Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt: Neue Fördermöglichkeiten sichern Schutz des Naturerbes
Land unterstützt 2026 die Realisierung größerer Projekte im Natur- und Artenschutz wie den Flächenkauf für Moor-Renaturierungen
Am 22. Mai erinnern die Vereinten Nationen mit dem Internationalen Tag der biologischen Vielfalt an den Schutz unserer Lebensgrundlagen. Als dicht besiedeltes und industriell geprägtes Land kommt Nordrhein-Westfalen dieser Verantwortung in diesem Jahr mit mehr Fördermitteln für Projekte im Artenschutz nach: Rund 8,8 Millionen Euro fließen zusätzlich in Maßnahmen für mehr Biodiversität – davon 5,2 Millionen Euro vom Land und 3,6 Millionen Euro vom Bund. Das ermöglichen diese Programme:
Sonderaufruf Landesprogramm Biologische Vielfalt: Mit dem Landesprogramm Biologische Vielfalt stellt das Land einmalig 2026 als Sonderaufruf rund 2,8 Millionen Euro für Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt zur Verfügung.
Grüne Bänder in der Landschaft: Die „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) ist ein großes Förderinstrument von Bund und Ländern. Darüber werden Maßnahmen finanziert, die insbesondere die ländlichen Räume stärken. Hecken, Baumreihen und Feldgehölze sind dabei die „Hotspots“ der Artenvielfalt. Der Bund und das Land stellen in NRW in diesem Jahr gemeinsam 500.000 Euro dafür zur Verfügung.
Konkrete Hilfe für gefährdete Arten: Durch einen neuen Förderbereich im Rahmen der GAK werden zudem investive Maßnahmen zur Schaffung, Wiederherstellung und Entwicklung von Lebensräumen sowie Lebensstätten wildlebender Arten gefördert, wie das Anlegen kleiner Biotope, die Wiedervernässung von Mooren oder der Schutz der genetischen Vielfalt von Wildpflanzen. Dafür stehen in diesem Jahr rund 5,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Umweltminister Oliver Krischer: „Der Kampf gegen das weltweite Artensterben ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern hat für uns Priorität. Dort, wo wir gezielt mit Schutzprogrammen helfen, können wir messbare Erfolge erzielen. Dadurch siedeln sich längst verschwundene Arten wie die Wildkatze oder der Fischotter wieder bei uns an. Wir setzen auch in Zukunft auf die enge Zusammenarbeit mit allen Partnern vor Ort.“
Vielfältige Lebensräume sind Kern des Schutzes
In Nordrhein-Westfalen leben mehr als 43.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Gleichzeitig gelten rund 44 Prozent der bewerteten Arten inzwischen als gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden. Das Land verfügt mit über 3.300 Naturschutzgebieten, 546 Gebieten des europäischen Schutzgebietssystems „NATURA 2000“, dem Nationalpark Eifel, rund 100 Wildnisentwicklungsgebieten und zwölf Naturparken über ein vielseitiges und wertvolles Naturerbe. Doch der Druck auf die Natur wächst: Intensive Flächennutzung, der Klimawandel und Umweltverschmutzung zehren an der Vielfalt. „Wir erleben weltweit und auch bei uns einen bedrohlichen Rückgang der Arten. Wir müssen jetzt entschlossen gegensteuern, um die Vielfalt der Natur für kommende Generationen zu erhalten“, sagt Oliver Krischer.
Strategie und Beratung
Neben der Finanzierung setzt das Land auf bessere Planung und Beratung. Die Biodiversitätsstrategie NRW wird derzeit grundlegend überarbeitet und fortgeschrieben. Nach einer breiten Konsultationsphase mit externen Fachleuten (September 2025 bis Februar 2026) entwickelt eine Arbeitsgruppe aktuell praxistaugliche Maßnahmen für die kommenden Jahre.
Zusätzlich bietet das neue Regionalbüro des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) beim Landesumweltamt (LANUK) seit Oktober 2025 direkte Unterstützung an. Es hilft Kommunen und Verbänden dabei, Anträge zu stellen und Projekte für gesunde Ökosysteme voranzutreiben. Das ANK ist das größte Programm dieser Art in Deutschland und verzahnt Klimaschutz systematisch mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt.
Weitere Informationen
- Neue Fördermöglichkeiten in der Naturschutzförderung: "Sonderaufruf Landesprogramm Biologische Vielfalt"
- Mehr Informationen zu den Artenhilfsprogrammen des Landes
- Fotos einzelner Arten für die Berichterstattung zum Download