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Agrarumweltmaßnahmen

Blütenstreifen. mariok/panthermedia.net

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert mit den Agrarumweltmaßnahmen seit vielen Jahren eine besonders umweltfreundliche Bewirtschaftung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Umweltleistungen der Landwirtschaft auch gesondert honoriert werden müssen. Die Förderung von Agrarumweltmaßnahmen ist ein zentrales Element der Kooperation zwischen Umweltschutz, Naturschutz und Landwirtschaft.


Eckpfeiler des kooperativen Umwelt- und Naturschutzes

Die Agrarumweltmaßnahmen werden durch die Europäische Union und zum Teil vom Bund mitfinanziert und sind Bestandteil des „NRW-Programms Ländlicher Raum“.

Die Landesregierung will mit den Agrarumweltmaßnahmen

  • den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln verringern,
  • die abiotischen Ressourcen, insbesondere Boden und Gewässer, schützen,
  • die Lebensbedingungen für die wildlebenden und oftmals gefährdeten Tiere und Pflanzen der Agrarlandschaft verbessern,
  • die ökologischen Leistungen von Dauergrünland sichern und
  • die Kulturlandschaft erhalten, pflegen und gestalten.

Die wichtigste Rechtsgrundlage für die Förderung von Agrarumweltmaßnahmen ist die sogenannte ELER-Verordnung der Europäischen Union. Sämtliche Fördermaßnahmen für den ländlichen Raum in Nordrhein-Westfalen, die sich auf diese Verordnung stützen, sind im „NRW-Programm Ländlicher Raum“ gebündelt. Die Agrarumweltmaßnahmen sind zentrale Bausteine dieses Programms.

Basis der jeweiligen Fördermaßnahmen sind die verschiedenen Richtlinien, in denen die jeweiligen Zuwendungsvoraussetzungen und sonstige Verpflichtungen sowie die Förderhöhe beschrieben sind. Sie sind die verbindliche Grundlage für die Bewilligungsbehörde bei der Abwicklung der Fördermaßnahmen. Im Falle von Maßnahmen, die im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) zusätzlich durch den Bund kofinanziert werden, müssen darüber hinaus die geltenden Bestimmungen des Rahmenplan zur GAK beachtet werden.

Bunte Bentheimer Schweine. Foto: Klaus Schönepauck / Panthermedia.net

Gefördert wird auch die Erhaltung alter Haustierrassen - hier das "Bunte Bentheimer Schwein". Foto: Klaus Schönepauck / Panthermedia.net

Förderperiode 2015 bis 2020: Kontinuität und Weiterentwicklung

Das „NRW-Programm Ländlicher Raum“ sieht die Fortsetzung der Förderung des ökologischen Landbaus und darüber hinaus folgende Agrarumweltmaßnahmen vor:

  • Extensive Grünlandnutzung
  • Anbau vielfältiger Kulturen im Ackerbau
  • Anlage von Blüh- und Schonstreifen
  • Anbau von Zwischenfrüchten
  • Anlage von Uferrand- und Erosionsschutzstreifen
  • Vertragsnaturschutz
  • Zucht und Haltung bedrohter Haustierrassen

Die Maßnahmen schließen an das Vorgängerprogramm an und sollen bis 2020 weiter ausgebaut werden. Sie enthalten wichtige Neuerungen. So gelten für Bewilligungen ab 2015 deutlich höhere Prämien als bisher. Auch für die Kombinierbarkeit von Agrarumweltmaßnahmen und dem sogenannten „Greening“ der Direktzahlungen wurden die notwendigen Weichen gestellt. 

Grundlage für die Förderung sind entsprechende Richtlinien (Agrarumweltmaßnahmen, Ökolandbau) des Landes Nordrhein-Westfalen. Bewilligungsbehörde ist der Direktor der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Landesbeauftragter, bei dem neben allgemeinen Informationen auch die Antragsunterlagen erhältlich sind. Für Bewilligungen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes sind die Kreise und kreisfreien Städte zuständig.

Die folgende Übersicht weist den Förderumfang (jeweils gerundet, Basis sind gültige Bewilligungen im Jahr 2016) der einzelnen Agrarumweltmaßnahmen und des ökologischen Landbaus aus:

Extensive Grünlandnutzung

40.300 ha

Vielfältige Fruchtfolgen

85.300 ha

Ökologischer Landbau

59.400 ha

Anbau von Zwischenfrüchten

15.800 ha

Anlage von Uferrand- und
Erosionsschutzstreifen

  2.400 ha

Anlage von Blüh- und 
Schonstreifen

  4.500 ha

Vertragsnaturschutz

26.500 ha

Zucht und Haltung
bedrohter Haustierrassen

15.600 Tiere

 

Diese Zahlen zeigen, dass in NRW von vielen Landwirtinnen und Landwirten nachhaltige und umweltverträgliche Produktionsverfahren umgesetzt und damit ökologische Leistungen für die Gesellschaft erbracht werden.

Die Fördermaßnahmen werden laufend evaluiert, das heißt auf ihre Wirksamkeit überprüft. Die Evaluierung ist nicht nur wichtig, um den Erfolg der Förderung zu belegen, sondern auch um daraus Schlussfolgerungen für die künftige Weiterentwicklung zu ziehen. Grundlage ist eine intensive Datenerhebung und -analyse. In der Ex-post-Bewertung der abgelaufenen Förderperiode 2007 - 2013 wird die konzeptionelle Ausgestaltung der Agrarumweltmaßnahmen in NRW positiv hervorgehoben und deren Umsetzung als insgesamt sehr erfolgreich eingeschätzt.