 Gramm schweren Modeschmuck höchstens 5 Milligramm Blei enthalten sein dürfen.

In Nordrhein-Westfalen werden etwa 2000 Bedarfsgegenstände mit Körperkontakt und zur Körperpflege jährlich untersucht. Die Beanstandungsquote liegt bei 10-15%. Neben Kennzeichnungsmängeln werden überwiegend chemische Mängel festgestellt.  Informationen über Verbraucherprodukte, die aufgefallen sind, werden im Internet bereitgestellt.


Verbraucherwarnungen

Das Land NRW gehört bei der Verbraucherwarnung im Internet zu den Pionieren: Bereits 2008 wurde dafür eine eigene Web-Seite eingerichtet. Das Land veröffentlicht dort fortlaufend immer die aktuellsten Informationen über Erzeugnisse aus den Bereichen der Lebensmittel, kosmetischen Mittel, Bedarfsgegenstände und Futtermittel, vor denen wegen möglicher Gesundheitsrisiken gewarnt wird oder die vom Hersteller oder Vertreiber zurückgerufen worden sind.

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