Zum Inhalt springen

umwelt.nrw

Hauptinhalt

Spielzeug

Kleinkind mit Spielzeug. Foto: tgualtiero boffi / panthermedia.net

Kinder verbringen oft viele Stunden damit zu spielen. Bei der Auswahl des Spielzeugs sind Eltern oftmals verunsichert. Sie wollen für ihre Kinder nur das Beste, aber Meldungen über “Schadstoffe im Spielzeug“ beunruhigt viele. Spielzeug wird durch die örtlich zuständigen Ämter stichprobenartig überwacht. Es muss den Normen des europäischen Rechts entsprechen. NRW setzt sich für eine „Null-Toleranz-Politik“ bei Schadstoffen in Kinderspielzeug ein.


Tipps zum Spielzeugkauf

Die amtliche Überwachung von Gebrauchsgegenständen trägt ihren Teil dazu bei, dass nach Möglichkeit nur sicheres Spielzeug in den Handel gelangt. Da diese Überwachung aber nicht jedes einzelne Produkt abdecken kann, sind auch die Käuferin und der Käuferin gefragt, Spielzeug beim Kauf möglichst genau in Augenschein zu nehmen. Dabei können die folgenden Anhaltspunkte helfen.

Sollte ein bereits gekauftes Produkt nach dieser Hinweisliste besonders auffällig erscheinen, informieren Sie bitte Ihr örtliches Überwachungsamt:

  • Nehmen Sie sich Zeit für den Einkauf und lassen Sie sich beraten.
  • Schauen Sie sich Spielzeug vor dem Kauf ganz genau an und lassen Sie es sich notfalls auspacken.
  • Achten Sie auf CE-Zeichen und Prüfsiegel und scheuen Sie sich nicht, an dem Spielzeug zu riechen, ein stechender Geruch ist meist ein Hinweis auf mögliche schädliche Chemikalien.
  • Kaufen Sie qualitätsbewusst ein. Billiges Spielzeug kann meist die Qualitätsstandards nicht einhalten.
  • Achten Sie auf die Kennzeichnung: Spielzeug, das für Kinder unter 36 Monaten gefährlich sein kann, weil es beispielsweise Kleinteile enthält, die verschluckt oder eingeatmet werden können, muss mit einem entsprechenden Warnhinweis „Nicht für Kinder unter 3 Jahre geeignet“ gekennzeichnet sein.
  • Achten Sie beim Kauf auf das freiwillige GS-Zeichen. Es steht für „Geprüfte Sicherheit“ und ist ein Siegel, welches von unabhängigen Prüfstellen für maximal fünf Jahre vergeben wird.
  • Im Zusammenhang mit Kunststoff gibt der freiwillige Hinweis "PVC-frei" oder "phthalatfrei" bei kunststoffhaltigem Spielzeug eine gute Orientierung.
  • Achten Sie auf eine stabile Verarbeitung. Verletzungsgefahr besteht zum Beispiel bei scharfen Spitzen oder Kanten. Holzspielzeug sollte glatt sein. Schnüre, Seile oder Bänder können zur Strangulation bei Kindern führen. Hier ist Vorsicht geboten
  • Vermeiden Sie lackierte Oberflächen: Vor dem Kauf sollte ein einfacher ‚Reibetest’ gemacht werden, um zu prüfen, ob das Spielzeug abfärbt. Bleibt Farbe am Finger, dann lieber nicht kaufen.
  • Kaufen Sie kein ungekennzeichnetes Spielzeug. Achten Sie darauf, dass die vollständige Adresse des Herstellers angegeben ist.
  • Vorsicht vor beduftetem Spielzeug. Duftstoffe können Allergien auslösen.

Warnhinweis für Kinderspielzeug

Definition und Kennzeichnung von „Spielzeug“

Laut Definition handelt es sich bei Spielzeug um Produkte, die dazu bestimmt oder gestaltet sind, von Kindern unter 14 Jahren zum Spielen verwendet zu werden. Ausdrücklich davon ausgenommen sind zum Beispiel Dekorationsgegenstände wie Christbaumschmuck, Sportgeräte wie Fahrräder, aber auch Feuerwerkskörper, Modeschmuck für Kinder oder Schnuller für Säuglinge. Für derartige Produkte gelten andere gesetzliche Anforderungen.

Jedes Spielzeug oder dessen Verpackung muss mit dem CE-Zeichen ("Communauté Européenne" (Europäische Gemeinschaft)) gekennzeichnet sein. Damit bestätigt der Hersteller oder der Importeur in die EU, dass das Spielzeug entsprechend den harmonisierten europäischen Normen hergestellt ist und die Anforderungen der EU-Richtlinien eingehalten werden.

Darüber hinaus muss manches Spielzeug mit geeigneten Warnhinweisen versehen sein. So können zum Beispiel Spielzeuge mit Kleinteilen bei Verschlucken oder Einatmen zum Ersticken führen. Deswegen muss das Spielzeug oder dessen Verpackung den Warnhinweis „Nicht für Kinder unter drei Jahren geeignet“ oder das abgebildete Symbol tragen.

