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Afrikanische Schweinepest

Schwarzwild. Foto: jahmaica / Panthermedia

Die Afrikanische Schweinepest ist eine für Menschen ungefährliche, für Wildschweine und Hausschweine aber hochansteckende und zumeist tödlich verlaufende Virusinfektion. Ursprünglich in Osteuropa verbreitet, wurde sie im September 2018 erstmals in Belgien festgestellt. Nordrhein-Westfalen hat vorbeugende Maßnahmen ergriffen und sich auf einen Ausbruch der Tierseuche vorbereitet.


Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine für Menschen ungefährliche, für Wildschweine und Hausschweine aber hochansteckende und zumeist tödlich verlaufende Virusinfektion. In Schweinehaltungsbetrieben kann die Tierseuche, gegen die es keine Impfung gibt, zu großen wirtschaftlichen Schäden führen.

Nachdem sich die Tierseuche in den vergangen Jahren in Osteuropa ausgebreitet hatte, wurde sie im September 2018 erstmals bei Wildschweinen in Belgien festgestellt, die rund 120 Kilometer von der nordrhein-westfälischen Grenze tot aufgefunden worden waren.

Als Hauptübertragungsquelle der ASP gilt neben den Wildschweinen vor allem das Verhalten von Menschen. So kann der Erreger, der außerordentlich lange ansteckungsfähig bleibt, neben Tierkontakten auch über Gegenstände wie Kleidung und Schuhwerk, Werkzeuge, Autoreifen und Transportfahrzeuge, oder über Nahrungsmittel wie zum Beispiel ein achtlos entsorgtes Wurstbrot übertragen und verbreitet werden.

Das Umweltministerium ruft deshalb die breite Öffentlichkeit, insbesondere aber Jäger, Förster, Reisende, Fernfahrer, Pilzsammler und Tierhalter dazu auf, keine Lebensmittelreste in offenen Mülleimern zu entsorgen, von Jagdreisen in aktuelle Ausbruchsgebiete abzusehen sowie Biosicherheitsmaßnahmen in den schweinehaltenden Betrieben strikt einzuhalten. Essensreste sollten vermieden oder ordnungsgemäß, also für Wildschweine unzugänglich, entsorgt werden. Für Haus- und auch für Wildschweine besteht im Übrigen seit Jahrzehnten ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen.

Um im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) unter Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen vorbereitet und sofort einsatzfähig zu sein, haben der Kreis Recklinghausen und der Rheinisch Bergische Kreis am 28. Juni 2018 an zwei Standorten Krisenübungen durchgeführt. Unterstützt wurden sie durch Expertinnen und Experten des Umweltministeriums, des Landesumweltamtes und des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich. Das Landestierseuchenkontrollzentrum Nordrhein-Westfalen war ebenfalls an der Übung beteiligt. Ziel der gemeinsamen Krisenübung war das Training eines koordinierten und aufeinander abgestimmten Vorgehens aller Beteiligten, um infizierte Wildschweinkadaver unmittelbar und rechtzeitig aus einem Ausbruchsgebiet zu entfernen. Ferner diente die Krisenübung dazu, bereits im Vorfeld mögliche Schwachstellen der Bekämpfungsstrategien zu identifiziert und abzustellen. Im Kreis Recklinghausen beinhaltet die Übung die Bergung von fiktiven Wildschweinkadavern (Dummys) unter Beachtung von Biosicherheitsauflagen. So wurde der Aufbau einer Hygieneschleuse für Fahrzeuge und die Abriegelung einer Kernzone mittels Zauneinrichtung geprobt. Dazu wurden Kadaverfunde im Wasser und in schwer zugänglichem Gelände simuliert. An der Bergung des Wildschweinkadavers im Wasser (Rhein-Herne-Kanal) ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg beteiligt.

Um einer Einschleppung der ASP nach Nordrhein-Westfalen vorzubeugen, hatte das NRW-Landwirtschaftsministerium des Weiteren die Schonzeit für Wildschweine bis zum 31. März 2021 aufgehoben. Ausgenommen sind Muttertiere mit Frischlingen unter etwa 25 kg. Durch eine intensivere Bejagung der hohen Wildschweinbestände wird das Risiko einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verringert.

Nach dem Ausbruch der Tierseuche in Belgien hat das Umweltministerium vorsorglich ein verstärktes ASP-Monitoring in der gesamten Grenzregion veranlasst. Dies umfasst insbesondere die Kreise Aachen, Düren und Euskirchen. Vor dem Hintergrund der möglichen Übertragung der ASP durch Wildschweine und einem akut hohen Wildschweinbestand appelliert das Umweltministerium an Jäger in den angrenzenden Gebieten, Schwarzwild verstärkt zu bejagen. Zudem steht das Umweltministerium im Austausch mit dem Verkehrsministerium, das insbesondere die Rastplätze entlang der Autobahnen regelmäßig kontrolliert, sichert und Reisende mit Hinweisschildern zur Vorsorge und richtigen Entsorgung von Lebensmitteln auffordert. Um die aktuelle ASP-Lage fortlaufend zu bewerten und die einzuleitenden Maßnahmen abzustimmen, hat das Umweltministerium eine Sonder-Arbeitsgruppe einberufen.

Das Umweltministerium ruft dazu auf, Funde von toten Wildscheinen unmittelbar zu melden. Wer ein totes Wildschwein findet, wird gebeten, dies unter der Telefonnummer 0201 / 714488 oder per Mail an nbz@lanuv.nrw.de der Bereitschaftszentrale des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz zu melden. Sie kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW gibt Merkblätter mit Informationen für Landwirte und andere Schweinehalter, für Jägerinnen und Jäger und für Wanderer und Pilzsammler heraus.