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Düngung

Ausbringung von Gülle. Foto: Günter Jacobs

Pflanzen müssen ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden, um ein ausgewogenes Wachstum der Kulturpflanzen, gute Qualität der Produkte und eine nachhaltige Bodenfruchtbarkeit sicherzustellen. Die gute fachliche Praxis der Düngung erfüllt diese Anforderungen. Das Düngegesetz und die Düngeverordnung des Bundes von 2017 tragen zu einer umweltgerechten Anwendung von Düngemitteln bei.


Düngeverordnung als rechtlicher Rahmen der guten fachlichen Praxis

Grundsätzlich sind Wirtschaftsdünger wie Gülle, Hühnertrockenkot oder Festmist Düngemittel, die im Rahmen einer sinnvollen Kreislaufwirtschaft dem Boden die mit der Ernte entzogenen Nährstoffe wieder zuführen. So können Mineraldünger, die sonst mit hohem Energieaufwand hergestellt werden müssen, ersetzt und eingespart werden.

Unabdingbare Voraussetzung ist jedoch, dass es durch die Anwendung von Wirtschaftsdüngern nicht zu Umweltproblemen oder vermeidbaren Beeinträchtigungen für Mensch und Natur kommt. Dabei ist es unerheblich, ob die Gülle aus heimischen Ställen oder aus Nachbarländern stammt.

Der rechtliche Rahmen für die Düngung und somit auch für die Ausbringung von Gülle, egal welcher Herkunft, ist die bundesweit gültige Düngeverordnung, basierend auf dem Düngegesetz. Darin sind die Grundsätze der guten fachlichen Praxis verbindlich festgelegt. Sie soll einerseits eine fachlich sinnvolle Ernährung der Pflanzen sicherstellen und andererseits negative Umweltauswirkungen soweit wie möglich vermeiden.

In der Düngeverordnung sind unter anderem

  • die Düngung nach dem Düngebedarf der Pflanzen,
  • die maximale Menge für Wirtschaftsdünger wie Gülle und Mist,
  • die Zeiten, in denen keine Ausbringung erfolgen darf,
  • die Bodenverhältnisse, bei denen nicht gedüngt werden darf,
  • die Anforderungen zur Emissionsminderung bei der Ausbringung,
  • die Anforderungen an die Lagerkapazität von Wirtschaftsdüngern,
  • die Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten und
  • die Abstände zu Gewässern

geregelt.

Umweltwirkungen der Düngung

Trotz dieser Regelungen wird auch im aktuellen nordrhein-westfälischen Umweltbericht 2016 darauf hingewiesen, dass vielerorts, in besonderem Maße im Münsterland und am Niederrhein sowie in den Gebieten mit intensivem Gartenbau, Einträge von Nitrat aus landwirtschaftlicher Düngung ein großes Problem darstellen.

Das Düngegesetz und die Düngeverordnung sind 2017 umfassend novelliert worden. Die deutlich strengeren Anforderungen an die Düngung tragen zu einer umweltgerechten Anwendung von Düngemitteln und einer effektiveren Überwachung bei und schaffen damit die Grundlagen für eine Verbesserung des Grundwasserzustands. Zur Erreichung der Umweltziele im Gewässerschutz sind jedoch über Ordnungsrecht hinaus weitergehende Maßnahmen über Beratung und Kooperation erforderlich.

Zur Überwachung von Wirtschaftsdüngertransporten wurde im Jahr 2012 zusätzlich eine Landesverordnung mit einer Meldepflicht an die Wirtschaftsdünger-Datenbank für Abgabe von Wirtschaftsdünger an andere Betriebe eingeführt. Diese gilt auch für Importe. Mit den niederländischen Behörden wurde außerdem in einem gemeinsamen Memorandum die Zusammenarbeit zur Überwachung von Wirtschaftsdüngertransporten vereinbart. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird weiter fortgeführt.

Auf der Grundlage der Wirtschaftsdünger-Datenbank erstellt die Landwirtschaftskammer NRW alle drei Jahre einen landesweiten Nährstoffbericht, der den Nährstoffanfall von Stickstoff und Phosphat aus der Tierhaltung sowie aus Gärresten von Biogasanlagen und Klärschlamm ermittelt. Dabei werden Nährstoffbilanzen auf Kreisebene erstellt. Der erste Nährstoffbericht ist im Jahr 2014 auf der Grundlage des Datenbestands von 2013 erstelllt worden. Der aktuelle Bericht wurde im April 2018 mit Datenstand 2016 veröffentlicht.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW hat im Jahr 2014 einen "Nitratbericht" erstellt, der die Belastung der Grundwasserkörper ausführlich dokumentiert.


Grundwasser und Landwirtschaft

Die Landwirtschaft wird in den letzten Jahrzehnten deutlich intensiver betrieben, als früher üblich. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht bedenklich ist der häufig zu hohe Stickstoffeinsatz bei der Düngung. Ein wichtiger Faktor ist dabei der verstärkte Anbau von Mais zur Verwendung in Biogasanlagen. Bis zur Einführung von agrarförderrechtlichen Regelungen zur Erhaltung von Dauergrünland in 2011 war dies in NRW auch verbunden mit einer Umwandlung von Grünland in Ackerbauflächen.

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