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Europäische Innovationspartnerschaften (EIP)

Logo eip-agri. Grafik: EU-Kommission

Die Europäische Innovationspartnerschaft "Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" (EIP Agrar) verfolgt das Ziel, Innovationsprozesse zu fördern und den Innovationstransfer in die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sowie den Gartenbau zu verbessern. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt die Bildung von Europäischen Innovationspartnerschaften im Agrarbereich.


Europäische Innovationspartnerschaft für mehr Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

Wissensaustausch, Forschung und Innovation sind auch für den land-, forst- und ernährungswirtschaftlichen Sektor sowie den Gartenbau entscheidende Bausteine, um im globalen Wettbewerb bestehen und den künftigen Herausforderungen bei größtmöglicher Schonung der Ressourcen begegnen zu können.

Die Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP) stellen eine neue Herangehensweise an Forschung und Innovation in der EU dar. Sie sind ein Förderinstrument, um gesellschaftliche Herausforderungen aktiv zu gestalten und die Innovationstätigkeit in Europa zu beschleunigen. Die Europäische Kommission verbindet mit dem verstärkten Mitteleinsatz in Innovationsförderungen in der Landwirtschaft die Erwartung, dass die Landwirtschaft auch zukünftig einen wichtigen Beitrag für eine stabile Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln leisten kann. Das muss sie unter großem Anpassungsdruck etwa durch den Klimawandel, den Verlust von Biodiversität und den Ansprüchen der Gesellschaft an die landwirtschaftliche Produktion leisten.

Eine Innovation im Sinne der EIP ist eine neue Idee, die erfolgreich in die Praxis umgesetzt wird. Diese Innovation kann technisch, technologisch, organisatorisch, methodisch oder sozial sein. Die neue Idee kann daher ein neues Produkt, eine Arbeitsweise, Dienstleistung, Produktionsweise oder Organisation betreffen.

Fördermöglichkeiten

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert im Rahmen des NRW-Programms "Ländlicher Raum 2014-2020" die Innovationspartnerschaften im Bereich der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sowie im Gartenbau nach der EIP-Agrar-Richtlinie. Mit diesem Förderinstrument können nach dem Bottom-up-Prinzip – das bedeutet "von unten nach oben"-Neuerungen und innovative Ideen im Zusammenspiel aller Akteure entwickelt und erprobt werden und in die Praxis einfließen.

Folgende Innovationsvorhaben werden unterstützt:

  • Aufbau und Betrieb von operationellen Gruppen der EIP für landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit
  • Entwicklungstätigkeiten: Erwerb, Kombination, Formung und Verwendung vorhandener wissenschaftlicher, technischer, wirtschaftlicher und sonstiger einschlägiger Kenntnisse und Fertigkeiten zur Erarbeitung von Plänen und Vorkehrungen oder Konzepten für neue, veränderte oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen.
  • Pilotprojekte: Versuche oder Demonstrationsprojekte, die vor die allgemeine Einführung gesetzt werden, um Fragen der Akzeptanz, der Wirtschaftlichkeit, des Marktpotenzials und der technischen Optimierung im Feldversuch zu erproben. Pilotprojekte können durch projektbegleitende Studien, Untersuchungen und Tests begleitet werden.

Förderwettbewerb und Projektauswahl

Die Auswahl von Operationellen Gruppen und ihren Innovationsprojekten erfolgt im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs- und Antragsverfahrens. Für die Auswahl ist ein Gutachtergremium beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen eingerichtet worden. Dieses Gremium entscheidet anhand der eingereichten Projektskizzen und auf der Basis der jeweils geltenden Auswahlkriterien über die Förderwürdigkeit und legt eine Rangliste fest.

Der erste Wettbewerbsaufruf erfolgte am 1. März 2016 und endete am 23. Mai 2016

Es wurden 28 Projektskizzen über ein Volumen von 15 Millionen Euro eingereicht. Das unabhängige Gutachtergremium hat eine Rangliste dieser Projektskizzen gebildet. 10 Projekte wurden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel zur Einreichung eines Antrages aufgefordert. Bis zum 31. Dezember 2016 sind 8 Projekte mit einem Umfang von 4,2 Millionen Euro bewilligt worden.

Weitere Informationen:

Zweiter Wettbewerbsaufruf (26.11.2018 – 26.02.2019)

In NRW wurde der zweite Wettbewerbsaufruf am 26. November 2018 gestartet. Bewerbungen sind bis zum 26. Februar 2019 möglich. Das Land sieht mit dem zweiten Aufruf im Förderprogramm EIP-Agri die Chance, Innovationen im Bereich der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft sowie dem Gartenbau weiter voranzubringen.

Dabei legt das Land einen Schwerpunkt auf folgende Themenbereiche:

  • Digitalisierung in der Landwirtschaft

In der Digitalisierung sieht das Land eine große Chance zur Lösung aktueller Herausforderungen in der Landwirtschaft. Dabei liegt ein Schwerpunkt im Farmdatenmanagement und der verständlichen Darstellung der Daten. Die Auswirkungen auf Beschäftigungszahlen und Agrarstruktur sowie die Datensicherheit muss gleichzeitig mitgedacht werden.

  • Biodiversität

Die Weiterentwicklung von wettbewerbsfähigen Ackerbau-, Grünland-, Gartenbau- und Dauerkulturbewirtschaftungssystemen insbesondere für ein ressourcenschonendes und effizientes Nährstoff- und Pflanzenschutzmanagement im konventionellen und ökologischen Landbau wird angestrebt. Ziel ist der Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität in Agrarlandschaften.