Auch muss das Spielzeug oder dessen Verpackung den Namen und die Anschrift des Herstellers, des Bevollmächtigten oder des Einführers in der EU für eventuelle Anfragen enthalten.


Screenshot www.verbraucherwarnungen.nrw.de

Amtliche Überwachung und Verbraucherwarnungen

Allein in NRW werden jährlich durch die Lebensmittelüberwachungsämter rund 1000 Spielzeuge entnommen und auf ihre stoffliche Zusammensetzung und Kennzeichnung untersucht. Die Beanstandungsquote liegt meistens zwischen 6 und 10%. Neben Kennzeichnungsmängeln werden überwiegend chemische Mängel festgestellt.

Spielzeug wird in dieser Weise zwar regelmäßig kontrolliert, eine flächendeckende Untersuchung ist jedoch nicht möglich. Fällt einer Verbraucherin oder einem Verbraucher ein Spielzeug auf, das eventuell unsicher oder gesundheitsschädlich sein könnte, sollte dies dem zuständigen Lebensmittelüberwachungsamt in der Kommune oder der zuständigen Marktüberwachungsstelle der Bezirksregierung gemeldet werden.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz veröffentlicht im Internet Produktwarnungen für Nordrhein-Westfalen  die gemäß § 40 des Lebensmittel-, Futtermittel- und Bedarfsgegenständegesetzbuchs (LFGB) vom Verbraucher zurückgerufen wurden. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Europäische Union veröffentlichen im Internet Listen zu gefährlichen Produkten einschließlich zu Spielzeug.


Paragraph. Foto: Norbert Buch / panthermedia.net

Für den Verbraucherschutz bei Spielzeug gelten besondere rechtliche Grundlagen. Foto: Norbert Buch / panthermedia.net

Rechtliche Grundlagen

Die Anforderungen, die an Spielzeug gestellt werden, damit es innerhalb der EU hergestellt oder verkauft werden darf, regelt die europäische Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG, die am 20.Juli 2011 in Kraft getreten ist. Sie wurde mit der Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug („Zweite Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz“) in deutsches Recht umgesetzt.

Weitere Regelungen zur Sicherheit von Spielzeug finden sich im Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch. Dort sind Spielzeuge als Bedarfsgegenstände definiert. In dem Gesetz wird unter anderem gefordert, dass Bedarfsgegenstände so beschaffen sein müssen, dass sie bei bestimmungsgemäßem oder vorauszusehendem Gebrauch die Gesundheit nicht schädigen. Regelungen zu Grenzwerten und Stoffverboten finden sich auch im europäischen Chemikalienrecht zum Beispiel der REACH-Verordnung.



Verbraucherberatung

Verbraucherinnen und Verbraucher sind häufig in einer schwächeren Position als ihre Geschäftspartner. Nicht wenigen fällt es schwer, ihre Ansprüche gegenüber  Fachpersonal und marktstarken Unternehmen durchzusetzen. Das NRW-Verbraucherschutzministerium setzt sich für eine Stärkung der Verbraucherrechte ein und fördert die unabhängige Information und Beratung durch die NRW-Verbraucherzentrale.

Weiterlesen


Verbraucherwarnungen

Das Land NRW gehört bei der Verbraucherwarnung im Internet zu den Pionieren: Bereits 2008 wurde dafür eine eigene Web-Seite eingerichtet. Das Land veröffentlicht dort fortlaufend immer die aktuellsten Informationen über Erzeugnisse aus den Bereichen der Lebensmittel, kosmetischen Mittel, Bedarfsgegenstände und Futtermittel, vor denen wegen möglicher Gesundheitsrisiken gewarnt wird oder die vom Hersteller oder Vertreiber zurückgerufen worden sind.

Weiterlesen


Die Verbraucherbeschwerde

Verbraucherinnen und Verbraucher haben einen Anspruch auf einwandfreie und gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel, Kosmetika und sonstige Bedarfsgegenstände wie Geschirr, Verpackungen von Lebensmitteln und Kosmetika, Bekleidung, Spielwaren und Scherzartikel, Reinigungs- und Pflegemittel. Wer also sein Bier schal gekauft hat oder seine Aufback-Brötchen beim Auspacken zuhause schimmelig vorfindet, kann seine Rechte einfordern.

Weiterlesen


Infodienst "Warnmeldungen"

Wir bieten Ihnen an, aktuelle Warnmeldungen, Informationen zu aktuellen Themen (Zahl des Tages, Thema des Monats) und Hinweise auf gerade veröffentlichte Pressemitteilungen des Ministeriums und seines Geschäftsbereichs gratis zu abonnieren. Melden Sie sich hier für die gewünschten Verteiler an und erhalten Sie Meldungen zu aktuellen Warnmeldungen, Veröffentlichungen und Pressemitteilungen durch unseren Email-Alert-Dienst.

Weiterlesen