  • Klimaschutz und -anpassung in Land- und Forstwirtschaft

Die Weiterentwicklung von Bewirtschaftungsmethoden im Bereich der Land- und Forstwirtschaft im Hinblick auf die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an seine Folgen wird beabsichtigt.

  • Nachhaltige Nutztierhaltung und tiergenetische Ressourcen

Hier besteht die Herausforderung, die wirtschaftlichen Anforderungen des Marktes mit den gesellschaftlich akzeptierten und ökologisch gebotenen Erzeugungsverfahren in Einklang zu bringen. Besonderer Handlungsbedarf ergibt sich in diesem Zusammenhang mit Bezug auf Fragen des Tierschutzes und der Tier-gesundheit, Emissionen von Tierhaltungsanlagen und dem Nährstoffmanagement.

  • Praxisrelevante Anwendungen für eine nachhaltige Landwirtschaft

Die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards auf allen Stufen der Wertschöpfungskette wird zunehmend zu einem nachgefragten Qualitätsmerkmal. Im Lebensmitteleinzelhandel und in der Lebensmittel verarbeitenden Wirtschaft wächst seit langem die Zahl von Nachhaltigkeitsstandards, einschließlich Tierschutzstandards.

Eine Verknüpfung der oben genannten Themenfelder ist erwünscht und wird im Rahmen der Begutachtung der Projektskizzen in der Bepunktung honoriert. Antragsskizzen zu weiteren Themen sind möglich.

Weitere Informationen:

Die Bewerbungsunterlagen mit den Projektskizzen müssen bis zum 26. Februar 2019 beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Schwannstr. 3, 40476 Düsseldorf, Referat II 1 eingegangen oder per E-Mail an eip.agrar@mulnv.nrw.de übermittelt sein (Ausschlussfrist).

Ansprechpartner in Nordrhein-Westfalen

Frank Engelbrecht
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft,
Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Referat II 1 Agrarpolitik, Haushalts- und Querschnittsaufgaben, EU-Angelegenheiten
Schwannstr. 3
40476 Düsseldorf
Telefon: 0211/4566-261
E-Mail: EIP.Agrar@mulnv.nrw.de

Als Innovationsdienstleisterin für die Beratung und Unterstützung der Operationellen Gruppen steht zur Verfügung:

Claudia Leibrock
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft,
Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
Schwannstraße 3
40476 Düsseldorf
Telefon: 0211/4566 -1413
E-Mail: claudia.leibrock@mulnv.nrw.de

Innovationspartnerschaften in "Operationellen Gruppen"

Die Träger von Innovationsprozessen schließen sich zum Zweck der Innovationspartnerschaft für einen definierten Themenbereich (Innovationsfeld) in einer sogenannten "Operationellen Gruppe" zusammen. Die Aufgabe dieser Gruppe besteht darin, ein konkretes innovatives Projekt zwischen den Mitgliedern anzubahnen und zu koordinieren sowie die Beteiligung am nationalen und EU-weiten EIP Netzwerk sicherzustellen. Eine Operationelle Gruppe setzt sich aus mindestens zwei Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen zusammen (zum Beispiel Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Unternehmen des vor- und nachgelagerten Bereichs, Forschungseinrichtungen, Verbände, Beratungs- und Dienstleistungseinrichtungen).

Die Rechtsform der Zusammenarbeit in einer Operationellen Gruppe ist frei wählbar – es muss jedoch mindestens eine Kooperationsvereinbarung geschlossen werden. Operationelle Gruppen haben eine Pflicht zur Verbreitung der Ergebnisse ihrer Projekte. Dies soll vor allem durch das EIP-Agrar-Netzwerk erfolgen.

Bundesweite Vernetzung

Die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist zugleich die nationale Vernetzungsstelle für EIP Agrar. Sie bündelt alle EIP-Aktivitäten aus den Bundesländern. Interessierte können sich zur Frühkoordination und Vermittlung weiterer Partner an die nationale Vernetzungsstelle wenden.

EIP Agrar Netzwerk in Europa

Auf europäischer Ebene werden die EIP im Agrarsektor vom EIP-AGRI SERVICE POINT der Europäischen Kommission unterstützt. Von hier werden auch die Expertengruppen (EIP-Agri focus groups) begleitet, die sich zu einem bestimmten Thema für eine begrenzte Zeit gebildet haben. Jede dieser Fokusgruppen untersucht innerhalb ihres Themengebietes innovative Lösungen mit Bezug zur Praxis und entwickelt die Erfahrungen vergleichbarer Projekte weiter. Derzeit sind unter anderem folgende Gruppen aktiv, in Vorbereitung oder bereits abgeschlossen:

  • Tierhaltung
  • Genetische Ressourcen
  • ökologische Landwirtschaft
  • Eiweißpflanzen
  • High Nature Value (HNV) Farming profitability
  • Precision Farming
  • Wirtschaftlichkeit auf Dauergrünlandstandorten
  • Nährstoffeffizienz im Gartenbau
  • Organische Substanz in mediterranen Böden
  • Bodenbürtige Krankheiten
  • Kurze Lebensmittelversorgungsketten
  • Agroforstsysteme
  • Benchmarking für landwirtschaftliche Systeme
  • Milchproduktion
  • Krankheiten und Schädlinge im Weinbau
  • Nährstoff-Recycling
  • Reduzierung der Klimagasemissionen in der Rinderhaltung
  • Ökologische Vorrangflächen und landwirtschaftliche Produktion
  • Neueinsteiger in die Landwirtschaft
  • Integrierte Schädlingsbekämpfung bei Kohlarten
  • Wasser & Landwirtschaft